Unchallenged Hate - New Hate Order

Review

Schonmal einen Panzer von Porsche gesehen? Nein? Ich auch nicht, aber zumindest habe ich eben einen solchen vorbeirauschen hören, und das über fast eine Dreiviertelstunde. UNCHALLENGED HATE aus der KREATOR-Terrorstadt Essen dümpeln bereits seit etlichen Jahren im deutschen Underground herum. Das hört man den Jungs auch in jedem Fall an, und zwar im positiven Sinne. Hier greift ein Rädchen ins andere, alles scheint aufeinander abgestimmt und entsprechend ausgeklügelt zu sein. Mit ihrem vierten Album “New Hate Order“ ist das Quartett nun auch bei mir angekommen und ich muss vor soviel brutaler Präzision schlichtweg den Hut zücken, sofern ich denn einen tragen würde.

Gerade an den Gitarren liegen für UNCHALLENGED HATE viele positive Impulse begraben. Schließlich bedient die Saiten mit Robert Nowak auch ein szenebekannter Musiker, der unter anderem bereits für JACK SLATER oder JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE gewütet hat. An dieser Stelle bleibt man als Hörer phasenweise einfach nur überrollt sitzen, denn die teilweise echt mächtigen Riffs fahren dir einfach nur derart über das Rückgrat, dass der Schmerz auf masochistische Art und Weise genießbar, ja fast schon ekstatisch wirkt. Das macht schließlich auch das Bindeglied der Ähnlichkeit zu BENIGHTED aus, die mit kompromisslosem Death Metal mit einer merklichen Prise Grind ganz analog vorgehen.

Und das wohlgemerkt tatsächlich auch in qualitativer Hinsicht. Nur ganz selten darf man mal ein paar Sekunden Luft holen, um dann direkt wieder vom ultrastarken Fahrtwind mitgerissen zu werden. Eigentlich markiert erst “The Three Beasts“ die erste etwas ausgiebigere Verschnaufpause, die allerdings mit dem nachfolgenden Brecher “Laid To Waste“ wieder in Schall und Rauch verwandelt wird. Auch die tiefen Röchelgrowls von Sänger Tobias passen in Verbindung mit dem Screamwechsel sehr gut ins Gesamtbild und runden das Album weiterführend ab. Hinsichtlich der Songlänge hat man sich offenbar für Kürze und Knackigkeit entschieden – richtig so, knallt kurzweilig aufs Nest und offenbart nur wenige Längen. Für mich eine, wenn nicht die, bisher positivste Überraschung des Jahres. Wer steht auch nicht auf blutige Überraschungseier?

16.06.2012

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