Opeth
Opeth

Interview

Das sich seinem Ende neigende 2008 war ein tolles Jahr für OPETH-Fans. Mitte des Jahres erschien der geniale "Ghost Reveries" Nachfolger "Watershed", Anfang November die Live-DVD "The Roundhouse Tapes", zudem begaben sich die Schweden auf eine ausgedehnte Konzertreise, bei welcher auch Deutschland mit einigen Dates bedacht wurde. Ich nutzte die Gelegenheit, in Stuttgart mit Schlagzeuger Martin Axenrot vor dem Konzert folgendes Interview zu führen.

Wie läuft die Tour denn bisher?

Die Tour läuft soweit wirklich gut! Wir haben viele ausverkaufte Shows, das Publikum war bisher immer großartig, unser Zusammenspiel wird von Konzert zu Konzert besser. Gerade die Auftritte in England waren super, allem voran natürlich London, aber auch in Deutschland läuft es wirklich hervorragend. Wir hatten auch viele ausverkaufte Konzerte in Ländern, in welchen normalerweise nicht so viele Leute zu OPETH-Shows gehen, ich denke, das ist schon ein sehr gutes Zeichen!

Ihr tourt zusammen mit den wiedervereinigten CYNIC. Wer hatte sich denn diese Band ausgewählt?

Ich glaube, es gab vier verschiedene Bands zur Auswahl. Ich weiß allerdings nicht genau, ob es unsere Entscheidung oder die Entscheidung des Managements war, dass CYNIC mit uns touren. Aber sicherlich hatte da Michael (Åkerfeldt, Bandkopf, Gitarrist und Sänger, Anmerk. d. Verf.) seine Hände mit im Spiel, ich glaube, er ist ein großer Fan von ihnen. Ich hatte damit nichts zu tun, hehe, aber ich denke, das ist eine gute Konstellation.

Sie passen musikalisch sehr gut zu uns, sie haben eine eigene Identität und sind für viele einfach nur Kult aufgrund ihrer Geschichte. Und natürlich sind CYNIC unglaublich fähige Musiker! Das Publikum bekommt eine tolle Bandbreite an hochwertiger Musik geboten. Sie spielen auch progressive Musik, aber nicht in derselben Art wie wir!

CYNIC sind weit technischer und binden viel aus dem Jazz in ihre Musik ein!

Exakt! Es ist toll, ihnen beim Spielen zuzuschauen. Mir gefällt ihre Musik sehr. Aber es macht auch einfach viel Spaß mit ihnen, wir scherzen viel untereinander und haben einfach gemeinsam eine gute Zeit!

Und wie gefallen dir die Opener THE OCEAN?

Ich mag sie ebenso sehr! Ich habe noch kein Album von ihnen, aber wenn ich wieder nach Hause komme, werde ich mir alles von ihnen in Ruhe anhören. Auf Tour habe ich nicht soviel Zeit. Eine tolle Band!

Wenn ihr unterwegs seid, habt ihr dann eigentlich auch die Zeit und Möglichkeit, euch ein wenig was von den Städten anzuschauen, in welchen ihr spielt?

Das hängt davon ab, wo man genau spielt. Wenn die Halle mitten in der Stadt ist oder nahe dem Zentrum, und wir frühzeitig dort ankommen, haben wir schon die Möglichkeit und nutzen dies auch. Ist der Veranstaltungsort aber weiter außerhalb und man muss erst ein Taxi oder den Zug nehmen etc. machen wir das eigentlich nicht, da es einfach zuviel Zeit kostet, wir können nicht den halben Tag mit hin- und herfahren verbringen.

Wir haben in der Regel um 16 Uhr immer Soundcheck, danach gibt es was zu Essen, dann kommen eventuelle Interviews usw., so dass man immer in der Nähe der Halle bleiben muss.

Wie oft habt ihr denn dann einen freien Tag?

