Opeth - Blackwater Park

Review

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Eine annähernd adäquate Rezension eines Opeth-Werkes setzt zunächst ein mindestens einwöchiges Studium der Scheibe mit täglichem Minimal-Konsum von etwa 4 Std. voraus. Derart komplex bis verspielt sind auch diesmal die Kompositionen und Arragements von Mastermind Mikael Åkerfeld. Dennoch beschreitet „Blackwater Park“, das nunmehr fünfte Album der schwedischen Prog-Death-Metaller, den auf dem Vorgänger „Still Life“ eingeschlagenen Weg der musikalischen Konkretisierung konsequent weiter: Das Gros der Melodien ist insgesamt wieder ein Stück weit eingängiger („Harvest“, „The Drapery Falls“), die Gitarrenarbeit baut – in nach wie vor fantastischen Harmonien – diesmal verstärkt auf teppichgleiche Untermalung des gesanglichen Geschehens, wobei die eigenständige Gegenläufigkeit der Riffs doch etwas unter den zumeist offenen Gitarren leidet. Åkerfelds Growls scheinen indes immer sinistrere Sphären in den schlammigen Tiefen seines Rachens zu ergründen, und diesmal sind sie es, die die weitaus größte Komponente der gebotenen Aggression repräsentieren. Die Riffs und das Drumming halten sich, was die Angriffslust anbelangt, leider auffallend zurück. Die weiterhin vermehrt auftretenden Clean-Vocals bewegen sich z.T. in fragilen Höhen, in denen man sonst nur einen gewissen Herrn Kürsch vermuten würde. Das tief emotionale Wechselbad zwischen brutaler Aggression und stillen In-sich-gekehrt-Seins verstehen Opeth auch auf diesem Output in unübertroffen brillianter Art und Weise zu durchleben. Die ungebändigte Spielwut, die einst 20-minüte Ausmaße anzunehmen vermochte, wird zunehmend in einen konkreteren Rahmen gerafft, jedoch gänzlich ohne dabei an Intensität zu verlieren. Ob man diese Tatsache nun als Verlust eines einstmaligen Qualitätsattributs der Atmosphäre oder als folgerichtige Entwicklung weg von der schwülstigen Dimensions-Protzerei interpretiert – „Schwere Kost“ sind Opeth nach wie vor. Ihre epische Kraft haben die Songs weiterhin inne. Eine Ausnahme hierbei bildet allein der seit „Morningrise“ (1996) auf jedem Album obligatorische Non-Grunz-Beitrag, welcher in diesem Falle aus dem zwar schönen, dennoch etwas spröden und sehr einfach wirkenden „Harvest“ besteht, einem für Opeth-Verhältnisse mehr als atypischen klassischen Strophe/Refrain-Song. Sanfte Effekt- und Filterverwendung an diversen Stellen sowohl bei Gesang und Gitarre als auch beim Bass (man möge mich geißeln, jedoch mache ich sogar gewisse Funk-Allüren in der Bassline von „Blackwater Park“ aus!) sind bis zu einem gewissen Grat sicher der erstmaligen Poduktions-Mitarbeit des Porcupine Tree-Frontman Simon Wilson zuzuschreiben. Einen Anspieltipp auszuerwählen wäre nahezu zwecklos, da jeden einzelnen Song jene unvergleichliche Eigenständigkeit ausmacht. Dennoch hebt sich „The Drapery Falls“ in seiner Art ein wenig von den übrigen Stücken ab, insbesondere seine eigentümliche, dennoch seltsam vertraute, sanft tragende Melodie. Fast unbemerkt kippt diese Melodie dann in brutale Grunts, die bis zum wieder melodiösen Ende über die bisweilen beißenden Harmonien jagen – Opeth at its Best! Alles in allem wird „Blackwater Park“ in jeder Hinsicht einer Ausnahmeband wie Opeth gerecht – wenn es ihm auch irgendwie ein wenig an Charme und Seele der Vorgänger-Alben mangelt. Ansonsten gilt: Wenn einen auch die „Still Life“ auf Anhieb mehr überzeugen bis aus den Socken prügeln konnte, ist „Blackwater Park“ ein absolutes Erlebnis für Liebhaber musikalischer Komplexität.

