
Vor drei Jahren veröffentlichten WALK IN DARKNESS ihr letztes Album „Leaves Rolling In Time“. Es überzeugte teilweise, offenbarte aber auch Verbesserungspotenzial. Mit „Gods Don’t Take Calls“ steht nun der fünfte Streich der Italiener an, die weiterhin als anonymes Trio mit Nicoletta Rosellini am Gesang firmieren. Schlägt sich das Album besser als sein Vorgänger?
WALK IN DARKNESS schielen stärker in die symphonische Richtung
War der Vorgänger noch eindeutig im Gothic Metal verwurzelt, binden WALK IN DARKNESS auf „Gods Don’t Take Calls“ deutlich mehr symphonische Elemente ein. Die orchestralen Arrangements treten stärker in den Vordergrund, und der Opener „Nico Rising“ ist ein erstklassiger Symphonic-Metal-Banger. Danach wird es zunächst etwas getragener, doch auch Stücke mit zurückgenommenem Tempo wie „No Banners No Glory“ bieten reichlich Pomp. Wenn das Lied zum Ende hin Fahrt aufnimmt, stößt die Gruppe beinahe in Regionen von WITHIN TEMPTATION vor.
Die pointiert eingesetzten Growls stehen den Italienern gut zu Gesicht. Ein Track wie „Chasing The Horizon“ lebt vom Zusammenspiel ruhiger Strophen und aggressiver Refrains. Nicoletta Rosellini zeigt auf diesem Album erneut ihre Qualitäten: Von klarem Gesang über beeindruckend hohe Töne bis hin zu dezent verfremdeten Passagen ist auf „Gods Don’t Take Calls“ alles vertreten. Wie schon bei ihrer anderen Band ALTERIUM ist die Sängerin ein zentraler Bestandteil des Klangbildes.
„Gods Don’t Take Calls“ wird für Booking-Anrufe sorgen
Der Albumtitel bezieht sich zwar nicht auf die Band, doch WALK IN DARKNESS positionieren sich mit ihrem fünften Album deutlich stärker auf der Landkarte zwischen Gothic und Symphonic Metal. Im direkten Vergleich wirken die neun Songs stimmiger, vielseitiger und interessanter. Für den Symphonic-Olymp à la EPICA reicht das zwar noch nicht, für einen guten Platz im oberen Mittelfeld jedoch allemal.

Walk in Darkness - Gods Don'T Take Calls
Jannik Kleemann































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