Ricochet - Zarah

Review

Die Hamburger von Ricochet haben eine erstaunlich bewegte Vergangenheit hinter sich, wenn man bedenkt dass “Zarah” jetzt gerademal ihr zweites Album ist. Nummer 1 hieß “Among the Elements” und verzeichnete im Jahr 1996 (also damals, als Deutschland noch Fussballeuropameister wurde) gute Verkaufsergebnisse und jede Menge mediale Präsenz – bis sich schließlich der Sänger von der Band verabschiedete und eine lange Berg- und Talfahrt begann, die hier und heute endlich ad acta gelegt wird. Und das Material spricht für sich.
Die Hamburger Querschläger sind musikalisch irgendwo bei amerikanischen Referenzen wie DREAM THEATER anzusiedeln, vermeiden es aber sich totzufrickeln und gestalten sich dementsprechend etwas eingängiger (für Prog-Verhältnisse versteht sich). Absolute Highlights sind dabei die beiden Zehnminüter “Teartown” und “Cincinatti Road”, die schlicht genial sind und klassische Prog-Trademarks in erfrischender Verspieltheit vereinen. Zwar ist auch das abschließende dritte Epos “A New Day Rising” sehr abwechslungsreich und kurzweilig, aber im Gegensatz zu oben genannten Songs fehlt der packende Killer-Hook, der sich direkt ins Hirn fräst. Bei den kürzeren Songs fällt vor allem das stark rockende “Caught in the Spotlight” auf, welches mit “Final Curtain” gleich eine herrliche Ballade folgen lässt. Für genug starke Melodien ist also mehr als gesorgt.
Daher können Progfans auch bedenkenlos zugreifen. Die 8/10 erklärt sich schlicht dadurch, dass höhere Wertungen in einem derart hochklassig besetztem Genre immer wieder schwer zu begründen sind – denn über die ‘Welche Töne werden bei Des-Dur noch schnell um einen Halbton gesenkt?’-Phase sind 95% aller Truppen sowieso längst hinaus. So auch RICOCHET. Wer ein DREAM THEATER Konzeptalbum im Stile eines “Scenes from a Memory” mit weniger Gefrickel und einem Sänger im eher mittleren Kopfstimmenbereich sucht, kann hier seine helle Freude haben.

22.01.2006

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