17.03.2001

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25 Kommentare zu Opeth - Blackwater Park

  1. anarchy sagt:

    Ist die CD das Kunstwerk oder das Review ?!? Ich wollte ein pissnormales CD-Review lesen, aber mit meinem Kopf und den Fremdwörtern raff ich dat gar nich mehr. Guten Tag.

    5/10
  2. Acker sagt:

    Schon nach den ersten Tönen weiß man einfach: Ich höre Opeth! Soundmäßig kommt sie genauso aus den Boxen wie der Vorgänger "Still Life". "Blackwater Park" ist wieder ein sehr gutes Album, doch für mich bleibt "My Arms You Hearse" das non Plus Ultra in Sachen Sound, Dynamik und Aggression! Trotzdem FETTES ALBUM!

    8/10
  3. Acker sagt:

    Uups! Falsche Email Addy. Die richtige lautet: acker@indisgrace.de

    8/10
  4. grimm sagt:

    Hier nun die Fremdwörter-Light Version, meines "Blackwater Park" Eindrucks. YES! Opeth are back! Ich hab es selbst nicht für möglich gehalten und war die ersten Minuten auch recht skeptisch, aber "Blackwater Park" ist Opeth im perfektionierten Geflecht aus hässlicher Schönheit und Metal in Reinguss! Hier darf endlich wieder die bei "Still Life" vermisste Leidenschaft, die Leiden schafft, ange"himmelt" werden und die eigene Seele Leidet mit jedem komplexen Atemzug der Opeth typischen Gitarren-Riffs. "Blackwater Park" ist eine frischer Cocktail der Frühwerke "Morningrise" und "Still Life" geworden, wobei es "Morningrise" in den akustisch, ruhigen Parts nicht annährend erreicht, teilweise zu überladen wirkt und etwas belanglos, dafür aber in den Metal-Parts locker das (über)bietet, was einst zum Opeth-Standart gehörte. "Still Life" lässt es in jeder Disziplin am Startblock verwirrt und verstaubt hinter sich stehen und zeigt, dass die angestrebte Perfektion mit "Still Life" endlich erreicht wurde und man sich bei "Blackwater Park" wieder mehr dem leidenschaftlichen Soundklima und der Natur widmen konnte. Die Sound-Produktion setzt bei "Still Life" an, recht klar, aber nicht zu sanft, dann aber doch etwas steril, zu sauber, um ein überzeugendes Bild der rauen, epischen Natur vermitteln zu können. Wie erwähnt besitzen die gemächlichen Parts, keine so intensiv vergangene, epische Kraft mehr, wissen aber den Großteil, der derzeitigen Sounds auf Metal ALben, klar zu übertrumpfen. Bei den normalen Gesangparts wurde ein wenig experimentiert und man muß es als gelungen bezeichnen, auch wenn es Thematisch gesehen vielleicht nicht ganz zum Konzept passen mag. Was bleibt ist ein Opeth-Werk, welches zeigt, dass Weiterentwicklung nicht bedeuten muß, sich gänzlich neuen Soundwelten anzubiedern, sondern durch die Perfektion der eigenen Technik, und neuen, nicht zu anders wirkenden Einflüssen, Stagnation kein Möglichkeit hat zu gedeihen – hierdurch neue Fans hinzugewonnen werden können und man die etwas kritischere Gefolgschaft, nicht gegen den Kopf stoßen muss. Opeth ist wahrhaft einzigartig, in jeder Hinsicht! Eine Band, die sich als Vorbild jeglicher Musik-Szenen offenbart. grimm <www.opeth.com>

    8/10
  5. Thomas Emanuel sagt:

    Als ich vor einigen Jahren mehr durch Zufall eine Opeth CD bestellte (Orchid), war für mich eines klar. Diese Band spielt sehr anspruchsvollen Metal. Die Lyrik ist auf den Sound genau angepasst. Keine Band spielt so verspielerisch – machen oft auch den Eindruck einen "Umweg" zu spielen – wie Opeth. Opeth sind für mich die Metal-Götter schlechthin. Das neue Album ist auch sehr gelungen, da es dem Vorgänger gleicht. Was kann Opteh falsch machen ??? Nichts. MfG

    10/10
  6. *DeathGod sagt:

    Hey, die Scheibe ist ja wohl mal genial, oder? Die Spielen echt mit Leidenschaft, das macht sie so gut. Ich habe diese CD von anfang an geliebt!

