Eure Fragen an die Redaktion
Q & A (Teil 1)

Special

Ihr habt Fragen – wir die Antworten.

Nach der Festival-Saison hattet Ihr die Gelegenheit, uns Eure Fragen zu stellen. Unsere beiden Redaktionsleiter Alex und Olli haben sich gestellt und sind stellvertretend für das metal.de-Team darauf eingegangen. Wir bedanken uns für das viele Lob, das ehrliche und manchmal auch kritische Feedback und vor allem dafür, dass wir keine Hassbotschaften, Beleidigungen oder ähnliches von Euch bekommen haben.

01. Wieviel Arbeitszeit wendet Ihr für die Seite auf?

Das lässt sich schwer abschätzen, weil nicht alle Redaktionsmitglieder die gleichen Aufgaben übernehmen und sich die Zeiten eigenverantwortlich aufteilen. Ein Beispiel: Für ein Review muss man sich das Album wenigstens einmal anhören, was im Schnitt um die 45 Minuten dauert. Das Verfassen des Textes dazu, benötigt wahrscheinlich noch einmal die gleiche Zeit. Wenn du also in der Woche drei bis vier Alben besprichst, lässt sich der Zeitaufwand gut schätzen. Gleichzeitig gibt es aber auch Dinge wie Interviews, die mit Vorbereitung, dem tatsächlichen Gespräch und dem Transkribieren, also dem übersetzen der Tonspur in einen Text, locker auch mal vier, fünf Stunden dauern können. Beim Bearbeiten von Bildern und Erstellen von Galerien hängt der Aufwand natürlich von der Anzahl der Fotografien ab. Von administrativen Dingen, die im Hintergrund ablaufen, mal abgesehen.

02. Wie viele Anfragen bekommt ihr täglich/wöchentlich oder monatlich oder sucht ihr euch die Werke selbst raus, über die ihr ein Review verfasst?

Wir werden nahezu täglich mit anstehenden Albumveröffentlichungen bemustert. D. h. wir erhalten Promotionmaterial auf digitalem Weg und manchmal auch CDs oder Platten. Grundsätzlich sind das Veröffentlichungen, die wir direkt von Bands, Labels oder Promoagenturen erhalten. Oft sind das so viele, dass wir leider eine Vorauswahl treffen müssen. Wie das abläuft, könnte ein Thema für die nächste Q&A-Runde sein.

Im Turnus von zwei Wochen wird dann eine Liste mit allen verfügbaren Veröffentlichungen für die Redaktionsmitglieder bereitgestellt, die dann eine persönliche Auswahl treffen. Danach weist unser „Verteiler-Team“ die Platten zu und achtet unter anderem darauf, dass bestimmte Genres von passenden Redakteur:innen übernommen werden. Kleine Ausrutscher können bei der Menge an Bands natürlich immer mal vorkommen und jemand mit der Vorliebe für Progressive-Black-Metal muss dann ein NWOBHM-Album besprechen.

03. Finde Eure Reviews toll! Was mich interessieren würde: Hört ihr dafür ein Album immer komplett durch oder überspringt ihr auch mal einzelne Teile von Songs, wenn es mal öde, eintönig, einschläfernd… wird? Ihr macht jedenfalls einen super Job!

Vielen Dank für das liebe Feedback. Grundsätzlich arbeitet jeder im Team autark an den Artikeln und es gibt natürlich auch einige grundlegende Leitplanken. Bei der Herangehensweise um einen sachlichen und journalistisch anspruchsvollen Inhalt zu verfassen, verlassen wir uns aber auf unsere Redakteur:innen. Es wäre aber tatsächlich verwunderlich, wenn jemand in der Lage wäre, ein Album zu „bewerten“, ohne es wenigstens einmal komplett gehört zu haben.

Einzelne Songs als Momentaufnahme können schon anders wirken, als in der Gesamtheit oder im Kontext eines Konzeptalbums, bei dem diese Höhen und Tiefen oft von den Künstler:innen gewollt sind, damit eine bestimmte Stimmung transportiert wird. Eine nicht leicht zu beantwortende Frage.

04. Ist bei eurer Arbeit „lecker Bierchen im Plural“ erlaubt?

Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass gerade im musik-geschäftlichen Umfeld auch mal das ein oder andere Getränk über den Tresen wandert. Ob es erlaubt ist, mehr als ein Bierchen zu trinken, überlassen wir mal jedem selbst. Ist es ein Zufall, dass wir über die Craftbeer-Manufaktur Frau Gruber in Augsburg unser eigenes Metal Hell in Auftrag gegeben haben? Näh.

