Xenogramm - 37 Hours

Review

XENOGRAMM, das ist eine Gruppe von Wissenschaftlern aus dem 93. Jahrhundert, stationiert auf dem, was von der Erde übriggeblieben ist, nachdem sie rund 7000 Jahre lang vergessen war. Dieses Album wird uns nun aus der Zukunft zugeschickt, da man hofft, etwas mehr Popularität in der Zukunft zu bekommen, wenn man heute schon, also in der Vergangenheit, berühmt wird, um die große Geschichte von der Herkunft der Menschheit auch im 93. Jahrhundert noch weitererzählen zu können.

Klingt verwirrt? Jo. Ist aber witzig (im Presseflyer, aus dem die o.g. Informationen stammen, wird z.B. in zwei sehr amüsanten Fußnoten noch darauf hingewiesen, dass bei der Re-Transformation der Musik in unsere heutige, steinzeitliche Technologie ein bisschen Wumms verlorengegangen ist, und man bittet uns aus eigennützigen Gründen darum, NICHT zu versuchen, die Zukunft zu ändern), sympathisch und lässt auf Musik jenseits der längst ausgetrampelten Pfade hoffen.

Und tatsächlich können XENOGRAMM damit punkten, dass ihre Mucke in dieser Weise bisher noch nicht allzu oft gehört worden sein dürfte. Basierend auf einem Death-Metal-Grundgerüst, packen die Sci-Fi-Historiker noch diverse melodische Versatzstücke, progressive Songstrukturen und allerhand Ideen von wunderschön (das Piano am Ende von „The Infinity Room“) bis abgedreht (man höre den Mittelteil von „Desperate Measures“ oder den Rock’n’Roll-Anfang von „Purification“) in die fünf Stücke von „37 Hours“.

Dieses Album aus der Zukunft ist sicherlich nicht das Schlechteste, was der progressiv-experimentelle Sektor des Death-Metal-Genres zu bieten hat, muss sich aber auch den einen oder anderen Kritikpunkt gefallen lassen: Wer sich so ein Bandkonzept ausdenkt und scheinbar auch über das Köpfchen verfügt, Witze über Zeit-Diskontinuitäten zu machen, von dem hätte ich erwartet, er hätte auch für die Musik ein entsprechendes Konzept angepackt. Leider findet man so ein Konzept auf „37 Hours“ lediglich auf rein textlicher Seite, musikalisch hat man das Gefühl, hier würde lediglich Song an Song gereiht. Daran anschließend auch der zweite Kritikpunkt: Nicht nur von Song zu Song, auch von Songpart zu Songpart wird hier zum Teil einfach nicht genug auf die Wirkung geachtet. „37 Hours“ mag unter dem Strich verrückt, mal was anderes und vor allem herrlich sympathisch sein, aber es macht es einem auch nicht leicht, in das Album „hineinzufallen“ – der rote Faden, der atmosphärische Flow des Albums ist einfach nicht konsequent zuende gedacht worden. Schade, denn einige Zuckerparts haben die Herren aus der Zukunft durchaus in der Tasche.

04.02.2013

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