Diecast
Diecast

Interview

Mit neuem Sänger haben die metallischen Hardcoreler Diecast nun mehr Variation in ihren Sound eingebracht, ohne jedoch die nötig Wucht und Härte auf der Strecke zu lassen. Im Februar und März 2005 werden die Jungs zusammen mit Agnostic Front und Terror die deutschen Bühnen zerlegen – schon jetzt ihm Gespräch Basser und Sprachroh der Band, Jeremy, der nicht müde wird darauf hinzuweisen, dass Diecast eine Macht auf der Bühne sind und uns erklärt, in wiefern sie sich von anderen Metalcore Bands unterscheiden.

DiecastHI Jeremy! Glückwunsch zu einem sehr schönen Album! Wie haben die Menschen auf “Tearing Down Your Blue Skies” reagiert?

Wir könnten nicht glücklicher sein. Das Album verkauft sich großartig und jeder, der rausgeht, um uns spielen zu sehen und sich das Album besorgt hat, gibt uns sehr gutes Feedback. Wir hatten herausgefunden, dass ein paar unserer älteren Fans zunächst etwas skeptisch waren, aber sobald sie uns Live sehen und merken, dass wir die alten Sachen noch besser reißen und sie neues Material zu hören bekommen, sind sie echt süchtig danach.

Wieso habt ihr über 2 Jahre an dem neuen Material gearbeitet? Gab es Momente, in denen du deine Musik oder Arbeit angezweifelt hast?

Der Grund für die Verspätung war, dass unser Label am Auseinanderfallen war und wir zudem nach einem neuen Sänger suchten. Wir haben zu keinem Zeitpunkt unsere Musik bezweifelt.

Euer Schlagzeuger Jason Costa hat einen exzellenten Job auf dem neuen Album gemacht. Er ist das Element, was euch nach vorne treibt und euch zurückhält – falls notwendig. Klasse! Was würdest du als das Hauptelement eurer Musik bezeichnen?

Jason treibt uns jeden Tag immer weiter an. Er hat uns zu wesentlich besseren Musikern in den letzten paar Jahren gemacht. Ich finde, dass wir alle als Musiker gewachsen sind und Paul (der neue Sänger) unserer Musik noch einiges mehr gegeben hat. Wir können nun vom melodischsten Hook bis zum brutalsten Breakdown alles und wissen genau, dass wir das auch live perfekt umsetzten können.

Da ihr ja einen neuen Sänger habt: Wo liegen die Unterschiede im Songwriting und wo liegen die Unterschiede zu den älteren Scheiben?

Wie ich oben erwähnte, hat Paul sehr viel Dynamik in unsere Musik gebracht, was wirklich Türen für uns musikalisch geöffnet hat. Früher hatten wir Sorgen bestimmte Gesangsparts zu schreiben, da wir uns nicht sicher waren, ob wir diese live rüberbringen könnten. Das ist kein Problem mehr. Ich bin stolz auf all unsere Alben und höre immer noch unser erstes Demo, aber ich bin der Meinung, dass wir definitiv gewachsen sind als Band.

Du bist der letzte Übriggebliebene aus der Originalbesetzung und hast sehr viele Gitarristen gefeuert. Wo lagen die Probleme?

Eigentlich ist Jason auch noch von Anfang an dabei. Was die ganzen Gitarristen angeht, ist es echt schwer einen passionierten Musiker zu finden, der auch wirklich sein Instrument beherrscht. Wir hatten viele Kids, die nur zu ein paar Proben kamen und nicht in der Lage waren, das Material zu spielen. Andere wiederum haben Shows verpasst, was inakzeptable ist. Einige, die immer noch gute Freunde von uns sind haben uns verlassen, um eine Familie zu gründen oder waren zu müde weiterhin ein armer Schlucker von Musiker zu sein.

Wenn ich euer Album höre, muss ich manchmal an Pantera denken – nur Zufall?

Ich könnte nicht geschmeichelter sein als durch dieses Kompliment. Wir sind alle die-hard Pantera Fans. Die Tragödie hat uns echt umgehauen. Dimebag war ein Held für uns alle und ich fühle mich geehrt, dass wir die Chance hatten an einigen Orten mit ihm abhängen zu dürfen.

Es gibt so viele (ich finde zu viele) Metalcore Bands da draußen. Was ist der Unterschied zwischen euch und den Tausenden von anderen?

Viele der Bands scheinen sich im Studio mehr zuzutrauen als sie in Wirklichkeit draufhaben. Da gibt es Bands, deren Sänger nicht singen können, aber im Studio so mogeln, dass das Album echt fett klingt – was sie live aber nie umsetzen können. Alles, was wir auf CD packen ziehen wir live genauso durch. Ich denke auch, dass viele Bands echt gute Riffs schreiben, sie aber dann nur zusammenschmeißen. Deren Album klingt wie ein langes Lied, von Anfang bis Ende. Wir haben zahllose Stunden damit verbracht, sicherzustellen, dass jedes Lied komplett und anders klingt als die restlichen auf dem Album. Ich glaube, Jasons [der Schlagzeuger, Anm. d. Verf.] Fähigkeiten und seine traditionelle Art zu spielen heben uns ebenfalls heraus.

