Massacre
Interview mit Terry Butler zu "Back From Beyond"

Interview

Massacre

Vor über 20 Jahren veröffentlichten MASSACRE ihr Debütalbum und damit einen unsterblichen, legendären Klassiker des Death Metals – „From Beyond“ (1991). Leider bauten Bassist Terry Butler (u. a. SIX FEET UNDER, OBITUARY), Gitarrist Rick Rozz und Schlagzeuger Bill Andrews darauf nicht wirklich auf, sondern standen Chuck Schuldiner (R.I.P.) immer wieder für DEATH zur Verfügung. Nach einer EP „Inhuman Condition“ war erst einmal Schicht im Schacht, wobei es immer wieder Versuche gab, MASSACRE wiederzubeleben. Nun folgt nach der EP „Condemned To The Shadows“ also das programmatisch betitelte Album „Back From Beyond“, welches stilistisch feinsten klassischen Old School Death Metal in bewährter Manier bietet. Wir sprachen mit Bassist Terry Butler.

Massacre

Wie kam es zu der Idee, eine Reunion von MASSACRE zu starten?

Das kam wie aus dem Nichts. Ich sprach mit Rick eines Tages 2011 darüber, einige Shows zu spielen, um das 20jährige Jubiläum von „From Beyound“ zu feiern. Wir entschieden uns dazu, das durchzuziehen, aber dass wir hierfür noch den richtigen Schlagzeuger und Sänger finden müssten. Wie wir inzwischen wissen, ist uns das gelungen, wir spielten einige Shows und wurden von Century Media Records unter Vertrag genommen.

Wie habt ihr eure neuen Bandmitglieder Schlagzeuger Mike Mazzanetto und Sänger Ed Webb gefunden? Warum habt ihr die Reunion nicht mit den Originalmitgliedern Kam Lee (ex-DEATH, BONE GNAWER und THE GROTESQUERY) und Bill Andrews gemacht? Seid ihr mit den beiden noch in Kontakt?

Mikey spielte mit Rick zusammen in einem Projekt namens M.INC, und ich hörte wie gut er spielt, als sie für OBITUARY eröffneten. Ich wusste, dass er sehr gut spielen kann, und als Rick ihn vorschlug, stimmte ich gleich zu. Wir begannen damit zu Proben und es funktionierte gleich richtig.

Rick sah Ed mit seiner Band DESTIN TO RUIN spielen. Er war von ihm beeindruckt und fragte, ob er nicht mit uns mal Proben möchte. Wir spielten einige Songs von „From Beyond“ und Ed hat sich perfekt dargeboten.

Wir hatten unsere Band. Wir fragten Bill Andrews ob er involviert sein wollte und er lehnte respektvoll ab. Er spielt schon seit Jahren nicht mehr Schlagzeug und ist daran auch nicht mehr interessiert. Unser ursprünglicher Sänger Kam wurde niemals in Betracht gezogen, wieder Teil von MASSACRE zu sein. Er hat die Beziehung zu Rick und mir über Jahre nachhaltig beschädigt.

In welchem Zeitraum wurden die neuen Songs geschrieben? Wer hat die Songs geschrieben und welchen Einfluss hatten Mike Mazzanetto und Ed Webb?

Wir begannen damit, neue Songs zu schreiben, wenige Wochen nach den ersten Proben. Jeder ist darin involviert. Rick kam ins Rollen und schrieb viele Riffs. Mikey schrieb einige Riffs, ich schrieb einige Riffs. Es ist tatsächlich eine Sache der gesamten Band. Ed schrieb die Songtexte. Mikey und Ed hatten von Anfang an Einfluss. Sie fingen mit dem Schreiben und dem Beisteuern von Ideen an. Mikey ging auf Tour und veröffentlichte ein Album mit PAIN PRINCIPAL, auch Ed war schon auf Tour und hat ein Album mit DIABOLIC veröffentlicht. Beide wissen also Bescheid, wie es ist, Teil einer funktionierenden Band zu sein. Und beide sind auch großartige Musiker, was hilft, hahaha!

Das Artwork von „Back From Beyond“ ist klar beeinflusst von eurem Debütalbum „From Beyond“. Wer hat es erschaffen und wie kam es zu der Idee?

Das Artwork stammt von Toshiro Egawa. Ich kann ihn wirklich nur empfehlen! Er hat schon Cover für KRISIUN und CRYPTOPSY gemacht, um nur einige zu nennen. Wir wollten eine Verbindung zwischen der Vergangenheit und der Zukunft. Es sind nun 23 Jahre seid „From Beyond“. Wir verharrten in den Schatten und warteten auf unsere Rückkehr. Nun sind wir zurück aus den Schatten, „Back From Beyond“, wenn du möchtest, um die Menschheit zu verwüsten. Die Kreatur ist ein Teil von MASSACRE, also ist er ebenfalls zurück. Wir dachten, das ist der perfekte Titel und das perfekte Konzept. Die Zeit, in welcher wir nicht mehr da waren, hat für den Titel gearbeitet. Wären es nur wenige Jahre zwischen den Alben gewesen, wäre „Back From Beyond“ nicht der passende Titel gewesen.  

