Devil Master - Bloody Dreams

Review

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Nach nächtlicher Ekstase entführen DEVIL MASTER ins Reich blutiger Träume. Mit „Bloody Dreams“ hauen die Black-Metal-Punks aus Philly ihr drittes Album unters feierwütige Nachtvolk. Wobei die Scheibe mit nur sechs Songs und nicht mal 30 Minuten Spielzeit die Kategorisierung schon fast ein bisschen überstrapaziert.  Zu Gute halten muss man den Teufelsbraten allerdings, dass in dieser kurzen Spielzeit eine ganze Menge passiert.

Auf „Bloody Dreams“ passiert trotz kurzer Spielzeit einiges

Dabei haben DEVIL MASTER an ihrer Grundausrichtung eigentlich denkbar wenig geändert. Die Truppe setzt weiterhin auf ihre bewährte Mischung aus punkigem, angeschwärztem Heavy Metal mit Gothic-Schlagseite und harschen Black-Metal-Vocals, die sie bisweilen wie eine asoziale Version von TRIBULATION oder eine weniger prollige Version von MIDNIGHT wirken lässt.

Die angeschrägten Grufti-Leads, die den Sound von DEVIL MASTER besonders auf dem letzten Album geprägt haben, wurden etwas zurückgefahren und sind vor allem beim punkigen Opener „You Worms‘ Vain Delusions“ und dem nicht minder flotten, im letzten Drittel mit einem saftigen Mosh-Part versehenen „Trembling At Dusk“ sehr präsent. „Sex With Succubus“ wiederum ist ebenfalls auf der Überhohlspur unterwegs, lässt aber bei aller Rotzigkeit auch immer wieder fesche MAIDEN-Harmonien aufblitzen. Cool!

„Death Anthem“ ist dann genau das: Eine zwischen MOTÖRHEAD-Rotz und breitbeinig gezocktem Stadion-Pomp gezockte Selbstzerstörungshymne. Klar, dass hier die Saiten glühen. Beim Titeltrack scheinen die Substanzen, die man sich am Anfang des Abends eingeschmissen hat, schließlich ihre volle Wirkung zu entfalten. Enthemmte Pogo-Beats treffen auf unvermittelte Geschwindigkeitsschübe, dissonant kreischende Gitarren und vollkommen kranke Vocals; die Nummer mutet tatsächlich wie ein drogengeschwängerter Fiebertraum an.

DEVIL MASTER entführen auf einen hedonistischen Teufelsritt durch die Nacht

Beim abschließenden „Farewell Waltz To Unfortune’s Palace“ könnte man bei Flöten und folkig gezupfter Klampfe zunächst meinen, man wäre auf dem Weg zur schwarzen Messe falsch abgebogen und ausgerechnet bei WYTCH HAZEL gelandet. Dieser Eindruck verflüchtig sich nach einer ungewohnt epischen Einleitung aber recht schnell und DEVIL MASTER fassen in gut 11 Minuten ihren Sound zwischen punkiger Eskalation, psychedelischen Abfahrten, Black’n’Roll-Schmutz und einem schwummrigen Hauch Gothic gut zusammen.

Ist „Bloody Dreams“ also zu kurz geraten? Vielleicht, dafür gibt es aber auch keine Lückenfüller und trotz übersichtlicher Spielzeit ungewöhnlich viel Abwechslung. In der Kürze liegt ja bekanntlich auch manchmal die Würze und wenn man bedenkt, wieviel Punk in der Musik von DEVIL MASTER steckt, dann relativiert sich das auch wieder ganz schnell. Wobei man grade im letzten Drittel die psychedelischen Elemente deutlich hochgeschraubt hat und sich experimentierfreudig gibt. Wer das bisherige Schaffen der kaputten Vampire aus Philadelphia goutiert hat, wird jedenfalls auch auf „Bloody Dreams“ wieder auf einen wunderbar hedonistischen Teufelsritt durch die Nacht mitgenommen.

31.08.2026

"Musik hat heute keinen Tiefgang mehr." - H.P. Baxxter

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