Wildfire - Brute Force And Ignorance / Summer Lightning

Review

WILDFIRE waren eine NWOBHM-Band, die es in ihrer kurzen Karriere auf zwei Alben und zwei Singles gebracht hatte. Wichtigste Personalie: Sänger Paul Mario Day, welcher zu ersten Besetzung von IRON MAIDEN 1975 gehörte. Danach sang er auf dem Debütalbum von MORE, welche sich während der Aufnahmen zur zweiten LP auflösten. Zusammen mit Jeff Brown und Martin Bushell (beide STATETROOPER), sowie Bruce Bisland und Jeff Summers (beide WEAPON) wurde WILDFIRE gegründet. 1983 wurde das erste Album „Brute Force And Ignorance“, 1984 das zweite Album „Summer Lightning“, beide über Mausoleum, veröffentlicht. Nachdem sich kein größerer Erfolg einstellte, wurde die Band schließlich zu Grabe getragen, Paul tauchte später noch bei THE SWEET auf. Nun folgt die Wiederveröffentlichung der beiden zusammengefassten Alben über Golden Core Records.

„Brute Force And Ignorance / Summer Lightning“ – das Vermächtnis von WILDFIRE

Das Debüt „Brute Force And Ignorance“ war noch recht unpolierter NWOBHM, der unter einer schlechten, kraftlosen Produktion litt. WILDFIRE pendelten stilistisch zwischen Hard Rock und Heavy Metal, stets auf Melodie bedacht, dazu rasante Tempowechsel und die tatsächlich prägnante Stimme von Paul verleihen den Songs einen eigenen Charakter. Positiv hervorzuheben ist auch, dass die Band viel auf Abwechslung achtet, dabei halten sich aber kleinere Highlights und eher belanglose Stücke die Waage. Zu den weniger gelungenen Songs zählen das recht softe „Victim Of Love“ oder das stark nach (schlechteren) MAGNUM klingende „Eyes Of The Future“. Positiv demgegenüber stehen der treibend flotte Opener „Violator“, das ordentliche groovende „Another Daymare“, das kernig riffende „Goldrush“ mit tollem Refrain oder das melodische „If I Tried“, das von einer Sequenz des englischen Folk-Klassikers „Scarborough Fair“ eingeleitet wird. Wie bereits beschrieben leidet „Brute Force And Ignorance“ unter einer schwachbrüstigen Produktion, so fehlt bspw. bei „Search And Destroy“ (Hallo METALLICA) der powervolle Drive, wodurch die eigentlich gute, recht harte Nummer leider nur so vor sich her plätschert. Der Bass ist immer zu dünn abgemischt, was ebenfalls Durchschlagskraft kostet. Hervorzuheben ist hingegen das gute Melodiegefühl von WILDFIRE, das sich mit dem folgenden, etwas weniger harten „Summer Lightning“ noch steigern sollte. Ebenso konnte glücklicherweise auch der Sound verbessert werden, die Produktion ist deutlich druckvoller. Da macht dann auch der treibende, mitreißende Hard Rock Opener „The Key“ gleich mehr Spaß, der stark in Richtung alte THE SWEET geht, genauso wie der Titelsong, der an „Desolution Boulevard“ erinnert. Auch die im Midtempo gehaltene, eingängige Twin-Gitarren-Nummer „Nothing Lasts Forever“ oder das an IRON MAIDEN erinnernde „Screaming In The Night“. Auch die emotionale Ballade „Give Me Back Your Heart“ gefällt. Ebenso der Midtempo Stadion-Rocker „Fight Fire With Fire“ (Hallo nochmal, METALLICA). Keine Frage, mit ihrem zweiten Album „Summer Lightning“ konnten sich WILDFIRE in jeglicher Hinsicht gehörig steigern – um sich danach leider aufzulösen. Als Bonusmaterial gibt es lediglich die Ballade „Jerusalem“, ein gutgemachtes EMERSON, LAKE & PALMER Cover.

Was bleibt

Ihren kleinen Platz in der Geschichte des Heavy Metals hatten sich WILDFIRE in der kurzen aktiven Phase erspielt. Das Debütalbum „Brute Force And Ignorance“ litt unter einer schlechten Produktion wobei das Songmaterial solide war, „Summer Lightning“ hatte demgegenüber nicht nur einen deutlich besseren Sound, auch das Songwriting hatte sich ganz schön entwickelt. Da hätte mehr draus werden können. Für Nostalgiker und NWOBHM-Sammler!

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10.06.2020

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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