Kreon
Song By Song zum Demo

Special

Mit Mark (Gitarre) und Morti (Vocals)

Kreon

Charnel Beings

Mark: „Charnel Beings“ ist der erste KREON Song, den ich geschrieben habe, ohne dabei auf alte Riffs aus Songwriting Sessions der FUTURE FATE (Vorgängerband, Anmerk.d.Verf.) Ära zurück zu greifen. Allerdings funktionierte er in seiner Urversion nicht besonders gut und er musste komplett neu arrangiert werden. Das geschah damals direkt im Proberaum und größtenteils auf Druck von Marco, der an der Urversion so einiges zu bemäkeln hatte. Nachdem ich den Song schon fast aufgeben wollte, kamen zuletzt aber doch endlich brauchbare Ideen für das Songarrangement und heraus kam die heutige Version. Anfangs haben sich Marco, Claas und ich (Stefan war noch nicht dabei) beim Spielen dieses Songs immer gut schwer getan, weil’s für die Anfangstage schon ein ziemlich schwerer Brocken von Song war. Mit „Charnel Beings“ ist aber durchaus ein hervorragender Opener auch für Live-Gigs entstanden.

Morti: Yeah! Auf Eins rein! Hier hatte ich noch richtig leichtes Spiel mit dem Vertexten, großzügig bemessene Strophen halt. Später hat sich das sehr geändert. Der Text ist ne klassische Gothic Horror Story über einen Leichenfresser, der grabraubender Weise ein quick „lebendiges“ Leichenwesen ausbuddelt – ein Ghoul? Die Freude ist einseitig, erzählt wird als Monolog des Monstrums … Mit diesem Song als Opener beginnt die CD auf dem Friedhof, wo sie mit A.I.P. auch wieder endet.

The Troll

Mark: Diesem Song liegt die Idee eines relativ symmetrischen Songaufbaus zugrunde. Die Mitte des Songs bildet sozusagen eine quasi Spiegelachse, auch wenn kein Riff rückwärts gespielt wird. „The Troll“ beinhaltet noch ein einzelnes Riff aus einem alten FUTURE FATE Song und ist insgesamt der dritte, den ich für KREON geschrieben habe. Alles in allem ging das Songwriting für dieses Stück relativ locker von der Hand. Was allerdings erst später zu dem Song dazu kam, war das Solo, wozu ich zunächst erstmal keine Ideen hatte.

Morti: Ja, hier beginnt die Abwanderung hin zu spannenderen Songaufbauten. Eine richtige Geschichte wird hier nicht erzählt, eher versuche ich, eine Ahnung vom Leben mit Schizophrenie zu vermitteln – in knappen Auszügen und Andeutungen. Ein noch stark ausbaubares, spannendes Thema. Wer weiß, eines Tages kommt der Troll vielleicht sogar zurück und flüstert mir neue Geschichten from beyond …

The Wanderer And The Goat

Mark: Tja, dieser Song ist ein uraltes Stück mit einem mehrjährigen Werdegang bis hin zu der Version, die heute die Endversion bildet. Bereits 1999 habe ich beim Songwriting für FUTURE FATE den Grundstein für die heutige Version gelegt. Zwar klang die erste Version dieses Songs noch gänzlich anders, aber 2002 stand nach erster gründlicher Überarbeitung die Rohversion vom Wanderer in der FUTURE FATE Fassung. Aufgrund einiger Unzulänglichkeiten seitens der alten Band war die FUTURE FATE Fassung allerdings in meinen Augen immer nur eine Kompromissfassung, weshalb ich 2003 entschied, diesen Song für KREON in seine endgültige und eigentlich schon für FUTURE FATE gedachte Version zu bringen. Weiter handelt es sich beim Wanderer um den ersten wirklichen Versuch einen abwechslungsreichen Song zu schreiben. Das der Wanderer heute so klingt, wie auf der vorliegenden Aufnahme, liegt zum Großteil auch an Stefan, der für die Gitarrenleads im Chorus verantwortlich ist.
Wenn ich an FUTURE FATE zurück denke, fällt mir immer wieder ein, wie schwer sich unser damaliger Sänger damit getan hat hierfür einen Text zu schreiben und Gesang einzuarbeiten. Wenn ich ehrlich bin, bin ich froh, dass es keine Aufnahme dieses Stückes aus der FF-Zeit gibt, da ich den Text nicht besonders mochte, zumal er auch noch auf deutsch war, was mir wiederum gut gegen den Strich ging. Ich bin froh, das Morti es geschafft hat diesem Song ein schönes lyrisches Thema zu verpassen und eine wunderbare Gesangslinie ausarbeiten konnte, denn endlich klingt das Stück so, wie es immer klingen sollte.

Morti: Dadaaa! War, glaub ich, mein erster KREON–Text … Und wieder mal Classic Horror. Diesmal eine kleine Reminiszenz an die großartige Sprache und das Werk H.P. Lovecrafts. Ein Wanderer trifft des nachts und mitten in den Wäldern von Providence auf das Wiedererwecken der Großen Schwarzen Ziege mit den tausend Jungen. Grusel, Verzückung, Orgie … in welchem Kontext kann man schon so herrliche Phrasen wie „the gobbling black goat“ oder „sluggish moonbath“ aushecken oder Leichen masturbierend durch die Gegend zucken lassen? Es ist ein faszinierendes Feld, zu versuchen, Sprache elegantest möglich zu verschmutzen, so wie dereinst Primus Lovecraft …

