Artas
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Interview

2007 haben ARTAS, noch unter ihrem alten Alterego STAUB UND SCHATTEN, den Metalchamp-Nachwuchs-Wettbewerb im Sturm erobert. Mit ihrem Erstlingswerk "The Healing" soll der gleiche Effekt nun auch auf den Rest der Welt übergreifen. Mit neuem Namen, einem tollen Label im Rücken (in diesem Falle Napalm Records) geht es auf Hörerjagd. Grund genug mal nachzuhaken, was denn im Hause ARTAS derweil so angesagt ist.

ArtasEurer Bandbiographie kann man entnehmen, dass ihr euren ehemaligen Namen STAUB UND SCHATTEN nur geändert habt, weil euch neuer Tatendrang durchflutete. Aber wie kam es denn wirklich dazu? Warum ARTAS? Ich habe im Internet außer ein paar Firmen, die den gleichen Namen tragen, keinerlei Bedeutung dafür finden können.

STAUB UND SCHATTEN war immer eine Art „unklare Vision“ für uns. Ein Konzept ohne Konzept, wenn du so willst. Einfach fünf Freunde mit Instrumenten in einem Keller, die sich jeden zweiten Tag die Seele aus dem Leib spielten, um anschließend die Nacht durchzufeiern. Da waren (sind) immer viele Freunde und Fremde dabei, und so entstand eine bunte Community um STAUB UND SCHATTEN, ein Selbstläufer irgendwie. Name und Konzept war allen scheißegal, und es fühlte sich einfach gut an.
2007 fingen wir dann an, das Ganze live auf der Bühne umzusetzen, und da ging’s gleich drunter und drüber. Im Endeffekt standen wir dann in Tolmin nach einer Handvoll Gigs und waren „Metalchamp“ – mit Plattendeal, Slots auf fetten Festivals, usw. Wir haben neues Equipment gekauft, ein Album aufgenommen, und einfach viel klarer gesehen, wo wir mit unserer Musik hin wollen.
Du bist ja nicht der Erste der uns auf die Namensänderung anspricht. Und wenn wir Interviews geben und formulieren sollen WIESO, fällt mir immer auf, dass eigentlich jeder von uns seine eigenen Gründe hatte. 😉
Auf jeden Fall hat es jeder irgendwie gewollt/gefühlt und wir wollten dem Ganzen einen NAMEN geben. Abgesehen davon: Versuch‘ einmal, einem besoffenen Australier nach dem Gig zu erklären, dass deine Band STAUB UND SCHATTEN heißt. 🙂

Gutes Argument! Wie du schon erwähnt hast, habt ihr 2007 den Metalchamp-Nachwuchs-Wettbewerb und damit auch direkt einen Plattenvertrag bei Napalm Records gewonnen. Eigentlich ein ganz schön heftiger Schritt von jetzt auf gleich. In eurer Bandbiographie liest sich das, als wäre alles so hoppla hopp und ohne großartigen Aufwand von statten gegangen. Wettbewerb und Vertrag gewonnen, Name geändert und zack, los ging es ans Album. Wie viel Aufwand steckte wirklich hinter all dem?

Wir haben immer hart an unserer Musik gearbeitet und wollten definitiv was damit erreichen. Die Anmeldung beim Metalchamp kam mehr aus einem Gag heraus, doch ab der zweiten Runde packte uns der Ehrgeiz, den Sieg zu holen.
Ab dann ging’s wirklich schnell, dank dem Engagement und Support von Napalm Records. Wir haben letztes Jahr in unserem Studio am Rande von Wien „The Healing“ aufgenommen und anschließend die fertigen Spuren zu Jacob Hansen geschickt, der das Mischen und Mastern übernahm und den Tracks den letzten Schliff gab. Dann noch mit Dennis Sibejin ein Cover entwickelt, das genau die Atmosphäre erzeugte, die wir wollten… Und nun ist es da!!

Was war das für eine Erfahrung für euch, diese Stufe zum Metal-Olymp zu nehmen, bzw. genommen zu bekommen? Wie seht ihr selbst die ganze Situation und was habt ihr vor daraus zu machen?

Die Chance zu bekommen, die eigene Musik der ganzen Welt vorzustellen gibt unbeschreiblich viel Kraft und regt dazu an, nur noch mehr Energie und Kreativität in unsere Lieder bzw. Shows zu legen.
Wir sind sehr dankbar für diese Chance und indem wir weiter an uns und unserer Musik arbeiten, haben wir vor, dieser Situation gerecht zu werden.

Na dann mal weiterhin viel Erfolg dabei! Ihr singt in drei Sprachen – Deutsch, Englisch und Spanisch. Die ersten beiden kann man ja noch nachvollziehen, aber woher kommt der spanische Anteil?

