Way To Bodhi - Eyed And Spied

Review

WAY TO BODHI aus Stuttgart nennen sich ganz unbescheiden die „tiefste Band der Welt“ und bringen mit „Eyed And Spied“ ihr Debüt an den Mann. Ganz ohne Grund prahlt die Band nicht, haben sie doch den Weltrekord für die tiefste Stimmung ihrer Instrumente aufgestellt – die hängen etwa in Höhe der Knöchel, so tief wummern die Saiten. Laut Pressemitteilung handelt es sich bei den Instrumenten und Verstärkern um Spezialanfertigungen. Und im Beiheft sind neben technischen Daten wie Frequenzspektrum auch Sicherheits- und Warnhinweise angegeben, die mitunter indirekt davon abraten, „Eyed And Spied“ mit Kopfhörer einzunehmen und empfehlen, die Lautstärke nach und nach zu erhöhen.

Diese Hinweise solltet Ihr für bare Münze nehmen, denn schon nach wenigen Sekunden fliegt einem das eröffnende „Living On H“ um die Ohren. WAY TO BODHI bringen Euren Darmtrakt in Wallung und sorgen dafür, dass Ihr wie im Flugzeug regelmäßig den Druck in Euren Ohren ausgleichen müsst. Wer an seine eigenen Grenzen gehen und wissen will, was musikalisch alles möglich ist, der sollte „Eyed And Spied“ auf jeden Fall antesten.

Allerdings steckt hinter dem Gewummer mehr als nur Effekthascherei. Tatsächlich haben es die Stuttgarter sogar geschafft, ein paar echt gute Songs zu schreiben. Hauptzutaten sind höllische Grooves, peitschende Rhythmen, elektronische Samples, natürlich tiefer gelegte Gitarren und Bässe sowie Hardcore- und Death-Metal-typisches Gekeife, Gekotze und Gebrüll. Apropos: Dieses wird seltener durch klare Gesänge oder Chöre abgelöst. Es passiert unregelmäßig, funktioniert aber gerade deswegen umso besser – man höre „Marching On“. Eine beeindruckende Vielfalt wird auf „Eyed And Spied“ geboten, was angesichts des Hauptfeatures von WAY TO BODHI eine stattliche Leistung ist.

Natürlich mussten bei dem basslastigen Sound Abstriche gemacht werden. So verharren die meisten Songs in der gleichen Tonlage bzw. wirken eben so, als würden die Musiker nur die gleichen Töne spielen. WAY TO BODHI kompensieren dieses Manko weitestgehend mit der sehr abwechslungsreichen Rhythmik. Dennoch lässt sich der Eindruck der Eintönigkeit nicht vermeiden. Letztendlich bleibt „Eyed And Spied“ aber ein überraschend starkes Album, das nicht nur aufgrund des Weltrekordes für Technikfreaks interessant sein dürfte. Auch Fans industriellen Death Metals kommen auf ihre Kosten. Die Stuttgarter haben ihren ganz eigenen Stil entwickelt und sollten nun alles daran setzen, diesen zu perfektionieren.

Eine kleine Anmerkung zum Schluss: Die Qualität des beigefügten youtube-Videos ist nicht repräsentativ für die Qualität des Albums – nicht, dass Ihr Euch das nicht hättet denken können. Tatsächlich hört man „Eyed And Spied“ aber am besten auf CD (vermutlich noch besser auf Vinyl). Auch darauf wird im Beiheft hingewiesen. Junge, WAY TO BODHI haben echt an alles gedacht…

29.06.2015

Sitzt, passt, wackelt, hat Luft.

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