Savage Messiah
Savage Messiah

Interview

Die britische Metal-Band SAVAGE MESSIAH hat mit "Insurrection Rising" gezeigt, wie Thrash der alten Schule gespielt werden kann ohne altbacken zu wirken und wie moderne Elemente in Songs klingen müssen ohne im Melodic Death Metal-Einheitsbrei zu versinken. Gitarrist und Sänger Dave Silver nahm sich die Zeit ein paar Fragen von uns zu beantworten.

Savage MessiahHallo Dave! Ihr habt gerade “Insurrection Rising” veröffentlicht. Das Album hat starke Parallelen mit traditionellem, altmodischem Thrash Metal. Kannst du mir etwas über das Feedback sagen, dass Ihr bisher bekommen habt?

Soweit haben wir durch die Bank sehr gute Resonanzen für das Album bekommen. Es gab gute und sogar überraschende Vergleiche. Wir sind einfach froh, dass die Platte draußen ist und die Leute so drauf einsteigen.

Wo siehst du die Unterschiede zwischen Eurem Debüt-Album “Spitting Venom” und “Insurrection Rising”?

Also, erstmal war die erste Platte “Spitting Venom” eine Eigenleistung von mir, mit der ich versucht habe mich in London aufzustellen. Durch das Album konnte ich Musikern, mit denen ich spielen wollte, etwas präsentieren. Das Album war also eine Art Sprungbrett für die Entstehung der Band. “Insurrection Rising” auf der anderen Seite ist das Produkt einer stabilen, hart arbeitenden Band. Wir arbeiten stark zusammen und wenn ich mir das Resultat so anhöre, muss ich sagen, dass es einfach funktioniert, weil die Chemie in der Band stimmt.

Wie bereits erwähnt gibt es starke Parallelen zu Bands wie TESTAMENT. Was glaubst du, gibt es immer noch ein Publikum für SAVAGE MESSIAH? Immerhin sind da draußen jede Menge gute Thrash Metal-Bands.

Ich denke, da unsere Musik nicht einfach nur in die Schublade “Thrash” gesteckt werden kann, haben wir das Potential ein breites Publikum zu erreichen. Natürlich mögen wir Bands wie TESTAMENT, KREATOR, METALLICA und so weiter. Aber wir wurden auch durch Bands wie JUDAS PRIEST, QUEENSRYCHE oder ICED EARTH beeinflusst und wir hören auch neuere Bands wie LAMB OF GOD, ARCH ENEMY, NEVERMORE und andere und so werden wir uns alle Optionen offen halten.

Ihr habt das Album mit Elementen aus Death Metal und sogar Rock aufpoliert. In “In Absence Of Liberty” gibt es zum Beispiel eine Stelle, die fast nach LED ZEPPELIN klingt. Ihr habt Euch von vielen Bands inspirieren lassen, oder?

Ja, das stimmt. Das zeigt das breite Spektrum, dass wir abdecken wollen. Unser Sound basiert nicht wirklich auf irgendeiner speziellen Band, wir nehmen uns einfach Elemente von überall. Von URIAH HEEP oder SAVATAGE bis PANTERA oder MORBID ANGEL ist alles dabei. Tatsächlich ziehen wir im Studio die seltsamsten Einflüsse aus dem Hut. Zum Beispiel gibt es eine Stelle in “Corruption X” mit einer dissonanten Hammondorgel, die für mich wie ARTHUR BROWN’S KIGDOM COME [eine britische Rock-Band von Arthur Brown aus den 1970ern, Anm. d. R.] klingt, oder nimm die Akustikgitarre in “He Who Laughs Last”, die auf ihre Weise nach NICK DRAKE [verstorbener britischer Gitarrist, Sänger und Songwriter, Anm. d. R.] klingt. Aber, weißt du, am Ende des Tages musst du einfach einen Schritt zurücktreten und dich fragen: Rockt es? Und wenn du fühlst, dass du das Beste gegeben hast und du damit glücklich bist, dann ist es gut.

Ihr habt mit dem legendären Produzenten Chris Tsangarides (JUDAS PRIEST, THIN LIZZY) gearbeitet. Warum habt Ihr ihn ausgesucht?

Wir hatten die Möglichkeit mit Chris zusammenzuarbeiten, als wir noch ohne Label waren und ich denke, seine Referenzen sprechen für sich, warum wir mit ihm arbeiten wollten.

Eigentlich mögen Künstler solche Fragen ja nicht, trotzdem: Kannst du mir etwas über den Namen deiner Band sagen? Gibt es einen Zusammenhang zum biografischen Film “Savage Messiah” von 1972?

Nur in dem Sinne, dass ich den Film in einer Programmzeitschrift sah und dachte: ‘Das wäre ein guter Name für eine Heavy Metal band’. Und da hört der Zusammenhang auch schon auf… haha. Ich denke um das richtige Publikum auf Anhieb zu erreichen, brauchst du einen Namen der sagt ‘Wir spielen Heavy Metal’. Es klingt außerdem etwas old school, was gewollt ist. Der Trend moderner Bands geht ja in die Richtung, dass der Name mehr eine Phrase oder ein Satz ist. Aber das hätte für uns nicht gepasst.

“He Who Laughs Last”, “The Nihilist Machine”, “The Serpent Tongue Of Divinity” – es sieht so aus, als hättet Ihr eine Schwäche für diabolische Themen. Was kannst du mir über die Ideen hinter den Songs sagen?

Eigentlich sind die meisten meiner Ideen mehr in Dystopia verwurzelt, als dass sie etwas mit diabolischen Themen zu tun hätten. Ich finde, unsere Gesellschaft ist sehr auf eine Art Anti-Utopia ausgerichtet. Du kannst überall um dich herum alle Facetten von sozialer Konditionierung entdecken, etwa in der Form, dass den Leuten gesagt wird, was Schönheit sei, wie sie denken sollen und sogar was unser Konzept von Freiheit sei. Und obwohl wir keine hochtrabende Botschaft haben, ist dieser Themenkomplex ein viel inspirierendes Sujet für gute Songtexte als Zombies, Bier oder Satan.

Vielen Dank für deine Antworten. Irgendwelche abschließende Gedanken?

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast mich zu interviewen! Und an all deine Leser: Stay HEAVY!!!

05.11.2009

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