Gewöhnlich spielen wir 6 Tage hintereinander, dann kommt ein freier Tag. Da die Konzerte aber meist auch Sonntags sind, ist meistens der Montag unser Day Off. Da unternehmen wir dann natürlich schon mal etwas.

Hm, kein großer Unterschied zu normaler Arbeit!

Hahaha ja wirklich!

Ihr habt ja das Live-Album sowie die DVD „The Roundhouse Tapes“ über Peaceville Records veröffentlicht. Warum gerade über euer ehemaliges Label?

Die Aufnahmen haben wir selbst aus unserer eigenen Tasche bezahlt und verschiedenen Plattenfirmen zur Veröffentlichung angeboten. Ich denke, Peaceville sind ein gutes Label, wenn man etwas mit schöner, spezieller Verpackung veröffentlichen will, sie haben das nötige Wissen. Außerdem waren sie bereit, uns dafür viel Geld zu bezahlen, mehr als die anderen, hahaha!

Hatte evtl. auch die Tatsache, dass einige eurer früheren Werke über das Label erschienen, damit zu tun?

Ja natürlich, das hatte sicherlich auch großen Einfluss auf die Entscheidung. Es bestand einfach schon eine Beziehung und auch Erfahrungen, wie die Firma arbeitet.

Wo du gerade das liebe Geld angesprochen hattest, ich nehme mal an, dass ihr schon vom Musik machen leben könnt, richtig?

Korrekt, wir arbeiten nur noch für OPETH, hehe. Das ist schon sehr motivierend, wenn man sich nur auf die Musik konzentrieren kann.

Was kannst du uns über diesen Auftritt vom 9. November 2006 im Roundhouse in London erzählen?

Hmm, ja also ich denke eigentlich, dass jeder Auftritt nach einer Aufnahme besser ist als der Gig, welcher aufgezeichnet wird. Man hat einfach die ganze Zeit über im Hinterkopf, dass gefilmt wird, wodurch man sich auch selbst etwas unter Druck setzt. Du hoffst, dass du keine Spielfehler machst, dass du auch bspw. keinen Drumstick verlierst usw. Man konzentriert sich dabei so sehr darauf, dass es nicht mehr so viel Spaß macht. Außerdem darf man nicht vergessen, dass man für das Publikum spielt. Man darf nicht nur an die Aufnahme denken, man muss auch an die Leute vor der Bühne denken. Man muss einfach sein Bestes geben.

War es etwas Besonderes für euch, dort zu spielen?

Ja natürlich, das Roundhouse ist eine wirklich großartige Halle! Es war eine tolle Erfahrung, dort spielen zu können. Wir spielten ja an dem Abend zusammen mit PARADISE LOST. Und hier traten ja auch schon PINK FLOYD und THE DOORS und viele andere auf. Ich denke, der Abend war ein Erfolg.

Wann kam denn die Idee auf für dieses Live-Dokument?

Ich denke, wir waren für „Ghost Reveries“ zwei Jahre auf Tour. Nach ca. eineinhalb Jahren dachten wir darüber nach, dass es doch ganz gut wäre, davon etwas aufzunehmen. Etwas das zeigt, wo die Band gerade steht und auch was wir in den beiden Jahren getan haben.

Und weshalb fiel die Wahl dann letztendlich auf das Roundhouse?

Ja, also dort hatten ja wie ich schon sagte viele andere, legendäre Bands gespielt und auch aufgenommen. Und außerdem ist es einfach ein fantastischer Ort, dort zu filmen. Es sieht einfach schön aus, und dadurch, dass die gesamte Halle rund gebaut ist, hat man natürlich viel Platz für Kameras. Auch für die Lightshow boten sich dort gute Möglichkeiten.

Wie habt ihr die Songs für diesen Abend ausgesucht?

Puh… ich denke, wir hatten versucht, möglichst jedes Album abzudecken. Ich habe die Songs gerade nicht alle im Kopf…

Ich meine, ihr habt Stücke von jedem Album gespielt, mit Ausnahme von „Deliverance“.