    10/10
  7. Astoreth sagt:

    Es lohnt sich nicht ein Wort über das loszuwerden! EINFACH UNBESCHREIBLICH, GÖTTLICH, VOLLKOMMEN!

    10/10
  8. Kirashet sagt:

    Echt seltsam, ich hab mir die CD 1000mal angehört, ich finde keinen Zugang zu der Mucke, ich frag mich warum… naja, egal… Auf jeden Fall nicht mein Ding, obwohlich anspruchsvolle Musik liebe…

  9. Dionysos sagt:

    Blackwater Park. Auf jeden Fall eine der Scheiben des Jahres. Man kann wirklich nicht das passende Wort finden um dieses Musikerlebnis zu umschreiben. Ich sag einfach mal "göttlich". Dionysos

    9/10
  10. Alhazred sagt:

    Mikael’s Stimme ist erst zerbrechlich, doch im nächsten Moment growlt er plötzlich das die Boxen dröhnen, wobei grundsätzlich melancholische Melodien das Album durchziehen. Die überlangen Songs sind wegen seiner variablen Stimme und dem ständigen Wechseln zwischen harten Gitarrenriffs und ruhigen Akkustikpassagen trotzdem nicht langweilig. Bin mal gespannt ob diese Leistung auf dem nächsten Album noch gesteigert werden kann.

    9/10
  11. stativision sagt:

    es ist ein ordentliches album geworden, mit allen üblichen trademarks opeth: schnelle passagen wechseln sich recht unerwartet mit melodischen gitarrenparts, dem rohe und eigenständige gegrowle folgen himmlische, klare gesänge, allerdings nicht so oft, wie noch auf still life, insgesamt ist der härtegrad ein wieder ein wenig angehoben worden. innovation sucht man nach den ersten drei alben bei opeth leider noch immer vergeblich, bei still life war´s wenigstens noch das neue des konzeptalbums, das hier klingt wie ein konglomerat aus allen bisherigen opethalben, veränderungen ledglich in kleinsten details. leider sucht man die mitreissenden lieder grösstenteils vergeblich, ausser bleak und the drapery falls, mit grösseren abstrichen auch noch die "ballade" harvest (opeth als songwriterband?) und der abschliessende titelsong rauscht das material an einem vorbei, was auch schon ein problem bei still life war. die qualität der texte kommt nicht ganz an den vorgänger heran, aber die produktion ist hier um längen besser, weswegen ich die beiden auch gleichberechtigt nebeneinander stellen würde.

    7/10
  12. Das Unding sagt:

    NAJA, IS OPETH – KEIN ZWEIFEL ABER INSGESAMMT WIRKT ALLES EIN WENIG ÜBERLADEN UND PLANLOS ZUSAMMENGEFLICKT. VERSTEHT MICH NICHT FALSCH, ES IST IMMER NOCH BESSER ALS DIE MEISTEN ANDEREN RELEASES IN DEM BEREICH (AUSNAHME KATATONIA MIT LFDGD 100 POINTS) ZURÜCK ZUR SACHE, STILL LIFE FAND ICH BISHER DAS BESTE OPETH ALBUM DIE JUNGS WERDEN EINFACH GENIAL WENN SIE DEN FUß VOM GASPEDAL NEHMEN – ALLEIN THE MOOR IST DER HIT SCHLECHTHINN, DA KOMMT KEIN BLACK WP SONG RAN. TROTZDEM WÜRDE ICH DAS ALBUM MIT AUF DIE INSEL NEHMEN – IS JA IMMER NOCH OPETH. !!!!!!!! ALSO KAUFEN!!

