Nestor
Zurück in die Achtziger

Interview

NESTOR sind dieses Jahr in Sachen AOR aktuell DIE Newcomer, selbst wenn ihre Musik klingt, als hätte man sie direkt aus den Achtzigern zu uns gebeamt. Was nicht so falsch ist, immerhin wurde die Band in den Achtzigern gegründet, auch wenn das erste Album erst 2021 veröffentlicht wurde. Anlässlich des Re-Releases ihres Debütalbums “Kids In A Ghost Town“ hat uns Sänger Tobias Gustavsson ein paar Fragen beantwortet.

Warum habt ihr mit der Band so lange pausiert?

Das kann ich dir gar nicht so genau beantworten, das ist einfach irgendwie passiert. Mitte der Neunziger lebten wir alle in Göteborg und es lief ganz gut mit der Band, aber viel mehr auch nicht. Dann ging alles irgendwie abwärts, und wir haben uns mit anderen Dingen beschäftigt. Wir haben uns nie wirklich getrennt, aber einer zog weg, einer zog wieder nach Hause, einer begann zu studieren und die Band wurde quasi auf Eis gelegt. Bis jetzt!

Was hat euch auf die Idee gebracht, wieder zusammen Musik zu machen, und wie ist es dann dazu gekommen, dass ihr so ein tolles Album aufgenommen habt?

Nun, das ist tatsächlich während der Pandemie passiert. Ich war zuhause in Spanien im Lockdown (da lebe ich momentan), habe viel Musik aus den Achtzigern gehört und mich dabei an die Zeit unserer Jugend erinnert, in der alles irgendwie einfacher war. Dabei habe ich mir dann vorgestellt, ich könnte in der Zeit zurückreisen und das Album aufnehmen das wir damals nicht aufnehmen konnten, weil wir zu dieser Zeit weder das Können noch die Ressourcen dazu hatten. Ich setzte mich mit den anderen Jungs in Verbindung und stellte einfach mal die Idee in den Raum, ein Album aufzunehmen auf dem es darum geht, mit riesigen Ambitionen und Träumen vom Rockstarleben in einer Kleinstadt aufzuwachsen. Und wie aus dem Nichts waren wir wieder da!

Was das Album angeht, vielen Dank dir, ich freue mich sehr, dass es dir gefällt! Ich denke, das Album ist hauptsächlich deshalb so geworden wie es ist, weil wir einfach versucht haben, ein Album zu machen, das wir selbst lieben und worauf wir stolz sind. Einfach die Musik, mit der wir aufgewachsen sind und die uns dabei inspiriert hat. Und ja, es ist wirklich großartig geworden!

Nestor - Kids In A Ghost Town

Wie kam es zu dem Duett mit Samantha Fox? Habt ihr sie aus einem bestimmten Grund ausgesucht?

Wir waren uns von Anfang an sicher, dass dieser Song ein Duett werden wird. Zuerst haben wir tatsächlich versucht, Kontakt zu Lita Ford herzustellen damit sie auf diesem Track singt, aber wir haben nie eine Antwort von ihr oder ihren Leuten bekommen. Später dann, als ich an einem anderen Song, “Perfect 10 (Eyes Like Demi Moore)“ arbeitete, hatte ich mein altes Jugendzimmer vor Augen, und natürlich hingen da auch Poster von Sam an der Wand. Da fiel es mir dann wie Schuppen von den Augen, dass sie die perfekte Wahl wäre, um dem Song den typischen Achtziger-Stempel aufzudrücken. Also habe ich mir die Kontaktinfo zu ihrem Management besorgt und ihnen den Song und unser erstes Video geschickt um ihnen zu zeigen, worum es uns geht. Sie liebte den Song und hat sofort zugesagt! Sie kam dann sogar nach Schweden um mit uns das Musikvideo zu drehen!

Mit wem würdet ihr außerdem gerne ein Duett aufnehmen?

