Tsubo - Anus Mundi

Review

Bella Italia, wo der Wein in Strömen fließt und die schönen Mädels mit einem Lächeln im Gesicht hinterher noch freundlichst einen Grappa reichen, oder zwei. Wo schreiend und wild gestikulierend über alles mögliche diskutiert wird. Scheinbar ist die italienische Flagge von der französischen mehr oder weniger abgekupfert worden, als Napoleon im 18. Jahrhundert eine Invasion auf die Halbinsel startete. Doch genug des Geschichtsunterrichts, kommen wir zum Wesentlichen. In diesem Fall der neuen Scheibe einer mir bis dato gänzlich unbekannten Band namens TSUBO. Es hat schon ein Weilchen gedauert, bis ich herausgefunden habe, dass TSUBO eigentlich japanisch ist und soviel wie „Druckpunkt“ bedeutet. Das Ganze sei abgeleitet von einem entsprechend japanischen Comic. Sind diese Grinder etwa Comic-Fans? Zugegebenermaßen, außer einer bis vier Bands fällt mir sonst auch nicht viel Metallisches zu Italien ein. TSUBO spielen auf jeden Fall Grindcore, so wird behauptet, und ihren Brutalo-Sound verbreiten sie seit 2005. Damals noch auf dem ersten Demo. Insgesamt auf drei Compilations waren sie vertreten und haben es heuer geschafft, ihren ersten Langspieler namens „Anus Mundi“ herauszubringen, obwohl dieser schon früher angepeilt war.

Was uns erwartet, ist klar. Was sie liefern, auf den ersten Eindruck auch. Sound an, und „Ladri Di Vite“ ballert ohne Umschweife los. Stück um Stück wird merklich, dass hier schon ein Hardcore/Punk-Einfluss vorliegt, der sich allerdings hervorragend mit dem Schreien und üblen Gegrunze verträgt. Auf der anderen Seite kommen auch die Doublebass-Seite und die melodisch-metallischen Anleihen mehr verhalten als im Überfluss zum Vorschein. Apropos, die Vocals sind hier geteilt zwischen Basser Gux und Gitarrist Giorgioni. Ansonsten im Westen nicht viel Neues, könnte man meinen. Es wird geholzt, bis die Schwarte kracht auf knapp 24 Minuten Laufzeit. Die Drumfraktion donnert und rackert sich einen ab. Das geht vom Maschinengewehrfeuer bis hin zu groovenden Passagen. Die Tracks sind allesamt in italienisch gehalten, dessen ich leider nicht mächtig bin, doch im Booklet gibt es zu jedem Song ein paar einleitende Worte in englischer Sprache. Sie setzen sich mit allem Möglichen auseinander. „Guerra Per La Pace“ zum Beispiel, dreht sich um den Irrsinn der Kriege für den Frieden, „…In Scena“ handelt von der größten Ganoven-Vereinigung der Welt, der Kirche. Und „40/45“ bearbeitet die eben genannten Jahre und den damit verbundenen Terror.

Allesamt sind auf technisch hohem Niveau, und man kann die Platte locker durch hören. (Geht ja auch nur 20 Minuten) Mit dem rein instrumentalen Song „Messa…“ ist ihnen ein angenehmer Ausgleich zum typischen Geschrei/Gegrunze gelungen. Ein ausgesprochenes Kompliment muss an die Gitarrenfront gereicht werden, die durchweg ganze Arbeit leistet und sich schlichtweg exzellent in das Gesamtbild einfügt. Solche Grind-Bands gibt es ja wie Sand am Meer, doch TSUBO bilden qualitativ definitiv eine positive Ausnahme. Mein Kunstlehrer gab immer ’sehr gut‘ bis ‚gut‘. Da orientiere ich mich doch an ihm und verweise auf ihre Myspace-Seite, auf der leider nur ein Songs der neuen Platte online ist. Wäre schön, sie auch mal außerhalb Italiens live hören zu können, das Potential dazu haben sie.

04.10.2008

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