    9/10
  13. Anonymous sagt:

    "Blackwater Park" war eigentlich der Name einer Psychadelic Rock Band in den 70ern… Opeth präsentiert mit diesem Album eine Orientierung in diese Richtung, denn die melodisch gehaltenen, atmosphärischen und knarzigen DM-Klänge werden durch akkustische, verträumte, progrssive bis hin zu psychadelischen Passagen, die nach Progressive Rock der 70er klingen, ergänzt und episch verpackt. Ein Werk, das verschiedene Emotionen ausatmet…Schmerz, Verbitterung, Verzweiflung, bittersüsse Melancholie…Wirre Soundmalereien, sanfte Töne, Laut/Leise-Akrobatik mit Dynamik, sehr harmonisches Gitarrenspiel….diese Elemente, neben gutem Songwriting machen "Blackwater Park" empfehlenswert und stellen Opeth als eine hochkomplexe Band dar, die mit der großen stilistischen Vielfalt so gut arbeiten kann, dass alles sehr natürlich wirk. In diesem Album steckt nicht nur sehr viel arbeit, die die musikalischen Fähigkeiten, der Musiker beweist, sondern vor allem viel Herz & Gefühl, was man an allen Sound-Ecken und -Enden hört…8 Pnkt., weil es für mich bessere Werke gibt..allerdings schafft auch diese Veröffentlichung, einen in andere Sphären zu entführen…liv

    8/10
  14. theshadowofdeath sagt:

    Gibt es noch etwas hinzuzufügen? Ich glaube nicht! Meine Vorgänger haben schon alles gesagt, was gesagt werden muß! 10 Punkte für ein Meisterwerk voller Emotionen!

    10/10
  15. noxy sagt:

    Auch ich kann hier nichts Weiteres mehr hinzufügen. Es ist einfach ein weiteres Meisterwerk von Opeth !

    10/10
  16. alarmist sagt:

    Grandiose Scheibe! Mehr muss man da nicht sagen!

    10/10
  17. horizon sagt:

    Eine meiner absoluten lieblingsscheiben…opeth haben mich bisher noch nie enttäuscht. es stimmt einfach alles. keine großen reden- einfach verdiehnte 10 punkte

    10/10
  18. börnite sagt:

    Diese CD ist genial..klar, sie kommt nicht an die ersten 3 ran, trotzdem.. wirklich Top!.. auch wenn ich zugeben muss das sie ein paar Durchläufe brauchte 😉

    9 Points

    Anspieltipps: Blackwater Park, Bleak, Harvest

    9/10
  19. dark summoning sagt:

    ich spar mir an dieser Stelle nen langen Kommentar, wer das Potential dieses Jahrhundertwerks nicht erkennt oder der Meinung
    ist, die ersten Platten wären viel besser gewesen, der hat die Platte scheinbar nicht gehört….
    Fazit: Nicht von dieser Welt…..
    und da es sowieso ein Frevel ist, einer Opeth Platte weniger als 10 Punkte zu geben (außer Deliverance, der würd ich 9 geben), erübrigen sich die Punkte sowieso…

    10/10
  20. matthias ehlert sagt:

    Opeth im Zenit ihres Könnens. Die Beste, 12 von 10 Punkten. Heute sind sie mehr Prog, sanfter, dabei immer noch richtig gut. Auf diesem Opus halten sich Death- und Progeinflüsse noch die Waage, Akerfeldt setzt hier seine (bemerkenswert guten) Growls noch oft und wirkungsvoll ein. Klassiker!

    10/10
  21. sascha sagt:

    CD, die man am Stück geniessen MUSS.
    Wer Ghost Reveries mag, wird diese CD genau so mögen, nur ist Blackwater Park ein ganzes Stück verpielter.
    Meisterwerk

    10/10
  22. soul!!!! sagt:

    einfach unglaublich schön! meisterwerk!!!

    10/10
  23. dermeister sagt:

    absolute perfektion.
    die mischung aus fragilen teilen und häreren aggressiven teilen ist hier einfach nur perfekt.
    dazu hat dieses album einen ganz besonderen flair den nicht sehr viele alben besitzen

  24. dermeister sagt:

    oh sorry, der wollte die 10 nicht nehmen und hat stattdessen die null genommen 🙁

    10/10
  25. Anonymous sagt:

    dieses album besitzt eine außergewöhnliche atmosphäre. für mich muss so musik klingen!!
    wobei ich den genre "melodic death metal" irgendwo noch ein progressive anhängen würde, denn das ist opeth und diese cd allemal!

    10/10