Lizzard - Out Of Reach

Review

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Die Flut hochwertiger Veröffentlichungen aus Frankreich scheint derzeit kein Ende zu nehmen. Nachdem KLONE, GOJIRA und HYPNO5E (um nur einige zu nennen) in diesem Jahr bereits gute Alben vorlegt haben, präsentiert nun das 2006 gegründete französische Rock/Experimental-Trio LIZZARD mit “Out Of Reach” sein Debüt. Ihre musikalische Heimat hat die Band beim französischen Klonosphere-Label gefunden, das mittlerweile ja eine Vielzahl interessanter Experimental-Acts unter Vertrag hat.

Stilistisch geht es in den zehn Tracks recht vielseitig zu Werke: Neben deutlichen Progressive- und Art-Rock-Einflüssen finden sich in den Songs auch immer wieder Hard-Rock-Zitate. Diese Mischung funktioniert am Ende sehr gut – während Frontmann Mathieu Ricou mit seinem Gesang und Gitarrenspiel gelegentlich an Maynard James Keenan und TOOL erinnert, bilden Schlagwerkerin Katy Elwell und Bassist William Knox mit einer sehr strukturierten, sehr erdigen Rhytmusarbeit das Grundgerüst der Kompositionen.

Der Opener “Disintegrity” schmatzt sehr direkt aus den Boxen, in der Folge wechseln immer wieder dezent-vertracktes Strophen-Riffing mit melodischen Refrain-Passagen. Die Nummer kann sofort ein cooles Flair entfalten, die Grooves sitzen, der Fuß gerät unverzüglich ins Wippen. Die TOOL-Einflüsse sind dabei vor allem in der Strophe kaum zu überhören. “The Orbiter” drückt im Anschluss noch etwas mehr aufs Gaspedal, sehr cool kommen hier die rhythmisch ausgefuchste Strophe und die detailverliebte Arbeit an der Sachssaitigen. Der Titeltrack wiederum weiß mit eingängigen Melodien zu gefallen, und auch “Loose Ends” mit seinem schleppendem Groove und das instrumental gehaltene “Backslide” können das Niveau halten. Mit merklicher POCRUPINE TREE-Note und ausgefeiltem Drumming geht es bei “Fakeworld” weiter, bevor mit “Twisted Machine” der Härtegrad nochmal deutlich angehoben wird. Vor allem das Wechselspiel aus rauen Grooves und rhythmischen Finessen muss hier lobend hervorgehoben werden. Das abschließende “Tear Down The Sky” legt den Fokus wiederum eher auf ruhigere, psychedelische Klänge. Der Song mündet nach anfänglich minimalistischem Auftakt in einen ausladenden Endteil mit viel Fläche und Tiefe.

LIZZARD präsentieren sich auf ihrem Debüt erstaunlich routiniert und reif. Und auch wenn die Vorbilder der Franzosen über weite Strecken unverkennbar ihre Spuren im Sound hinterlassen haben, besitzt das Trio dennoch das nötige Maß an Eigenständigkeit und Innovation. Am Ende bleibt zu hoffen, dass den Herrschaften auch die Aufmerksamkeit zuteil wird, die sie verdienen. Für Fans von PORCUPINE TREE, TOOL, KLONE oder A PERFECT CIRCLE sowie jeden Liebhaber progressiver Rockmusik eigentlich ein absoluter Pflichtkauf.

30.10.2012

"Am Ende isses immer Arbeit."

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