
Hell Over Hammaburg 2026
Mehr als ein Festival
Konzertbericht
Bereits zum zwölften Mal öffnet das HELL OVER HAMMABURG an diesem März-Wochenende seine Pforten und ist dabei viel mehr als ein Festival. Die Veranstaltung hat sich zum Szenetreff für Heavy-Metal-Deepdiver, Entdeckungsreisende und Kuttenträger:innen gemausert.
Viele liebgewonnene Traditionen gilt es auch am Anreisetag zu pflegen und wir finden uns im Innenhof mehrer Hotels ein, der schon bald von langhaarigen Menschen bevölkert wird, die nicht ausschließlich Gäste in den Etablissements sind. Wir geben uns willig den vielen (Wiedersehens-) Gesprächen hin, greifen hier und da in einen der haufenweise bereitgestellten Bierträger und grooven uns auf ein fantastisches Wochenende ein.
Das HELL OVER HAMMABURG gehört längst zu den festen Größen im europäischen Underground-Kalender. Auch in diesem Jahr versammelt das Festival wieder eine spannende Mischung aus klassischem Heavy Metal, düsterem Black Metal und extremen Spielarten. Der Freitag zeigt dabei deutlich, wie vielseitig die Szene inzwischen geworden ist.
Text: Alana Vandekerhof (AV), Oliver Di Iorio (OD)
Fotos: Marvin Heins
Freitag: Extreme Klänge zwischen Atmosphäre und klaren Ansagen
Nach kurzem Fußmarsch landet der Tross dann vor dem Backsteingebäude der Markthalle. Im Inneren kommen wir nicht wirklich voran, denn die prächtigen Merch-Artikel und Plattenbuden laden unmittelbar zum Vereweilen und Diggen ein. Leckeres Bier (Hövels!) findet ebenfalls durstige Abnehmer und so schaffen wir es gerade noch zum Opener MEGA COLOSSUS.
Irgendwie kommen wir aus dem Staunen nicht heraus. Immerhin ist die US-Metalband aktuell in aller Munde und wir haben dem Quintett durchaus auch einen späteren Slot zugetraut. Mit dieser Einschätzung liegen wir auch nicht unbedingt falsch, denn MEGA COLOSSUS bringen alles, was man von einer unterhaltsamen Band erwartet: Spielfreude, guten Sound und exzellentes Songwriting. (OD)
Galerie mit 14 Bildern: Mega Colossus- Hell Over Hammaburg 2026

Da (DOLCH) ihren Auftritt leider absagen mussten, haben wir das große Vergnügen, die eingesprungen SKRÄCKEN zu erleben. Generell weht während dieser Ausgabe des HELL OVER HAMMABURG ein skandinavischer Wind durch die Markthalle und die Schweden machen auch musikalisch in dieser Hinsicht keine Gefangenen. Hardrockig, garagenlastig, doomig und mit überragenden Gesangsmelodien versehen, verzaubern sie mit ihren Songs das Publikum. Sehr schön. (OD)
Galerie mit 13 Bildern: Skräcken - Hell Over Hammaburg 2026

Weiter geht es mit True Metal aus Pennsylvania: ARGUS geben sich kraftstrotzend und schwer und bringen den vielleicht antiquiertesten Sound des Wochenendes mit. Gleichzeitig fordert der frühe Start in den Tag erste Opfer und wir erkunden das Speisenangebot rund um den nahegelegen Hauptbahnhof. (OD)
Galerie mit 10 Bildern: Argus - Hell Over Hammaburg 2026

THIS GIFT IS A CURSE ziehen das Publikum mit einer intensiven Mischung aus Black Metal, Sludge und Hardcore direkt in ihren Bann. Der Sound wirkt roh und massiv, die Gitarren schieben sich wie eine dunkle Wand durch den Raum, während die Vocals eher geschrien als gesungen werden. Besonders einnehmend ist die düstere Atmosphäre, die sich schnell im gesamten Saal ausbreitet. (AV)
Galerie mit 7 Bildern: This Gift Is A Curse - Hell Over Hammaburg 2026

Danach folgt mit CHRISTIAN MISTRESS ein deutlicher Stilwechsel. Die US-Band bringt klassischen Heavy Metal auf die Bühne und sorgt damit sofort für Bewegung im Publikum. Sängerin Christine Davis überzeugt mit einer kraftvollen Stimme, die sowohl in den höheren Passagen als auch in den melodischeren Momenten souverän bleibt. Die Songs sind eingängig, ohne dabei an Energie zu verlieren, und treffen genau den Nerv der anwesenden Heavy-Metal-Fans. Besonders stark bleibt jedoch eine Ansage der Frontfrau im Gedächtnis: Zwischen zwei Songs richtet sie deutliche Worte gegen Grapscher im Publikum und macht klar, dass für solches Verhalten auf ihren Konzerten kein Platz ist. Eine klare, wichtige Botschaft, die entsprechend viel Zustimmung erhält. (AV)
Galerie mit 13 Bildern: Christian Mistress - Hell Over Hammaburg 2026

Den Abschluss des Freitagprogramms bilden FORTERESSE aus Kanada. Ihr atmosphärischer Black Metal setzt einen starken Kontrast zum vorherigen Heavy-Metal-Sound. Die Band setzt weniger auf direkte Aggression als auf dichte Klanglandschaften. Längere Songstrukturen, repetitive Gitarrenlinien und ein fast hypnotischer Aufbau sorgen dafür, dass sich die Atmosphäre langsam verdichtet. Das Publikum reagiert konzentriert und läßt sich auf diese intensive, fast tranceartige Stimmung ein. (AV)
Galerie mit 11 Bildern: Forteresse - Hell Over Hammaburg 2026

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