Walking Dead On Broadway - Slaves

Review

Galerie mit 14 Bildern: Walking Dead On Broadway - live in Stuttgart 2019

WALKING DEAD ON BROADWAY stampfen mit „Slaves“ böse auf und begrüßen uns in feinster Si-Fi-Manier mit heruntergelassener Raumschiffklappe – Ready for self-destruction? Da können ihre Genre-Kollegen FIT FOR AN AUTOPSY oder CHELSEA GRIN sich weiterhin wehren, wild zappeln und noch mit dem Finger schnipsend die Frage nach der „Innovation“ in den Raum werfen. Die Herren aus Leipzig wollen die Stadt einfach nur brennen sehen. Und mal unter uns – manchmal muss das einfach auch sein und geradeaus nach vorne ist in der  Regel der effektivste Weg.

Sperrt mal jemand die Kreischköppe weg?

Der massive Druck, mit dem WALKING DEAD ON BROADWAY starten, zeigt Wirkung und sorgt für Aufmerksamkeit. Dabei klingt „Slaves“ schon sehr nach Baustelle, es werden Riffs am Fließband gesägt, während das Schlagzeug den Presslufthammer imitiert und nebenbei der Bass den Mageninhalt wie ein fleißiger Betonmischer in Wallung hält. Darunter mengen sich Synthies, die dem ohnehin schon fiesen Grundtenor noch etwas mehr faulige Atmosphäre zur Unterstützung blasen. Gerade die sind als Einstieg in die Songs häufig lieblos gestaltet, stolpern wie ein buckliger, schielender Gnom orientierungslos in den Raum und werden von einer instrumentalen Gewaltorgie ohne jeglichen Zusammenhang oder gar Übergang niedergetrampelt. In den Songs selbst platziert, wirken sie allerdings bereichernd.

Entgegen der offensiven Zwischenüberschrift sind es natürlich auch genau die „Kreischköppe“, auch Sänger genannt, mit denen WALKING DEAD ON BROADWAY wirklich angeben können. Wenn das Lügeninternet tatsächlich mal die Wahrheit sagt, dann kommen die Urtiefen genauso wie die Pig-Squeals von Sänger Robert Horn – eine beeindruckende Leistung!

Bei all der Geradlinigkeit, sollte die Abwechslung trotzdem nicht zu kurz kommen, da sich ansonsten zwangsläufig Langweile einstellt. Leider tappen WALKING DEAD ON BROADWAY nicht selten, genau in die eigens aufgestellte Falle. „Haunted“ startet hoffnungsvoll, ist um Tempowechsel bemüht und weist trotz kreativer Ansätze unter Strich mehr flaches Gekloppe als packende Action auf. Gleiches kann man für „Scapegoat“ bescheinigen, einige klaustrophobische Synthies reichen nicht aus, da sind es eher die moshbaren Death-Metal-Parts, die Bewegung in die Bude bringen.

Wer seinen Deathcore gerne ohne Umschweife auf den Punkt mag, ist hier richtig

Auch beim elegischen „01110010“ will man nach dem akustischen Gitarrenintro noch überheblich abwinken, wird dann aber eines Besseren belehrt. Die instrumentale Insel kommt nicht nur zur richtigen Zeit, sondern setzt auch noch nötige Spitzen und intensiviert den nächsten brachialen Hammer. „Slaves“ profitiert in gewisser Weise von der Kargheit im Sound und den sehr sterilen Kompositionen, schnörkelige Harmoniebögen wären hier auch fehl am Platz.

Doch leider haben WALKING DEAD ON BROADWAY auch jegliche Höhepunkte spärlich gesät, denn das das instrumentale Stück „01110010“ das nachhaltigste Stück der Platte ist, kann nicht der Plan gewesen sein. Die Vorgehensweise mag kurz zünden, geht aber auf Kosten der Nachhaltigkeit. WALKING DEAD ON BROADWAY demonstrieren aber damit, dass sie kompositorisch doch stark sind und ihren Deathcore wohl genauso rustikal und in gewisser Weise auch charmant-stumpf haben wollen, wie man ihn auf „Slaves“ hören kann.

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04.11.2016

Der metal.de Serviervorschlag

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