Stimmt, wir haben bis auf „Deliverance“ von jeder Platte etwas gespielt, ich denke, das war eine gute Sache für die Fans! Wir hatten natürlich eine recht lange Spielzeit, und aufgrund der Tatsache, dass wir das Ganze aufnehmen, wurde natürlich eine spezielle Setlist zusammengestellt. So kann man nun auch Songs auf DVD sehen, die nicht auf unserer ersten DVD „Lamentations: Live At Sheperd’s Bush Empire“ enthalten sind. Und einige Stücke haben wir sowieso noch nicht so häufig live gespielt. So war es zum Beispiel klasse, Songs wie „Bleak“ und „Blackwater Park“ auf DVD festzuhalten.

Spielt ihr eigentlich während einer Tour generell jede Nacht exakt die gleiche Setlist?

Also innerhalb einer Tour kann es schon sein, dass wir immer die gleichen Songs spielen. Von Tour zu Tour ist sie aber immer verschieden. Innerhalb einer Tour ändern wir aber auch mal etwas ab, aber das kommt recht selten vor. Wir werden aber an zwei aufeinander folgenden Abenden Konzerte in Stockholm spielen. Da haben wir natürlich jeden Abend andere Stücke, so dass man auch wirklich zweimal hingehen kann und jedes Mal etwas anderes geboten bekommt.

Ich muss nach Stockholm! Mit eurem letzten Album „Watershed“ konntet ihr viele hohe Positionen in den Verkaufscharts weltweit erzielen. Was bedeutet so etwas für dich?

Als ehrlich gesagt kümmere ich mich nicht so sehr darum, das ist mir eigentlich ziemlich egal. Ich verfolge die Charts nicht, da sich dort in der Regel Musik tummelt, mit welcher ich absolut nichts anfangen kann. Es ist ein wenig verrückt, wir sind ja auch nicht gerade die typische Band für die Charts, unsere Musik wird nicht im Radio gespielt, und unsere Videos laufen auch nicht wirklich im Fernsehen. Gleichzeitig ist es aber auch ein gutes Zeichen. Es scheint, dass sich doch recht viele Leute auch für Musik abseits des Mainstreams, abseits der typischen Popmusik interessieren. Für Musik, welche sich deutlich davon unterscheidet. Das gefällt mir sehr gut!

Fühltest du dich während der Albumaufnahmen irgendeinem Druck ausgesetzt? Wie verliefen denn die Aufnahmen?

Man steht ständig unter Druck, wenn man ein Album aufnimmt! Aber nicht auf schlechte Art und Weise. Es war einfach harte Arbeit, und ich war anfangs wirklich sehr aufgeregt. Ich habe die Schlagzeugaufnahmen in sieben Tagen eingespielt. Ich denke, die Aufnahmen waren eine gute Erfahrung für uns. Wir haben insgesamt ca. einen Monat dafür benötigt. Wir hatten einen sehr strikten Zeitplan und arbeiteten gleichzeitig in zwei Studios, von morgens um 8 Uhr bis spät in den Abend, wodurch alles doch recht schnell fertig wurde. Produziert haben Mikael und Jens Bogren.

Klingt nach harter Arbeit! Gab es von außerhalb der Band irgendeine Art von Druck?

Nein, überhaupt nicht! Ich fühlte mich sehr sicher, da ich die Songs kannte. Als ich die neuen Stücke zum ersten Mal hörte, wusste ich sofort, dass sie richtig gut und stark sind. Ich glaubte an die Songs!

Wie habt ihr euch für die Albumaufnahmen vorbereitet?

Wir haben zuvor 5 Wochen lang konzentriert gemeinsam geprobt, um richtig tight zu werden. Das hat schon sehr viel geholfen. Mikael hatte sich ein kleines Home Studio gekauft, und darauf seine Demosongs aufgenommen. Anhand dieser Demos haben wir dann an den Stücken gearbeitet, jeder hat seine Parts hinzugefügt, die Arrangements wurden geändert.