The Relic

Mark: Über die Entstehung von „The Relic“ kann ich nur so viel sagen: Stefan hat ihn geschrieben und er hat sich viel Zeit gelassen, diesen Song zu Ende zu bringen. Lange haben wir bei den Proben immer nur die erste Hälfte des Stückes gespielt, bis er endlich eines Tages mit der zweiten Hälfte des Songs ankam, vermutlich, weil er die zweite Hälfte auch erst später geschrieben hatte. Für mich war dieser Song eine Herausforderung und ist sie zum Teil noch heute, da er eine recht schwierige Passage beinhaltet.
Was aber diesen Song noch viel interessanter für mich macht, ist die Tatsache, dass dies der erste Song ist, den ich gespielt habe, den ich nicht selbst geschrieben habe (sieht man von Coverversionen ab) und an dem ich beim Schreiben auch nicht mitgewirkt habe. Überrascht hat mich an diesem Stück dazu noch, wie gut er sich in das andere Material eingefügt hat, schließlich war dies der letzte Song, der vor den Aufnahmen gemacht wurde und der erste, den Stefan mit in die Band brachte, nachdem wir im Viererverband ja bereits ein halbes bis dreiviertel Jahr Vorsprung im Songwriting hatten.

Morti : Jahaaaa: und hat Kassi die Prüfung nicht tadellos bestanden? Eine echte Wuchtbrumme, die dennoch die Chance für narratives Growlen offenhält. Der Text ist sehr persönlich und handelt von Hass und seiner schöpferischen Kraft, hahaha. Von allen Songs der CD gebe ich hier am meisten von mir Preis. Aber keine Bange – ich habe vieles mit diesem Text von mir abgestreift und tue das noch immer, bei jedem Singen des Stückes … Hier muß ich mal meinen Bandmates danken für die lyrische Freiheit, die ich sehr genieße: Manchmal ist KREON also meine Therapiegruppe.

Living Space

Mark: Der zweite Song, der für KREON entstand. Daran gearbeitet habe ich zeitgleich mit A.I.P. Zwei Riffs in „Living Space“ waren ursprünglich noch für FF angedacht, aber dazu kam es nie. Es gibt in „Living Space“ ein Riff, das Marco damals arges Kopfzerbrechen machte und wofür er lange gebraucht hat sich etwas Brauchbares einfallen zu lassen, letztendlich hat aber auch das funktioniert. Der Song wurde zum Teil im Proberaum noch nachgebessert, so bekam er im Laufe der Zeit durch kleine Änderungen am Hauptriff erst seinen rhythmisch experimentellen Charakter. Das Solo wurde viel später während der Aufnahmen auf Stefans Druck hin verfeinert und bekam so relativ spät seine endgültige Form. Das Morsen am Anfang des Songs, sowie der Funkspruch, der dem Solo hinterlegt ist, sind beides Gimmicks, die nur auf der Aufnahme zu hören sind, da sie live nicht besonders elegant umsetzbar sind. Zum Hintergrund der Gimmicks noch: Das Morsen entstand auf der Gitarre und der Funkspruch kommt von einem einfachen Diktiergerät, das ans Mikro gehalten wurde.

Morti: Unsere kleine Weltraumsaga … Ich beschreibe hier fetzenweise die erste Mars Mission um neuen Lebensraum, die natürlich derbe in die Hosen geht. Die Crew geht zum Teil an Gammastrahlen ein, der Rest fällt dem durchgedrehten Medical Officer Koren Roken zum Opfer … ja den Funkspruch hab ich zu Hause ins Diki geschnackt (mit simulierter Mark-Shelton-Nasenklammer lol) und dann beim Einsingen einfach an der richtigen Stelle das Diki ans Mikro gehalten und abgespielt. Hier habe ich auch etwas Hass hineingetan, wer genauer lauscht, stößt bei den Todesmeldungen im Funkspruch auf die Namen auserwählter amerikanischer und deutscher Politiker hahahaaa …grill em!

Aspyxiate In Peace

Mark: Der erste KREON Song überhaupt! A.I.P. ist immer noch einer meiner Favouriten und markiert für mich persönlich das Ende meiner alten Band und den Anfang von KREON. Dieser Song besteht zu ca. 80% aus Riffs, die noch zu FF-Zeiten von mir geschrieben, aber nie verwendet wurden. Lediglich zwei Riffs wurden für den Song neu entwickelt. Das Ende des Songs entstand damals zusammen mit Marco im Proberaum noch während der „Kennenlern-Sessions“, als wir uns erstmal nur aufs gerate Wohl zum Musik machen getroffen haben. Der Song in seiner heutigen Form wurde von Marco und mir gemeinsam in die gültige Version arrangiert, fertig wurde er jedoch erst im Laufe der Zeit und bekam den letzten Schliff während der Aufnahmen. Das erste kleine Solo in A.I.P. entstand auf Anregung seitens Morti, der an der entsprechenden Stelle keinen Gesang setzen wollte. Heute bin ich ihm dankbar für die Idee! Für die Melodiebögen im immer langsamer werdenden Ende ist Stefan zu danken, der sie während der Aufnahmen entwickelt hat. A.I.P. hat sich im Laufe der Zeit zum Rauswerfer eines KREON Gigs entwickelt und hat seine Position am Ende des Demos und am Ende eines Gigs nicht grundlos: Er passt einfach perfekt an ein Ende, handelt vom Ende und hinterlässt einen Eindruck vom Ende!

Morti: Zum Verabschieden nochmal über die Friedhofsmauer gespäht. Wieder einmal hat mich die Lust auf klassischen Horror gepackt, vielleicht eher im Sinne von Poe als von Lovecraft. Das gute alte Lebendig-Begraben-Thema im Kreon Gewand.
Kapellenglocke, Friedhofstor, Wehklagen als gedämmte Klangkollage im Ohr dessen, der in der dunklen Enge voller Verzweiflung auf den erlösenden Schlaf wartet …

30.09.2005

Geschäftsführender Redakteur (News-Leitung)

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