Void Rot - Descending Pillars

Review

Die noch junge Death/Doom-Band VOID ROT aus den USA hat 2018 die EP „Consumed by Oblivion“ vorgelegt, die in unserer Redaktion schon Lob erhielt. Anfang 2020 folgte eine Split mit ATAVISMA.  Nun steht mit „Descending Pillars“ das Debüt an. Fieser, atmosphärischer Death/Doom wie FUNEBRARUM oder die unterschätzten DISEMBOWELMENT wird im Promoschreiben angekündigt? Das klingt doch schon mal fein, Cover passt auch!

VOID ROT können fies und kriechend…

VOID ROT können jedenfalls schleppend und auch böse, so viel muss man ihnen lassen. Es gibt kleine, ambientmäßige Zwischenspiele bei einigen Songs als Intros oder Outros, die auch der Atmosphäre zuträglich sind. Auch die Produktion ist druckvoll, aber nicht zu klinisch und unterstützt die herabziehende Stimmung gut. Großartige Überraschungen oder Höhepunkte vernimmt man in den knapp 40 Minuten von „Descending Pillars“ aber leider keine.

Ernüchterung stellt sich also ziemlich schnell ein. Zu gleichförmig, zu spannungsarm bleibt das Material. Statt Horror-Soundtrack eignet sich „Descending Pillars“ somit eher als unaufdringliche Hintergrundbeschallung. Gänsepelle ob einer guten Death/Doom-Atmosphäre ist da eher Fehlanzeige. Es geht mal kurz mit Mid-Tempo-Blasts als Abwechslung wie in „Upheavel“ weiter, wirklich über Schnitt heben solche kleinen Spielchen das Album aber nicht. Dazu klingt alles viel zu gleichförmig und wie eine Sauce… kein cooler Lavabrei, der sich wie gewollt bei Death/Doom-Acts entfaltet, sondern eher zäher Kartoffelbrei. Nicht „The Weight Of A Thousand Suns“, sondern eher das erdrückende Gewicht der Langeweile über Dauer.

… viel mehr bietet „Descending Pillars“ aber auch nicht

Denn die „Trickkiste“, aus der VOID ROT doch gerne auf ihrem Debüt nach Kollege Erbas hätten greifen sollen, gibt es auf „Descending Pillars“ schlichtweg nicht. So fragt man sich des Öfteren, ob man diese Riffs nicht fast genauso in dem vorigen Song gehört hat. Wenn ein Sechs-Minüter gefühlt langsamer vergeht als die halben Epen mit der doppelten bis dreifachen Spielzeit von ATRAMENTUS, macht man als Band irgendwas falsch. Somit ist die relativ kurze Spielzeit von 40 Minuten sogar als Pluspunkt zu nennen. Schade, denn die Voraussetzungen für eine wirklich tolle Death/Doom-Band bieten VOID ROT in den Grundzügen: Instrumentale Fähigkeiten, bedrohliche Atmosphäre, passende Produktion. Jetzt müssen die Jungs nur noch lernen, vernünftige Songs zu schreiben. „Descending Pillars“ ist eher nur was für beinharte Genre-Fans. Um mal Ewiggestrige zu zitieren: „Das Demo war besser!“. Ist hier leider  – in Form der EP – wahr.

28.08.2020

- What is Gods favorite chord? - Gsus

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