Gibt es eventuell auch schon neue Songs, die ihr geschrieben habt bzw. existieren bereits erste grobe Pläne für das nächste Album?

Es wird ein neues Album geben, wenn wir von unseren Touren zurückgekehrt sind, und Mikael zu Hause genügend Zeit findet, an neuen Stücken zu arbeiten. Ich weiß, dass es noch einige alte Ideen gibt, welche er für eventuelle Aufnahmen zurückhält. Aber meist schreibt er neue Stücke für ein Album in einem Schwung. Wir haben vor vier Tagen etwas während des Soundchecks versucht, es waren einige wenige Riffs, die wirklich verdammt cool klingen, aber mehr gibt es momentan noch nicht.

Ich weiß, dass Mikael nicht nur auf Metal steht, sondern auch Prog Rock und Psychedelic aus den Sechzigern und Siebzigern sehr mag. Wie sieht es da bei dir aus, stehst du auch auf diese Klänge? Wie breit ist dein Musikgeschmack gefächert?

Ich höre mir viele verschiedene Stile an, ich bin nicht auf ein Genre festgefahren. Mikael hört vielleicht mehr Prog Rock als ich, er ist ein großer Plattensammler, und sein Leben dreht sich hauptsächlich um Musik. Ich höre mir das an, was mir gefällt, und mir ist es dabei völlig egal, was es ist. Für mich zählt nur gute Musik, ich höre nicht eine bestimmte Band an, weil sie diesen oder jenen Stil spielt.

Du spielst ja noch mit Mikael zusammen in BLOODBATH. Besteht die Chance, beide Bands mal zusammen auf Tour zu bringen?

Hahaha das glaube ich nicht! Das wäre verdammt harte Arbeit für uns, jeden Abend zwei Auftritte zu spielen!

Hahaha ja, aber das wäre wirklich genial!

Für die Fans sicherlich, aber ich glaube wirklich, dass das für uns zu hart wäre! Wir werden aber mit BLOODBATH auf einigen Festivals im Sommer spielen. Mal schauen, was passiert. Für uns steht aber auf jeden Fall OPETH an erster Stelle!

Wobei BLOODBATH in den letzten Jahren auch immer größer wurden!

Ja, das stimmt, die Band geht ziemlich ab! Das ist natürlich eine tolle Sache für uns. Aber wir müssen immer schauen, wie wir die Zeit für BLOODBATH finden. Das ist nicht immer einfach.

Das glaube ich. Genauso wie eure Kollegen von KATATONIA, die bei BLOODBATH mitspielen. Hey, wieso macht ihr nicht eine Tour mit OPETH, KATATONIA und BLOODBATH?

Hahaha DAS wäre ja noch härter! Tja, ich muss dich leider enttäuschen…

Wirklich schade, wäre ne super Sache! Bevor du festes Mitglied von OPETH wurdest, hast du der Band bei Konzerten und auf Touren ausgeholfen, da dein Vorgänger Martin Lopez gesundheitliche Probleme hatte. Wie kam das alles zustande damals?

OPETH spielten ich glaube 2005 in den USA, als Martin krank wurde. Ersatzweise half Gene Hoglan für einen Teil der US-Tour aus, aber für Europa brauchten sie noch einen weiteren Ersatz. Also erhielt ich von Mikael einen Anruf aus Amerika. Wir kannten uns beide schon etwas länger, ich stieg ja beispielsweise bereits 2004 in BLOODBATH ein. Aber wir kannten uns auch schon vorher. Ich spielte mit WITCHERY auf einem Festival, auf welchem auch OPETH spielten, da haben wir uns kennen gelernt. Das war natürlich für mich eine tolle Chance, bei OPETH aushelfen zu dürfen. Ich spielte dann gleich auf dem Sziget Festival in Ungarn.