Das neue Album heißt „Tearing Down YOUR Blue Skies“ – wessen blauer Himmel?

Die Liste ist zu lang, um überhaupt anfangen zu können. Die meisten Menschen in der Musikindustrie sind scheiße und die Band ist immer der kleinste gemeinsame Nenner. Uns wurde öfter das Fell über die Ohren gezogen, auf uns wurde öfter gekackt und wir wurden öfter ausgenutzt als ich mich überhaupt erinnern möchte. Ich glaube, einige dieser Leute sollten ewig in der Dunkelheit versinken.

Wieso habt ihr zwei verschiedene Covers – eins für die USA, das andere für Europa?

Wir dachten, es wäre cool unterschiedliche Formen der CD rauszubringen. Die US-Version wurde im Endeffekt dunkler als es gedacht war, so dass diese wohl eine limitierte Edition wird. Wir werden wohl die europäische Version des Artworks neu pressen lassen.

Wenn du dir nur ein Lied aussuchen könntest, was die Band repräsentieren sollte, welches wäre es?

Ich würde „Traitor“ wählen. Dieser Songs umfasst alles, was wir sind. Es hat eine tolle Melodie, Brutalität und kombiniert Hardcore Riffs mit Metal Riffs.

Ihr kommt mit Agnostic Front und Terror auf Tour nach Europa. Was denkst du über diese Bands und speziell ihre neusten Veröffentlichungen?

Ich kann es immer noch nicht fassen, dass unser erster Besuch in Europa mit solchen großartigen Bands stattfindet. Ich habe schon als Kid zu AF hinaufgeschaut und war Fan von Scott Vogel [Sänger von Terror, Anm. d. Verf.] bei allem, was er gemacht hat. Wir haben viele Shows mit Buried Alive gespielt und hatten auch schon das Glück, mit Despair zu zocken. Beide CDs, von AF und von Terror sind unglaublich. Wir sind schon gespannt wie Sau, mit denen auf Tour zu gehen.

Was macht ihr auf der Bühne anders als andere Bands? Was kann man von euch live erwarten?

Wir geben alles, was wir haben. Wir hatten einige unserer besten Shows vor zehn Kids. Viele Bands würden nicht alles bei so einer kleinen Show geben, aber wir geben unser bestes – komme was wolle. Mir wurde auch schon unzählige Male gesagt, dass wir live wesentlich besser sind als auf CD – und da ich denke, dass unsere CDs super sind, ist das ziemlich schmeichelhaft.

Wieso wurde Hardcore so gängig in der Metal Szene? Welche Bands haben das in den letzten Jahren deiner Meinung nach verursacht bzw. bewirkt?

Wir haben immer die beiden Dinge kombiniert. Ich gebe einen Dreck auf Etiketten. Wir nehmen uns nicht vor, einen Metal Song oder einen Hardcore Song zu schreiben. Wir haben das hinter uns gelassen während wir uns als Musiker und Menschen entwickelt haben. Wir schreiben, wonach wir uns fühlen. Uns wurde mal gesagt, dass wir einer der ersten waren, die diese beiden Elemente kombiniert haben, was cool ist, aber es ist nichts was wir herbeizwingen wollten. Wir haben immer alle Tools benutzt, die uns zur Verfügung standen, um ein Lied zu schreiben. Wenn ein Teil nach melodischem Gesang und Riffing ruft, dann kommt es so. Wenn ein Teil nach Geschrei und brutalen Breakdowns ruft, dann soll es so sein.

Könntest du mir in einem Satz sagen, warum du Musik machst?

Das Gefühl auf der Bühne, wenn alle völlig in das, was du spielst, eingetaucht sind, ist unglaublich.

Hardcore bedeutet für mich…

Hört sich wie ein weiterer Stempel an, um die Gruppe von Kids zu spalten. Wir sollten alle in denselben Shows sein, um qualitativ hochwertige, harte Musik zu unterstützen.

Ihr habt eine neue Single raus – „Medieval“. Wieso habt ihr euch für dieses Lied als erste Auskopplung aus dem neuen Album entschieden?

Es wurde zwischen der Band und dem Label entschieden. Wie „Traitor“ verbindet es alle Elemente des Albums in einem Lied. Es hat eine tolle Melodie und ist tierisch brutal.

Das Jahr ist bald um. Kannst du mir deine Top 5 des Jahres 2004 sagen?

Killswitch Engage
Caliban
Blood for Blood
E-town Concrete
36 Crazyfists

Gemäß der Intention des Albums ist das Leben…

…ziemlich scheiße, die meisten Leute sucken!

Wenn du noch etwas wichtiges loswerden willst, bitte:

Don’t be an internet sheep. A lot of kids only like certain bands because they are told it’s cool on the internet. Go out to as many shows as you can and form your own opinions. We can’t wait to come to Europe, please come out and see us live and hang out with us afterwards. See you soon.

Vielen Dank und passt auf euch auf. Wir sehen euch auf Tour nächstes Jahr!

Ich danke dir, es bedeutet uns sehr viel.

23.12.2004

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