Auch die Musik ist in derselben Richtung gehalten. Habt ihr bewusst versucht, zurück zu eurem alten Stil zu finden? Und worin siehst du selbst die Unterschiede zwischen „Back From Beyond“ und „From Beyond“?

Wir mussten nicht zu unserem alten Stil zurückkehren, da das einfach unser Stil ist. Es ist dieselbe Formel, die wir auch für MANTAS, DEATH und MASSACRE verwendet haben. Das ist es, wie wir schreiben, das fließt einfach natürlich aus uns raus. Wir wollten keine Blast Beats, Keyboards, Operngesang, um zu versuchen irgendwo reinzupassen. Wir spielen Florida Death Metal, nimm es oder hau ab. „Back From Beyond“ und „From Beyond“ sind sich musikalisch ähnlich, aber die Produktion ist auf unserem neuen Album viel größer.  

Zu der Zeit als „From Beyond“ veröffentlicht wurde, fokusierten sich die meisten Florida Death Metal Bands auf Blast Beats und abgehackteres, schrammeliges technisches Riffing. MASSACRE spielten etwas anders, ihr hattet diese schnellen Tremolo Sachen und gleichzeitig diesen kräftigen, warmen und verschwommenen Sound in Sachen Gitarrenproduktion. Weshalb hattet ihr euch damals für diesen anderen Weg entschieden?

Wir erschufen den Pfad, auf welchem wir liefen und viele andere Bands auch schon waren. Ich möchte nicht anmaßend klingen aber Rick schrieb diese Art von Musik 1983/1984. Das ist der Anfang dieser Szene. Das Material auf „From Beyond“ wurde 1986 geschrieben. Uns geht es nicht um Blast Beats, uns sind die Riffs wichtig. Wir wollen, dass sich der Leser an das erinnert, was er hört. Eingängige heavy Riffs.

Aus welchen Gründen kam es eigentlich damals zur Auflösung von MASSACRE?

Beim ersten Mal lag es daran, dass Rick, Bill und ich für 4 Jahre bei DEATH einstiegen. Das zweite Mal, nachdem unsere letzte Tour durch Europa auseinanderfiel. Ich denke, Rick und Kam wollten in verschiedene musikalische Richtungen gehen. Der Sänger wollte eher etwas in Richtung PANTERA machen, schätze ich. Bill und ich hatten darüber keinen Plan. Wir fanden einige Jahre später heraus, dass sie das „Promise“ Album ohne uns gemacht hatten. Bill wurde der geschäftlichen Seite der Musikindustrie überdrüssig und ich stieg kurz darauf bei SIX FEET UNDER ein.

Was hältst du von der „Death To All“ Tour, welche nun im zweiten Jahr weiterläuft? Denkst du, dass das ein guter Weg ist, um das große Vermächtnis des Death Metals von Chuck Schuldiner zu ehren?

Es macht mir nichts aus. Ich verstehe, dass es einige Die-Hard-Fans gibt, denen das nicht gefällt, aber wenn es als ein Tribut vermarktet wird sehe ich darin kein Problem.

Werdet ihr auf Tour nach Deutschland kommen?

Absolut. Wir haben einige Clubtermine ab Anfang Mai. Wir spielen in Oberhausen, Aalen, Hamburg, Dresden und Siegen. Germany rocks!!!

Was sind die aktuellen Nachrichten von deinen anderen Bands und Projekten?

OBITUARY nehmen im Augenblick gerade ihr neues Album auf. Es sollte im Juli veröffentlicht werden. DENIAL FIEND möchten dieses Jahr auch eine neue EP rausbringen. Wobei ich mir noch nicht sicher bin, wer darauf singen wird, haha, vielleicht ist das unsere Besonderheit, ein neuer Sänger auf jedem Album.

Und was steht noch in nächster Zeit bei MASSACRE an?

Wir wollen so viel touren wir möglich für dieses Album. Und wir wollen ein weiteres Album schreiben, welches nächstes Jahr veröffentlicht werden soll – wir sind keine Eintagsfliege. Wir sind wie ein Ausbruch, den man nicht los wird.

Vielen Dank für das Interview! Die letzten Worte gehören dir!

Ich danke dir für das Interview und danke sowohl den alten als auch den neuen Fans für ihre Unterstützung! Kommt raus, wir sehen uns auf der Tour!!!

27.04.2014

Geschäftsführender Redakteur (News-Leitung)

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