Toxaemia - Buried To Rise: 1990 - 1991 Discography

Review

Und wieder wurde eine weitere Gruft geöffnet! Über TOXAEMIA las ich das erste Mal im Buch „Schwedischer Death Metal“ von Daniel Ekeroth, übrigens hier eine ganz dicke Empfehlung meinerseits zu dieser wirklich sehr unterhaltsam geschriebenen Lektüre. Da es dort drin aber so verdammt viele Gruppen zu entdecken gibt, geht die eine oder andere auch schon mal unter, und so wurde ich erst jetzt wieder auf diese Truppe aufgrund der vorliegenden Veröffentlichung aufmerksam.

TOXAEMIA stammen, natürlich, aus Schweden und waren Anfang Ende der Achtziger/ Anfang der Neunziger aktiv, wie so viele andere Kollegen auch. Sie nahmen einige Demos und eine 7″ EP auf, ehe sie 1991 auseinanderbrachen und in Vergessenheit gerieten. Dark Descent Records haben nun das gesamte jemals aufgenommene Material dieser kurzen Karriere zusammengetragen, welches nun in Form der Compilation „Buried To Rise: 1990 – 1991 Discography“ veröffentlicht wird. Diese beinhaltet die Demos „Kaleidoscopic Lunacy“ und „Buried To Rot“ sowie die „Beyond The Realm“ EP. Zusätzlich beinhaltet diese Zusammenstellung auch noch weitere unveröffentlichte Stücke aus den „Buried To Rot“ Sessions.

Auf die Ohren gibt es klassischen, grimmigen Old School Death Metal der urschwedischen Art ohne Schnörkel, ohne Firlefanz. Die ersten vier Stücke stammen von dem „Kaleidoscopic Lunacy“ Demo von 1990. Die Songs sind direkt, roh und brutal, und in ihrer sehr schlichten Form auch ziemlich primitiv. Straightes Riffing, nette morbide Leads, treibendes Ufta-Ufta-Drumming, tiefe, mit Hall unterlegte Growls. So ähnlich hat man das schon oft aus dem Land der Elche gehört, manchmal besser, oft schlechter. Keine Frage, Weltbewegend oder riesig innovativ war das hier dargebrachte 1990 nicht, aber gehobener Durchschnitt allemal, zumal TOXAEMIA äußerst aggressiv zu Werke gingen. Mit ENTOMBED oder DISMEMBER lässt sich natürlich ein Vergleich herstellen, wenngleich in der Musik dieser Pioniere zu diesem Zeitpunkt schon etwas mehr Melodien Einzug gefunden hatten. Die alten GRAVE, CREMATORY (die Schweden natürlich!) und TIAMAT passen da schon eher, aber auch bspw. ASPHYX. Der Sound ist sehr rau, hier und da etwas verwaschen, aber kein Vergleich zu den seeligen Sunlight-Klangwelten. Ein erster Schritt war getan, und kultigen Charme hatten und haben die blutigen Stücke zweifelsohne.

Die Songs der „Beyond The Realm“ EP schlagen in die gleiche Kerbe. Zwar merkte man hier schon die etwas gestiegene Musikalität, ein rohes, primitives Stück Death Metal bleibt es aber. Auch hier sind die Riffs wirklich catchy, die Melodien wurden minimal gesteigert, die Atmosphäre ist meiner Meinung nach sogar noch dunkler als zuvor. Die Songs sind hier aufgrund der variableren Tempi abwechslungsreicher gestaltet, ohne ihren rauen Charme oder an schierer Brutalität einzubüßen. Auch die Produktion ist etwas deutlicher als noch auf dem Demo. Mit der ersten Garde konnten TOXAEMIA indes auch mit ihrer zweiten Veröffentlichung nicht mithalten, dafür waren die Stücke nicht zwingend genug.

Auch mit „Buried To Rot“, dem zweiten Demo und der letzten Aufnahme aus dem Jahr 1991, wurde der eingeschlagene Weg konsequent weiterverfolgt. Der Klang ist hier am besten ausbalanciert, und auch die Stücke wirken noch ein wenig gereifter, als klingt präziser, strukturierter und dennoch höllisch aggressiv!

Übrigens sind hier zwei CDs mit der gleichen Trackliste enthalten, die erste wurde von Dan Swanö in Sachen Klang ein wenig aufbereitet, und ist meiner Meinung nach empfehlenswerter da druckvoller Sound, die zweite wurde im Originalklang behalten, was natürlich authentischer, und damit schlechter, klingt.

Alles in allem eine schöne Veröffentlichung für Old School Todesblei-Fanatiker, deren aktuellste Werke aus Mitte der Neunziger stammen. Oder, wie in meinem Fall, Death-Metal-Fans, die zwar die Entwicklungen danach keineswegs verschmähen, aber immer mal wieder den alten Zeiten nachhängen und nach neuem alten Stoff dürsten. Wer von antikem Schwedentod nicht genug kriegen kann, ist hier gut bedient. Alle anderen haben eh schon längst auf einen anderen Artikel geklickt.

19.12.2010

Geschäftsführender Redakteur (News-Leitung)

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