TotalSelfHatred - Solitude

Review

Galerie mit 10 Bildern: Totalselfhatred – Reflective Dimensions Tour 2018, Oberhausen

Das Subgenre Depressive Suicidal Black Metal zeichnet sich regelmäßig durch musikalische Einfachheit und hohe emotionale Dichte aus, TOTALSELFHATRED haben sich bisher deutlich in diesen Gefilden platziert. Die Finnen setzten mit dem guten Debüt „TotalSelfHatred“ (2008) und dem eher durchwachsenen Nachfolger „Apocalypse In Your Heart“ (2011) erste Akzente ohne tiefgehende Alleinstellungsmerkmale. „Solitude“ nennt sich nun der dritte Streich, welcher die bisherigen Stärken der Band betonen möchte.

„Solitude“ setzt auf die Gefühlsschiene

TOTALSELFHATRED verbreiten auf „Solitude“ eine warme und melancholische Atmosphäre, welche durch die mehrspurigen und vielschichtigen Gitarren getragen wird. Die Qual, die Trauer und die Einsamkeit werden in schönen Tönen abstrahiert. Dabei spürt man in jeder Note: TOTALSELFHATRED sind musikalisch sehr weit gekommen und haben sich deutlich weiterentwickelt.

Damit einher geht ein gewisser Hang zu ruhigeren Tönen, die vollkommene Raserei und Verzweiflung kommt, zur Steigerung der Intensität, nur in ausgewählten Passagen zum Einsatz. Der Ausbruch zur Mitte des Albums, das dritte Stück „Hollow“, in dem die Band vollkommen die Fassung verliert, bekommt durch diesen Aufbau der Spannungskurve deutlichen Rückenwind. Aber auch die ruhigeren Teile des Albums sind stimmungsvoll und fügen sich passend in das Gesamtbild ein.

TOTALSELFHATRED bringen den DSBM auf den (technischen) Höhepunkt

Es ist schwer vorstellbar, dass im engen Rahmen des DSBM eine weitere technische Steigerung zu „Solitude“ möglich ist. TOTALSELFHATRED führen die Ausarbeitung in das handwerkliche Endstadium, ohne allerdings Progressivität oder die Klassifizierung Post-Metal notwendig zu machen. Interessanterweise orientiert sich auch das Artwork von Silere Omnia an der üblichen Ästhetik des Genres. Eine Bildsprache, dessen Gebrauch die Band bei ihren bisherigen Alben eher gemieden hat.

Summa summarum

Am Ende des Leidensweges steht ein sehr gutes drittes Album aus dem Hause der Finnen. An der Spitze des Genres stehen (natürlich) weiterhin SILENCER und NYKTALGIA. Allerdings setzen TOTALSELFHATRED starke eigene Akzente und überzeugen durch eine ausgezeichnete musikalische und technische Umsetzung, welche den würdigen Höhepunkt des bisherigen Schaffens der Band bildet.

20.04.2018

Stellv. Chefredakteur

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1 Kommentar zu TotalSelfHatred - Solitude

  1. Schraluk sagt:

    Ich weiß ja nicht. ‚Totalselfhatred‘ bleiben für mich wohl auf Lebzeiten eine Band mit einem unfassbar guten Debut und sonst nix. Das erste Album welches bei mir seit Jahren läuft und mit Stücken wie ‚Enlightment‘, ‚Ruoska‘ und ‚Carving‘ die absoluten Suicide-Faves rausschnitzte gehört zu den Ich-bin-am-Arsch Meilensteinen und überrunden auch noch heute ‚Silencer‘ und Konsorten um Längen. Mit ‚Solitude‘ kann ich noch weniger anfangen als mit ‚Apocalypse in your heart‘. Langweilige Stücke, null Emotionalität und richtig dreckig kanns einem hier auch bei nicht gehen.

    4/10