Famyne
"Jeder der Songs kam wie ein Gast zufällig zu einer Party."

Interview

Die UK-Doomer FAMYNE haben kürzlich erst ihre zweites Album „II: The Ground Below“ auf den Markt gebracht. Zeit also, sich Bassist Christopher Travers, Gitarrist Martin Emmons und Sänger Tom Vane zu schnappen und ein paar Fragen zu stellen. Zur Geschichte des Albums, dem Bandnamen und was sie der Queen vorspielen würden – hier im Interview mit typisch trockenem britischen Humor.

Famyne - Bandfoto 2022

Famyne – Bandfoto 2022

Ein warmes Hallo! Seid ihr aufgeregt nun nach der Pandemie endlich „II: The Ground Below“ herausgebracht zu haben? Was würdet ihr sagen sind die größten Unterschiede zu eurem Debüt?

Christopher: Hi! Wir sind ein Mix aus aufgeregt, erleichtert und besorgt. Dieses Projekt wurde tatsächlich nur vor etwa einem Jahr beendet, aber wie du schon angesprochen hast, hat die Pandemie die Dinge ziemlich verzögert. Davon abgesehen haben uns die Lockdowns als Folge von COVID mehr Zeit zum Reflektieren gegeben und so konnten wir Ideen modifizieren, ein wenig aufhübschen und solche Dinge. Das wäre wahrscheinlich der Hauptunterschied zu unserem Erstling.

Ich muss zugeben, dass ich mich dieses Umstands selbst oft schuldig mache, aber seid ihr die Vergleiche zu anderen Bands langsam Leid? Besonders als Doomband und dem UK mehr oder weniger als der Wiege dieser Musikrichtung mit BLACK SABBATH. Erlebt ihr das häufig? Davon abgesehen etwas, was mir seit Sichtung der Tracklist auf der Seele brennt: Ist „A Submarine“ eine THE BEATLES-Anspielung? Vom Titel her?

Christopher: Haha, wenn du ein Geheimnis bewahren kannst… Nein, ehrlicherweise hat jeder diese Vergleiche schon angestellt, uns selbst eingeschlossen. Wir beschäftigen uns nicht allzu sehr mit Vergleichen, da das oftmals der eigene persönliche Referenzrahmen von Leuten bei ihrer Arbeit ist. Vergleiche mögen manchmal reduzierend wirken, aber sie sind zumindest ein Weg, Individuen unseren Sound einfacher und verständlicher näher zu bringen. Was den „A Submarine“-Titel angeht, es ist kein gewollter Fingerzeig zu unseren Landsmännern, mehr eine Metapher für etwas, was unter der Oberfläche sitzt und einem herum folgt.

Euer Name ist meines Wissens nach vom gleichnamigen OPETH-Track geborgt, aber stilisiert. Daher wollte ich fragen, was der Name für euch repräsentiert und warum ihr euch für ihn entschieden habt?

Christopher: Gute Frage. Wir haben ihn als erstes gewählt, weil er cool klang, dann haben wir ihn stilisiert, da bereits eine 80er-Band denselben Namen hatte und wir ihm einen persönlichen Dreh geben wollten. Ironischerweise haben wir diesen „Geist der Anpassung“ irgendwann auf die Musik, die wir erschaffen, ausgeweitet und über die Zeit fühlt es sich für uns so an, als ob unsere Kunst und unser Klang diesem Namen gerechter geworden ist und der Name sie auf mehr als eine Art und Weise repräsentiert.

Welche Story erzählt „II: The Ground Below“?

Christopher: Wo soll ich da anfangen? Vielleicht wird das Coverartwork innerhalb der vier Seiten des Albums dem besser gerecht als Worte es können. Es geht um eine Art Reise und folgt derselben Person unseres Debütalbums, deshalb auch die II im Titel, die sich ihren Weg tiefer durch das „Irgendwo“ bahnt und irgendwann selbst findet. Ob das dem Zufall oder einer willentlichen Entscheidung geschuldet ist, bleibt offen. Es ist eine Geschichte, die wahrscheinlich auf jeden Hörer irgendwie zutreffen kann, wenn sie mit sich ehrlich sind.

Was ich sehr an „II: The Ground Below“ mag ist die Abwechslung und Dynamik, da Doom-Alben oft ein wenig zu gleichförmig sind. War es eine bewusste Entscheidung, Entschleunigung und Ruhe in Form solcher Tracks wie „Gone“ oder „A Submarine“ einzubauen?

Christopher: Nein, es war keine bewusste Entscheidung. Jeder der Songs kam wie ein Gast zufällig zu einer Party über die Zeit. Die Art und Weise wie sie innerhalb der Mauern des Albums organisiert wurden war allerdings schon eine bewusste Entscheidung. Wir glauben, wie der große Tony Iommi sagt, Lob sei ihm auf ewig, dass Licht und Schatten der Schlüssel zu einem guten Song oder Album sind. Es ist die Variation, die es ausmacht, ja fast wie das Werfen von Licht auf eine Erschaffung, dass wir die diverse Natur und was uns ausmacht wahrnehmen können. Dieser Prozess kommt uns allerdings ziemlich natürlich vor – ähnlich wie jemand nicht ständig dasselbe essen will, wollen wir nicht ständig dieselbe Musik hören oder machen.

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18.05.2022

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