Dieser Sprachen-Misch-Masch kommt daher, dass wir uns nicht einschränken lassen wollen und Kunst für uns auch gleichbedeutend mit Freiheit ist. Es geht uns um die Möglichkeit, mittels Sprachen, der Stimme unterschiedliche Klangfarben zu verleihen, um so die gewisse Stimmung eines Liedes noch hervorzuheben.
Es war jetzt nicht geplant so viel wie möglich zu mischen, aber es haben sich doch aus eben diesem Grund recht viele mehrsprachige Titel entwickelt.
„Bastardo“ MUSSTE zum Beispiel spanisch sein, und würde auch nie im Leben so klingen, würden wir’s auf Deutsch oder Englisch machen. 😉

Das leuchtet ein. Ihr habt übrigens auf eurem Debut ein meines Erachtens gelungenes, aber ziemlich gewagtes und im ersten Moment doch komisch anmutendes Cover von COOLIO. Wie kamt ihr auf die Idee gerade das Lied „Gangsta’s Paradise“ zu covern?

Beim Metalchamp 2007 musste in der zweiten Runde jede Band aus einer vorgegebenen Liste einen Song auswählen und covern. Wir haben uns für „Gangsta’s Paradise“ weniger wegen dem Text, als vielmehr aus einem rein musikalischen Aspekt entschieden. Das Lied enthält einen mehrstimmigen Chor, und diesen mit Gitarren umzusetzen war für uns eine besondere Herausforderung. Außerdem ist das Lied wie gemacht für zwei Sänger. Am Ende waren alle so zufrieden, dass es kurzerhand noch aufs Album kam.

Und wie reagier(t)en die Leute bisher darauf?

Es fühlen sich tatsächlich manche provoziert, aber großteils halten die Leute es für eine gelungene Coverversion und auch auf Konzerten geht es bei dem Song mächtig ab.

Na dann ist ja alles im Lot. Apropos reagieren. Welche Reaktionen gab es bisher sonst noch auf euer Album? Seid ihr selbst damit zufrieden, wie es derzeit läuft?

Absolut. Wir sind sehr zufrieden mit dem derzeitigen Verlauf des Debüts und bekommen tolle Resonanz aus der ganzen Welt. Wir schätzen uns sehr glücklich.

Ihr schreibt, ihr seid mit all euren Erfahrungen und dem Album nun bereit die Welt zu erobern. Klingt zusammen genommen mit dem Rest eurer Biographie alles etwas arg kriegerisch. Ist das ein Konzept, dass sich bei euch so überall durchzieht, oder ist das eher ein Spaß, den ihr euch mit den Leuten macht?

„Das Leben besteht aus kleineren und größeren Schlachten die es zu gewinnen gilt. Darum hissen wir die Flagge und steigen als Krieger auf die Bühne, um die Welt für unseren Kampf zu gewinnen – den Prüfungen des Lebens entgegen zu treten.“
Es ist auf jeden Fall eine Einstellung und ein Konzept, was nicht heißt, dass wir todernst sind. Wir haben uns in diese Richtung entwickelt – wir verbringen eben viel Zeit in einem Keller. 😉
Das Leben wäre scheiße, wenn man immer nur grau sähe, und noch beschissener, wenn man nicht einmal die Welt erobert hätte. 🙂

Wohl wahr, wohl wahr. Weiterführend natürlich auch die Frage: Gibt es schon geplante Konzerte oder Touren? Wenn ja: Wann, wo und mit wem?

Wir planen eine Release Party in Wien für „The Healing“, das am 26. September in Europa erschienen ist und möchten dann so schnell wie möglich auf Tour gehen, um unsere ganze Energie auf der Bühne raus zu lassen.

Was habt ihr für die Zukunft geplant? Manche Leute sagen euch ja schon im Voraus eine große Zukunft voraus.

Mehr als das oben Genannte ist derzeit noch nicht geplant. Wir sind voller Tatendrang und schreiben gerade an neuen Stücken…

Na, ist doch auch nicht verkehrt. Aber jetzt mal ganz im Ernst. Bei allem was euch so in der letzten Zeit widerfahren ist und was man euch so prophezeit, bekommt man da nicht einen zumindest leichten Höhenflug? Wie geht ihr mit der ganzen Situation um?

Wir sind glücklich und dankbar für alles was uns gerade widerfährt, wissend dass es genau so schnell auch wieder bergab gehen kann. Nicht nachdenken – Musik machen. 😉

Tolles Motto! Die letzten Worte gehören euch:

Staub zu Staub und Schatten über Alles…

12.12.2008

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