Warrel Dane - Shadow Work

Review

“Then I became the king
and the children began to sing”
– Warrel Dane, “As Fast As The Others”

Am 13. Dezember verstummte eine der charismatischsten Stimmen im Heavy Metal: Warrel Dane, seines Zeichens ehemaliger Frontmann von SANCTUARY und NEVERMORE, verstarb unerwartet an einem Herzinfarkt während der Arbeiten zu seinem zweiten Solo-Album im brasilianischen São Paolo. Nun, da sich Danes erster Todestag jährt, veröffentlicht Century Media die Aufnahmen unter dem Titel “Shadow Work”, die von seinen brasilianischen Mitmusikern sowie dem Artwork-Künstler Travis Smith fertiggestellt wurden.

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Ursprünglich als 80-minütiges Monumental-Werk geplant, finden sich auf “Shadow Work” lediglich knapp 42 Minuten verteilt auf sieben Songs nebst Intro, die aber schon in dieser verkürzten Fassung eine deutliche Abkehr des Sounds auf WARREL DANEs erstem Soloalbum zeigen. “Shadow Work” ist bei weitem nicht so reduziert und geradeheraus gestrickt wie sein Groove Metal- und fast Alternative-lastiger Vorgänger, vielmehr thrashig, technisch anspruchsvoll und komplex mit viel Fokus auf filigraner Solo- und Drum-Arbeit und, so kann allenfalls vermutet werden, als progressive Power- und Thrash-Rückkehr zu NEVERMOREs Glanzjahren konzipiert gewesen. Auch wenn jeder Song für sich stehen kann, nichts wirklich fragmentarisch erscheint und “Shadow Work” keine Ansammlung bloßer Demo-Tracks ist, lässt sich allenfalls erahnen, in welche Richtung Dane sein Schiff steuern wollte.

Kann „Shadow Work“ Warrel Dane gerecht werden?

Viel schwerer wiegt jedoch, dass Dane zu Lebzeiten seine Vocal-Tracks nicht vollenden und sein Gesang postum nur aus Vor-Produktionen und Studio-Sessions verwendet werden konnte. “Shadow Work” weist natürlich auch die großen hymnischen Refrains auf, die so passgenau wie eh und je auf Dane zugeschnitten sind. An der vollen dramatischen Tragweite seiner Stimme aber kratzen lediglich “Madame Satan” und “As Fast As The Others” sowie mit Abstrichen “Rain” und das THE CURE-Cover “The Hanging Garden”, mit dem Dane abermals sein Faible für Gothic-Pioniere bezeugt. Überwiegend ist merklich im Entwicklungsstadium befindlicher, fast erzählerischer Gesang zu hören als auch von Dane bisher nie gekanntes, wobei unklar ist, ob gedoppelter Gesang, Chöre und gar Growls zum ursprünglichen Plan gehörten oder schlicht aus der Not heraus verwendet worden sind.

Entsprechend mag es streitbar sein, ob eine EP mit den stärksten Momenten nicht auch ihren Zweck erfüllt hätte. Dahingehend kann “Shadow Work” einem wie auch immer begründeten Anspruch wohl nie gerecht werden, einen Warrel Dane in Bestform zu zeigen. Dann aber wiederum sind diese 42 Minuten wahrscheinlich das letzte unveröffentlichte Material Danes und seinen Mitstreitern kaum der Vorwurf zu machen, sie hätten nicht ihr Möglichstes versucht, Danes letztes musikalisches Geleit so adäquat zu seinen Ehren gereichend wie möglich zu gestalten. Es war einfach nur nicht mehr Stimme da.

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21.10.2018

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