Yorblind - Blind... But Alive

Review

Es gibt Bands, die machen es einem leicht. Entweder sind sie richtig gut, ober eben richtig schlecht. Und dann gibt es Bands wie die Pariser YORBLIND, die auf ihrem dritten Output „Blind… But Alive“ nahezu jedes Klischee des modernen und progressiven Death Metals verwursten und qualitativ dabei derart schwanken, dass man schon mal Kopfschmerzen bekommen kann. Irgendwo zwischen EXTOL, DIVINITY und DESTINITY spielen YORBLIND ihren Death Metal.

Machen wir uns nichts vor: „Blind… But Alive“ ist ein ziemliches Durcheinander. Die Songs sind zwar weitestgehend strukturiert, aber YORBLIND haben wirklich mit aller Gewalt versucht, jeden Aspekt des Death/Thrash in ein Album hinein zu quetschen. Das Ergebnis ist ein musikalischer Flickenteppich, der in seinen besten Momenten ganz passabel und in seinen schlimmsten unorganisiert und langweilig ist. Nicht, weil die Musik per se schlecht ist, mitnichten. Eigentlich haben YORBLIND sogar das Zeug dazu, eine echte Underground-Größe zu werden. Aber das Talent, das man den Franzosen beim besten Willen nicht absprechen kann, läuft größtenteils ins Leere.

Das größte Manko von „Blind… But Alive“ ist der Mangel an Konsistenz. YORBLIND wissen einfach nicht, wo sie mit ihrem Death Metal hinwollen. Dadurch fühlen sich viele Passagen des Albums gezwungen an – die redensartliche „angezogene Handbremse“ kommt da in den Sinn. Die Produktion ist zwar okay, aber sie versäumt es, den Songs richtig Bumms zu verleihen. Gleiches gilt für das Songwriting. Gute Musiker sind YORBLIND durchaus, aber sie können einfach keine guten Songs schreiben. Nicht ein Moment auf dem Album schreit „Wir sind YORBLIND!“, die Stücke wirken unausgegoren und wie von anderen (besseren) Bands zusammengeklaut. Und manchmal – aber wirklich nur manchmal – spielen die Herren auch fernab der Rhythmik.

„Blind… But Alive“ fühlt sich an wie ein Selbstfindungstrip, der jedoch – zumindest aus Sicht des Hörers – ohne Ergebnis bleibt. Der Versuch, sich eine Identität zu erspielen, gelingt hier aller Bemühung zum Trotz nicht. Allerdings hat die Scheibe doch so ihre Momente. Das thrashige „Genesis“ ist definitiv das Highlight der Platte, aber auch „I Am Not“ sowie „The Exploited “ können durchaus überzeugen. „Blind… But Alive“ macht es einem Rezensenten wirklich schwer: In dem Moment, in dem man die Hoffnung aufgegeben hat, erblickt man einen Silberstreif am Horizont, und man beginnt, an einigen der Ideen von YORBLIND Gefallen zu finden. Vielleicht hat man zu dem Zeitpunkt aber auch einfach nur die eigenen Ansprüche gesenkt. Aber das dritte – das vermaledeite dritte Album von YORBLIND – es ist beim besten Willen kein gutes Album. Es gab allerdings auch schon schlechtere, viel schlechtere Alben…

08.04.2015

Sitzt, passt, wackelt, hat Luft.

Der metal.de Serviervorschlag

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