Trollfest - Kaptein Kaos

Review

Galerie mit 16 Bildern: Trollfest - Rockharz 2018

TROLLFEST legen mit „Kaptein Kaos“ ihr mittlerweile sechstes Werk vor, und offensichtlich steuert das Septett damit geradewegs auf eine Sinnkrise zu: Wo das Vorgängerwerk „Brumlebassen“ durchweg überzeugen und begeistern konnte, taugt „Kaptein Kaos“ eigentlich nur noch für ein müdes Kopfnicken. Das ist bestenfalls ganz nett, was die Balkan-Folk-Metaller dort zusammengetragen haben.

Dabei fängt „Kaptein Kaos“ ganz vielversprechend an: Nach dem stimmungsvollen, wenngleich zu langen Intro „Trolltramp“ gibt es mit dem Titeltrack und „Vulkan“ zwei neue, frische Songs, die die besten Zutaten aus dem TROLLFEST-Soundkosmos miteinander kombinieren: schwarzmetallisch angehauchter Metal mit Folkmelodien. Mit „Ave Maria“ verlassen die Norweger aber ihr gewohntes Terrain und versuchen sich an stadionrocktauglichen Rhythmen und Zutaten, die weder frisch noch frech sind. Nach dem sakralen Intermezzo „Filzlaus Verkundiger“ folgt mit „Die Grosse Echsen“ ein Song, der zwar Balkan-Polka auffährt, dem aber im trägen Chorus die zündende Idee fehlt.

Folgt mit der „Seduction Suite No. 21“ ein instrumentales Zwischenstück mit melancholischen Gitarren und Trompeten, das zwar in Ordnung geht, auf einem TROLLFEST-Album aber eher verloren wirkt. Völlig aus der Spur kommen die Norweger dann mit „Solskinnmedisin“, „Sagn Om Stein“ und „Kinesisk Alkymi“: Bei diesen Songs entdecken TROLLFEST (in dieser Reihenfolge) Calypso, Tango und traditionelle chinesische Musik für sich, allerdings ohne sie in das eigene Stilgebräu zu überführen. Warum diese Songs dann auf einem TROLLFEST-Album stehen müssen, bleibt leider ein Geheimnis; FINNTROLL haben das jedenfalls auf ihrem letzten Album wesentlich geschmeidiger hinbekommen. Bleiben noch drei Songs, bei denen die Jungs zeitweise zu viel Stadionluft schnuppern und die nicht großartig vom Hocker hauen.

„Kaptein Kaos“ ist somit eine ziemliche Enttäuschung, gerade vor dem Hintergrund, dass TROLLFEST mit ihrem letzten Werk „Brumlebassen“ eigentlich alles richtig gemacht hatten. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn eine Band versucht, neue Einflüsse zu integrieren, aber das haben TROLLFEST auf ganzer Linie versäumt: „Kaptein Kaos“ ist trotz einiger weniger Lichtblicke ein unfokussierter Stilmischmasch mit Songs, denen der nötige Arschtritt fehlt. Beim nächsten Mal darf’s also gerne wieder mehr Drekka Fest statt Ave Maria sein. Danke.

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01.04.2014

- Dreaming in Red -

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