Wie waren denn die Reaktionen der Fans auf dich? Haben sie dich gleich akzeptiert?

Hm, ich denke, es waren gemischte Reaktionen. Viele Leute hatten am Anfang, als ich noch der Ersatzmann war, ein wenig Probleme mit mir. Ich denke, das hängt damit zusammen, dass wenn man auf ein Konzert geht, man das gleiche hören und sehen möchte wie auf dem Album. Ich habe versucht, möglichst detailgetreu alles nachzuspielen, was am Anfang sicherlich nicht einfach war, aber ich bin eben eine andere Person. Einige Leute mögen es auch nicht, wenn sich Dinge ändern. Ich denke, mittlerweile werde ich von den Leuten sehr gut aufgenommen. Das hat sicherlich auch mit meiner Leistung auf „Watershed“ zu tun.

Wie schwierig war es denn für dich am Anfang, die Songs zu spielen?

Ich habe mir zuerst die Strukturen der Stücke angeschaut, mich mit diesen intensiv befasst und diese verinnerlicht. Ich habe dann versucht, diese so genau wie möglich nachzuspielen. Im Laufe der Zeit und mit viel Übung klappte dies dann immer besser, und inzwischen spiele ich auch die alten Songs ziemlich frei, mit kleinen Improvisationen. Es ist nun relaxter für mich, ich kann mich mehr auf die Musik konzentrieren, nicht nur auf das Schlagzeugspiel selbst.

Was hat sich in deinem Leben alles verändert, seit du in OPETH bist?

Ich sehe niemals meine Familie, hahaha! Nein, ich spiele jetzt natürlich viel mehr Live, deutlich öfter als die vielen Jahren zuvor. Vor OPETH hatte ich nie wirklich lange getourt. Daher bin ich natürlich nicht mehr oft zuhause. Dafür kann ich nun von der Musik leben, und muss nicht mehr hauptsächlich arbeiten, um dann Abends oder an den Wochenenden mein Hobby zu leben. Das ist natürlich absolut genial! Ich kann mich voll und ganz auf die Musik konzentrieren.

Das führt natürlich auch zu einer ganz anderen Akzeptanz bei den Leuten, wenn man von der Musik leben kann, als wie wenn es sich „nur“ um eine Amateurband handelt. Sie verstehen es besser, wenn man viel Zeit damit verbringt. Es ist ein ganz anderer Respekt da. Ich könnte mir mittlerweile nichts besseres mehr vorstellen, als bei OPETH zu sein! Ich kann nun tun, was ich möchte!

Welche Tour mit OPETH war bisher das Optimum und warum?

Ich schätze, unsere Tour durch Australien! Ich liebe Australien, wir spielten immer vor großem, wirklich fantastischem Publikum. In jeder Stadt hatten wir einen tollen Abend, es lief besser als wir uns erhofften. Ich liebe dieses Land uns seine wundervolle Landschaft!

Habt ihr in vielen Städten dort gespielt? Und hattest du viele Möglichkeiten, dir das Land anzuschauen?

Wir spielten in Perth, Adelaide, Melbourne, Sydney und Brisbane. Dort spielten wir dieses Jahr, 2006 waren wir auch noch in Aukland, das ist in Neuseeland, ebenfalls ein sehr schönes Land! Ich hoffe, wir können noch viele Tourneen in Australien und Neuseeland spielen. Beim letzten Mal blieb ich noch 10 Tage in Neuseeland, das war absolut fantastisch. Dieses Mal war der Zeitplan etwas enger gesteckt, alles war etwas hektischer und stressiger. Da die Distanz zwischen den Städten ziemlich groß ist, mussten wir von Auftritt zu Auftritt immer fliegen. Man musste immer früh aufstehen, obwohl die Show am Abend zuvor natürlich sehr lange ging, dann flog man den halben Tag über das Land. Dann kommt man an, erledigt den Soundcheck, isst etwas, die Show beginnt.

