Wacken Open Air - Live At Wacken 2012

Review

„LIVE AT WACKEN 2012“ ist ein dreifacher Rückblick, direkt aus dem Hause Wacken. Genauso bunt und hochwertig wie das Festival selbst, fällt natürlich auch die Zusammenstellung der drei Scheiben aus. HAMMERFALL machen den Anfang, bedanken sich für die Möglichkeit auf dem geilsten Festival der Welt zu spielen und starten mit „Bang Your Head“, dass sorgt bei Festival-Profis schon für einen kleinen Schmunzler.

Vom Umfang her gibt „LIVE AT WACKEN 2012“ die absolute Vollbedienung und für jeden Metalfan dürfte (mindestens) ein Highlight dabei sein. Der härteste Acker der Welt kommt auf der DVD allerdings manchmal nicht ganz so gnadenlos und feierwütig rüber, wie es per Promo immer gerne vermittelt wird. Generell sind die weitläufigen Aufnahmen nicht so spektakulär wie diese, die den harten Kern nahe der Bühne einfangen oder im kleineren Kreis gefilmte Performances. Auf Wacken, und somit auch auf dem DVD-Package, gibt es Kleines und Großes in unterschiedlichem Rahmen zu bestaunen. Manches steckt an, anderes lässt komplett kalt und spiegelt so gar nichts von der hochgelobten besonderen Wacken-Atmosphäre wieder. Die Spielfreude von TESTAMENT  springt den Zuschauer direkt aus der Glotze heraus förmlich an und sorgt im heimischen Wohnzimmer für Bewegung, RED FANG reißen ihre räudigen Stücke runter und man kann den Schweiß und die Bierleichen schon fast riechen, DJERV wurden mit „Headstone“ leider nur ein Song gegönnt, MOONSPELL spielen einige (teils schräg umgesetzte) akustische Versionen, SAXON überzeugen wie immer vor vollem Platz („Hammer Of The Gods“!), SCHANDMAUL bitten die Menge zum Tänzchen und deren Flötenklänge werden wohl auch auf ewig Geschmackssache bleiben. Die Sehnsucht nach dem nächsten Festivalsommer wecken natürlich in erster Linie die Auftritte der Headliner und die der Pit-Magneten. Man kann von VOLBEAT denken was man will, der Auftritt ist richtig großes Kino und wohl die beste Aufnahme der letzten Jahre (Schrei mich an Poulsen!), der Sound ist durchweg super, lediglich der Schnitt ist nicht immer gut gelungen.

Die Vielfältigkeit von Wacken hat auf der DVD genau die gleichen Vorteile und Nachteile, wie auf dem Festival selbst. THE BOSS HOSS folgen auf TESTAMENT und RED FANG auf RIOT GOD. Kaum einer wird jedem Act etwas abgewinnen können und sicherlich können auch nicht ausschließlich die besten Auftritte auf den Silberlingen gelandet sein. CRADLE OF FILTH bei strahlendem Sonnenschein transportiert schon eine gewisse Lächerlichkeit, dafür ist der verregnete Auftritt von SUFFOCATED und deren Spielfreude sehr charmant, WATAIN und MACHINE HEAD sind leider gar nicht dabei. Einerseits ist es schön, dass die Musik im Vordergrund steht. Andererseits frage ich mich, warum Holger Hübner und Thomas Jensen nicht selbst die Chance nutzen den scheußlichen „TV-Reportagen“ eine schöne, echte Dokumentation über das Festival, den Zeltplatz und die Fans entgegenzusetzen. Als Bonus gibt es zwar den kurzen Mood-Film, der aber für Neulinge nicht wirklich den Charme des Festivals zeigt. Nur die üblichen Wacköööööööööön-Schreie, auf Kommando gezückte Pommesgabel und einen Haufen Langhaariger, die in ein verschlafenes Dorf einfallen und sich zu grandioser Mucke in Schlamm und Pfützen wühlen… Ach ne, Moment- genau das ist ja Wacken! Mit knappen 2 Minuten ist der Clip aber trotzdem viel zu kurz geraten.

„LIVE AT WACKEN 2012“ ist ein perfekter Querschnitt durch das Festival, für Jeden der wissen möchte, was 2012 im Metal-Sektor angesagt war und natürlich eine tolle Erinnerung für Alle, die dort waren. Wer fleißig jede Ausgabe sammelt, wird in einigen Jahren eine tolle Dokumentation über die Entwicklung unser aller Lieblingslingsmusik haben. Falls sich also Mama, Papa, Opa oder Oma auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk für die Nachkommen zu uns verirrt haben – Kann man kaufen, macht auf jeden Fall Freude! Fast3r:Hard3r:Loud3r!

01.12.2013

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