05.Arbeitet ihr hauptberuflich bei metal.de?

Nein. Oft fühlt es sich zwar so an, aber metal.de ist ein Hobby, bei dem niemand im herkömmlichen Sinn, also mit Geld, bezahlt wird.

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22.12.2025

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2 Kommentare zu Eure Fragen an die Redaktion - Q & A (Teil 1)

  1. Werner sagt:

    Morjen morjen,

    ich finde, man muß ein Album mehr als einmal hören – um es wirklich bewerten zu können – ich selber schreibe teilweise die Noten mit, um mir das Arrangement genauer anzusehen und zu analysieren –
    und konzentriere mich mehr auf einzelne Instrumente, um diese wiederum einzuordnen.

    Es geht ja nicht nur darum, ob das rockt, sondern auch im Innovation, Interpretation und Komplexität.

    Mir persönlich sind viele Reviews viel zu kurz, sagen fast nichts über die Musik, dafür jede Menge Blabla vom Promomaterial übernommen, daß mit der Review gar nichts zu tun hat.

    Welche Empfindungen werden beim Hörer geweckt, worum geht es beim Album genau, wer hat das Cover gemacht, was soll es darstellen, wie ist die Musik aufgebaut, wie gesoundet usw. – alles viel wichtiger als wer wann mit wem usw.

    Und es gibt eine Menge Alben, die schälen sich erst mit der Zeit frei – beispielsweise AHAB und Coral Tombs – ich brauchte 3 Durchgänge, bis ich halbwegs mit der Musik klar kam und mich reinversetzen konnte – bis es mich umhauten waren sicher mehr als 5 Durchgänge erforderlich – ich erinnere mich gut, den ersten Durchgang brach ich entnervt nach 3 Lieder ab, im Nachhinein für mich ein Refernzmeisterwerk, hätte ich beim ersten Durchgang ne Review gemacht – wäre es in der Kritik zerrissen worden.

    Als Reviewer unter Druck setzen, um Masse zu liefern ist der größte Fehler-
    Reviews von Vorab Promos in MP 3 zu machen ist der nächste Fehler – manches kommt erst rüber, wenn der Sound stimmt. Übersteuerungen sind bei MP 3 keine Seltenheit, da dort der Pegel eh um 2-3 db höher ist, als im Original –
    und wenn was an der Grennze ausgesteuert ist, kommt das kalte Clipping, daß die Musik vernichtet.
    Hier mal ein Beispiel, wie eine Review von mir aussehen würde:
    https://betreutes-hoeren.de/Forum/showthread.php?tid=729&pid=14670#pid14670

    Ändert aber nichts dran, daß ich um Plattformen, wie diese hier, froh bin, auch wenn mich schon manchmal nervt, mit wie wenig Demut man an die Sache rangeht und wie schnell so manches runtergehauen wird, weil noch ein Stapel weiterer Promos wartet. Unter mit Musik beschäftigen, auseinnandersetzen und analysieren und bewerten verstehe ich persönlich was ganz anderes, als das, was man im Netz findet.

    Auch sollte man aus meiner Sicht wie in professionellen Print Magazinen die Musik getrennt von der Produktion und der Innovation bewerten. Also mindestens 3 Noten vergeben: Mucke, Interpretation/Innovation und Produktion.

    Letzteres sollte man mit Meßdaten und idealerweise mit Angabe der Dynamic Range vornehmen – bei digitalen Medien auch die Bittiefe.

    Bitte nicht böse sein, aber das sind Gedanken, die ich schon immer mal loswerden wollte.

  2. Se Wissard sagt:

    Ich dagegen bin froh über einen kurzen, aussagekräftigen Text über ein Album. Ganz für mich entdecken will ich es ja noch selbst und mag es gar nicht, wenn jemand eine Platte kaputt und leer analysiert. Das les ich mir dann auch sicher nicht durch. Als nicht professioneller Musiker hab ich aber auch weder die Zeit noch die Lust so tief einzusteigen.

    Früher hab ich wahllos in Printkatalogen „klingt wie“-Anweisungen gesucht, damit ich in etwa das bekomme, was ich will. Das reicht mir oft fast schon, um reinzuhören. Um kurz Äpfel mit Birnen zu vergleichen, aber ich lese mir auch keine Interpretation eines Gedichtes durch, bevor ich nicht selber einsteige. Aber ich kann deinen Ansatz schon verstehen, halte ihn für ein Mag wie metal.de für eher unrealistisch.