Nicht wirklich viel Spaß!

Hm, ja, aber eine sehr gute Erfahrung, und man bekommt doch etwas vom Land und den Leuten mit. Ich sah die schönen Landschaften, und ich genoss das tolle Wetter dort. Und ich lernte einige sehr nette Fans kennen. Ich in auch nicht müde, immer wieder auf Tour zu gehen, unterwegs zu sein. Aber es ist manchmal schon hart, das ganze Reisen, jeden Tag an einem anderen Ort zu sein, seine Freunde und seine Familie nicht zu sehen. Die meiste Zeit des Tages verbringt man sowieso mit dem Warten auf den Auftritt.

Wie kam es eigentlich zu der Idee mit diesem Briefcover für die Special Edition von „Watershed“? Steckt da eine besondere Bedeutung dahinter?

Ähm. Ich weiß, dass Mikael die Texte nicht abgedruckt haben wollte, da sie zu persönlich sind. Aber wenn man mit dem Booklet arbeitet, wenn man genau zuhört und all die Hinweise kombiniert, kann man die Texte herausfinden. Ich weiß nicht, ob schon jemand den Code geknackt hat.

(Unterbrechung vom Tourmanager, welcher uns ermahnt, dass in fünf Minuten eine Fotosession stattfinden soll)

Ok, dann machen wir lieber schnell. Auf welchen Sommerfestivals werden denn OPETH nächstes Jahr in Deutschland spielen?

Das weiß ich noch gar nicht!

Gibt es denn ein Festival, an welches du dich gerne zurückerinnerst?

Ja, das Summer Breeze hier in Deutschland. Wir haben da 2005 gespielt. Es war eine meiner ersten Shows mit OPETH. Das war wirklich überwältigend! Die Reaktionen der Fans waren einfach fantastisch!

Seid ihr eigentlich noch mit den ehemaligen Bandmitgliedern Martin Lopez und Peter Lindgren in Kontakt?

Ich habe noch nie Martin Lopez persönlich getroffen, daher kenne ich ihn leider nicht. Aber ich weiß, dass Martin (Mendez, Bassist, Anmerk. d. Verf.) mit ihm in Kontakt ist. Ich glaube, er ist wieder in zurück in Uruguay. Peter habe ich vor ca. einem halben Jahr das letzte Mal getroffen. Wir haben viel miteinander geredet. Es geht im gut, er hat jetzt eine neue Arbeit.

Was ist eigentlich mit deiner anderen Band WITCHERY los? Man hört ja überhaupt nichts mehr!

Ich weiß es nicht, hahaha! Wir haben seit Jahren ein neues Album geplant, aber irgendwie finden wir nie die Zeit dafür. Klar, ich bin ja auch viel auf Tour. Und Patrik (Jensen, Gitarrist, Anmerk. d. Verf.) ist auch viel mit THE HAUNTED unterwegs. Das Gleiche gilt für unseren Bassisten Sharlee D’Angelo, der ja auch nicht nur bei ARCH ENEMY aktiv ist. Es ist einfach sehr schwierig, uns alle zusammenzubringen, da wir normalerweise Live aufnehmen. Wir haben jetzt aber geplant, uns im Januar zu treffen, um das Album endlich aufzunehmen. Die Songs sind alle fertig, und ich denke, wir können die Platte in vier bis fünf Tagen einspielen.

Wird es mit deiner anderen Band SATANIC SLAUGHTER weitergehen?

Das glaube ich nicht, da ja Ztephan Dark 2006 starb und er der Bandgründer und die treibende Kraft hinter SATANIC SLAUGHTER war.

Ok, vielen Dank für das Interview!

Ich danke dir, und viel Spaß auf der Show!

17.12.2008

Geschäftsführender Redakteur (stellv. Redaktionsleitung, News-Planung)

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