Primordial - The Gathering Wilderness

Review

Galerie mit 13 Bildern: Primordial auf dem Summer Breeze Open Air 2016

Nach dem Sturm, der vor nahezu drei Jahren über uns hinwegfegte, sollte die Ruhe kommen und den Menschen Zeit zur Erneuerung geben. Doch diese Zeit geht nun zu Ende und am Himmel sieht man, wie sich erneut Vogelschwärme zusammenrotten, die, um des kommenden Unheils wissend, den Menschen eine Warnung sein müssen. Und tatsächlich bricht noch einmal ein verheerendes Unwetter über uns herein, dem nur ein Mann entgegensteht und ihm vom Kamm der Klippe aus seine anklagenden Schreie entgegenwirft.
Wie eine übermächtige, dunkel grollende Epoche mit schweren, schwarzen Wolken legt sich “The Gathering Wilderness” von der See her über das Land und präsentiert PRIMORDIAL nach dem grandiosen “Storm Before Calm” erneut in Höchstform! Wurde der 2002er Sturm noch erhellt von zahlreichen schwarzmetallischen Blitzen, kommt das neuerliche Unwetter viel düsterer an den Gestaden der von Menschen bewohnten Flecken an und kündet von dem langen, dunklen Zeitalter, das nun anbricht. Extrem doomige Gitarren, die mit ihren gleichförmigen, keltisch anmutenden Weisen die Luft schwängern und sie so dick und feucht machen, dass man sie beinahe schneiden könnte und die stumpfe Produktion wirken wie ein dichter, undurchdringlicher Nebel, der alles Leben in sich verschlingt. Aus dieser apokalyptischen Szenerie ragt wie die letzte Bastion die Stimme Alan Nemtheangas heraus, der bis zuletzt gegen die Fluten ankämpft, die über ihn hereinbrechen. Kein anderer verkörpert dabei Stolz und Verzweiflung zugleich so eindringlich wie er, sodass einem mal um mal der Schauder über den Rücken läuft! Durch den weitgehenden Verzicht auf gekreischte Black Metal Vocals (dennoch vorhanden in “Tragedy’s Birth”), wie sie noch auf “Storm Before Calm” vorkamen und zur Schroffheit des Werkes beitrugen, erfährt “The Gathering Wilderness” noch eine Potenzierung seiner pathetischen, zugleich aber elegischen Stimmung und bildet so einen Kontrast zur Aggression des Vorgängers.
Besonders deutlich macht dies der letzte Track, “Cities Carved In Stone”, der in seiner doomigen Schwermut der Melancholie alter ANATHEMA gleichkommt und ein Album beschließt, das in seiner dunklen Pracht kaum einen dramatischeren Abgesang auf die Menschheit mehr zulässt, die nach dem Sturm apathisch danieder liegt und sich ihrer Agonie ergibt.

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06.02.2005

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3 Kommentare zu Primordial - The Gathering Wilderness

  1. Anonymous sagt:

    Endlich! Vor ein paar Stunden habe ich es ENDLICH in meinen Händen gehalten! Und nach dem ersten Durchlauf Tränen vor Freude, Ergriffenheit und Euphorie in den Augen! Diesen tiefen Hintergrund und die grandiose Atmosphäre die Primordial und ganz besonders A.A Nemtheanga an das Publikum rüberbringt kommt auch ganz intensiv auf diesem Album rüber. Schade nur der etwas zu dumpf klingende Sound. Und auch an "Spirit The Earth Aflame" kann es nicht ganz ranreichen, aber trotzdem nen Hammer! Solche Bands gibt es leider nur noch sehr wenig. Primordial jedednfalls können Musik spielen!!! Top!

    10/10
  2. dark summoning sagt:

    Da neben OPETH auch Bathory von mir vergöttert wird, hat mir ein Kumpel diese Scheibe empfohlen, ich kann nur sagen GENIAL was die Iren hier abliefern. Zum einen, weil auch ihre Musik eine unglaublich majestätische Atmosphäre erzeugt und zum anderen, weil diese Scheibe auch nach vielen Durchläufen noch Spaß macht, was man von so manch anderer Viking Metal Band nicht gerade behaupten kann…..was solls, 10 von 10 halte ich hier für angemessen….

    10/10
  3. Anonymous sagt:

    Grandioses Album. Anspieltip: "The Coffin Ships". Anbetungswürdig.

    10/10