Tvangeste - Firestorm

Review

Bevor ich auch nur einen einzigen Ton dieser Combo gehört habe, machten mich die verheißungsvollen Worte vom Promoflyer aufmerksam. Von „Grand Orchestrian Black Metal“ war dort die Rede und auch, dass dies der Soundtrack zu den schlimmsten Alpträumen sein soll. Besonders ansprechen will man hier wohl Fans von Cradle Of Filth und Therion. Gleich schon der erste Track „Under The Black Raven´s Wings“ kann dieses nur untermauern, da mich der Gesang nicht selten an den kleinen giftigen Engländer erinnert. Im weiteren Verlauf wird aber schon deutlich, dass auch durchaus der Gesang eigenständig ist und nicht nur abgekupfert wurde. Die Songs sind sehr vielschichtig aufgebaut und wirken dadurch verflucht komplex. Hier darf man keine leichte Kost erwarten, denn wenn gerade noch Platz für eine weitere Melodie ist, dann kann man sich sicher sein, dass sie da auch hineingestopft wird. Dies ist zwar anspruchsvoll umgesetzt, dennoch wirkt es etwas erdrückend und hemmt ein wenig sich der Musik zu öffnen und sich mitreißen zu lassen. Neben den gewöhnlichen Instrumenten werden hier auch viele Geigen und allerlei süße Melodien eingearbeitet, die wirklich bombastisch klingen. Kein Wunder, denn dafür wurde auch eigens das Baltische Symphonie Orchester eingeladen, sowie ein Kammerchor, der für die vielstimmigen Hintergrund-Chöre verantwortlich war. Gespart haben die Russen da offensichtlich an nichts und dies ist auch der Grund, warum die CD so eine ordentliche Portion geworden ist. Man höre sich da z.B. „Birth Of The Hero“ oder „Fire In Our Hearts“ an und man weiß, was ich mit „ordentlich“ meine, denn hier werden neben den Chören auch noch Flöten und viele andere Instrumente eingesetzt, die eine ganz spezielle Atmosphäre erzeugen. Trotz der Vielfalt bleibt für mich das Album ein wenig zu wirr und kann mich nicht vollkommen mitreißen. Dafür ist das Material zu sprunghaft und nicht klar genug gegliedert und erdrückt den Zuhörer mit der bombastischen Instrumentierung. Sicherlich ist dies ein Antesten wert, sollte aber mit Bedacht dosiert werden. An Booklet und Aufmachung wurde jedenfalls auch nicht gespart, denn der CD liegt ein fetter Katalog (a.k.a. Booklet) bei. Für Fans von Cradle Of Filth sicherlich interessant, aber von dieser Kategorisierung sollte man sich auch nicht abschrecken lassen.

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02.01.2004

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2 Kommentare zu Tvangeste - Firestorm

  1. Anonymous sagt:

    Bei mir zuppelt die Scheibe nun seit einigen Tagen 24/7 und ich bin einfach nur hin und weg. Als alter Dimmu Fan, CoF hörer, Therion liebhaber und jemand, dem bei solch Bombastoklängen wirklich einer abgeht, kann ich es jetzt schon kaum erwarten eine neue Scheibe von denen in die Finger zu bekommen, was wohl leider noch etwas dauern wird. Alelrdings kann ich Tvangeste – Firestorm all jenen empfehlen, die oben genannten zumindest zum Teil etwas abgewinnen können und gebe somit meine Albastischen 10 Punnkte, weil ich finde: Tvangeste sinds Wert (auch wenn Milon, trotz Stimme… nicht an den süssen Dani Filth rankommt *g*) Al‘

    10/10
  2. sylverblack sagt:

    Etwas wirklich Neues bieten einem die Russen (jetzt Kanadier) mitnichten. "Firestorm" ist eine Ode an Morgul und vor allem an Cradle Of Filth, die dauernd Pate zu standen scheinen. Eigenständigkeit ist hier also eher nicht geboten, dafür klingt man einfach zu sehr nach den Briten. Düstere Atmosphäre hier, Dani Filth-alike-Schreie da, die symphonischen Arrangements könnten exakt so von CoF stammen, die Gitarren bleiben mehr oder minder bedeutungslos. Aber insgesamt muss man Tvangeste zugutehalten, dass sie nicht völlig durchschnittlich sind, sondern hin und wieder wirklich gute Momente in ihre überlangen Songs einbauen. So überraschen einen immer wieder melancholische Solo-Geigen, eine angenehme Frauenstimme und ruhige, abwechslungsreiche Momente. Davon sind es allerdings zu wenig, um hier mehr als 6 solide Punkte rauszuhauen. Dazu gesellt sich noch eine arg durchschnittliche Produktion, womit man aber immerhin der Song-Qualität der Band passend nahe kommt. Die Drums sind zu weit in den Vordergrund gemischt und so übertüncht die Bass-Drum mühelos Gitarren und Symphonik und auch der Dani Filth-Gesang hätte ein wenig weiter in den Hintergrund gepasst. Letztendlich ein bedeutungsloses Metal-Werk, ohne das man imo gut überleben kann.

    6/10