Oh, da gibt es noch so ein paar, aber ich möchte da nichts beschreien haha! Man weiß nie, welche Träume als nächstes wahr werden können! Wir werden sehen…

Was ist dein Lieblingssong und -künstler aus den Achtzigern?

Uff, ich kann mich wirklich nicht nur für einen entscheiden. Aber für den speziellen Sound dieses Albums gibt es eine Band, die einen großen Einfluss ausgeübt hat, und das ist KISS. Vor allem mit ihren Alben aus dieser Ära wie “Animalize“, “Asylum“, “Crazy Nights“ und so weiter.

Was sind eure größten Inspirationen für euren speziellen Achtziger-Vibe?

Eigentlich alles aus dieser Ära. Wie gerade schon erwähnt auf jeden Fall KISS, und Bands wie GIANT, BON JOVI, EUROPE, VAN HALEN… die Liste könnte man noch ewig weiter führen.

Welcher Song auf “Kids In A Ghost Town“ ist dein Lieblingssong und warum?

Das kommt immer drauf an, sie liegen uns alle auf ihre eigene, spezielle Art am Herzen. Es fällt mir schwer, nur einen auszuwählen. Was denkst du, was ist dein Lieblingssong? Das ist dann gerade im Moment auch meiner! Haha!

Ihr habt “I Wanna Dance With Somebody“ von WHITNEY HOUSTON gecovert. Warum habt ihr euch diesen Song ausgesucht? Hat er eine spezielle Bedeutung für euch?

Es ist einfach ein großartiger Song aus den Achtzigern, oder? Als wir darüber nachdachten ein Cover aufzunehmen wollten wir mal etwas anderes machen. Dass es dann ein Song mit weiblicher Gesangslinie und noch dazu ein Popsong ist, hat die Sache aufregend und nicht so vorhersehbar gemacht. Wir haben versucht, den Song auf unsere eigene Art zu interpretieren, und ich finde, er ist richtig cool geworden! Es ist ein Song zu dem man gerne mit jemandem tanzen möchte, oder? Haha!

Was aus den Achtzigern vermisst du am meisten, und was vermisst du gar nicht?

Vielleicht die Bedeutung von Musikvideos. Damals hatten Musikvideos durch MTV eine ziemlich große Bedeutung. Es war die Zeit, zu der man neue Musik und die nächste Lieblingsband einfach beim Fernsehen entdecken konnte. Wir tun unser Bestes, dieses Gefühl ein bisschen zurückzuholen, aber auch wir können leider nicht zaubern. Wir können es versuchen und tolle Musikvideos machen, aber die werden wahrscheinlich hauptsächlich auf kleinen Handybildschirmen konsumiert werden und in den Klauen von Algorithmen von YouTube und co. enden. Aber wir werden trotzdem unser Bestes geben, um dieses Gefühl zurück zu bringen!

Und was ich gar nicht vermisse… vermutlich den Vokuhila, haha!

Was aus der heutigen Zeit hättest du damals gerne gehabt? Und was aus den Achtzigern hättest du heute gerne?

Die einfachste Antwort wäre wahrscheinlich: den Erfolg den wir gerade erleben. Aber ich bin mir nicht so sicher, dass das eine gute Idee wäre. Ich glaube wir hätten das damals gar nicht so wertschätzen und genießen können wie wir das jetzt tun. Wir sind so glücklich und voller Demut, diese Chance jetzt zu bekommen! Vielleicht wäre es toll gewesen, damals den Durchblick und die Weisheit zu haben die wir jetzt haben, und vielleicht wäre es toll, die Unschuld und Naivität von damals heute noch zu haben. Aber wir bekommen durch unsere Band NESTOR gerade das Beste beider Welten, also klappt das wirklich gut!

Vielen Dank Tobias, dass du dir die Zeit genommen hast!

Das Interview führte Sonja Schreyer für metal.de.

Galerie mit 23 Bildern: Nestor - Indoor Summer Festival 2022
Quelle: Interview mit Tobias Gustavsson (Nestor)
03.10.2022

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