Slayer
Tom Araya spricht über World Painted Blood

Interview

Wenn man im Thrash-Metal-Sektor nach der größten wegweisenden Band fragt, dann kann man als Antwort wohl nur SLAYER erwarten. Am 30. Oktober wird ihr neues Album „World Painted Blood“ erscheinen, und metal.de hatte das Vergnügen, mit einem sichtlich gut gelaunten und Kaffee trinkenden Tom Araya (Gesang, Bass) einen kleinen Plausch zu halten.

Slayer

Tom, mit eurem neuen Album „World Painted Blood“ folgt ihr erneut eurer eigenen Definition des heutigen Thrash-Metals. Das Album kann als logischer Nachfolger von „Christ Illusion“ gesehen werden, mischt dabei die klassischen SLAYER-Markenzeichen mit einem modernen Songwriting. Was war eure Intention, als ihr „World Painted Blood“ geschrieben habt?

Wir hatten eigentlich gar keine besonderen Intentionen. Wir wollten einfach nur ein neues Album machen. Unser Ziel war es, nicht nur mit ein paar fertigen Songs in Studio zu gehen, sondern schon mehrere Stücke fertig zu haben. Normalerweise gehen wir ins Studio und haben bereits alles zusammen, 10, 11 oder 12 Songs. So haben wir immer die Chance, die Stücke zu hören und zu bewerten. Das hört sich in dem Moment gut an, nach zwei Wochen hört es sich immer noch gut an, nach einem Monat noch immer usw. Diesmal jedoch nicht. Wir hatten fünf Nummern, an denen wir noch arbeiten mussten. Wir hatten diesmal keine Möglichkeit, uns zurückzulehnen und die Songs wirken zu lassen, was eigentlich unsere Vorgehensweise ist. Man möchte sich die Stücke ja nicht nach drei Monaten anhören und sagen müssen, dass es sich schrecklich anhört. Weniger vorbereitet zu sein war total neu für uns. Allerdings hat es ganz hervorragend funktioniert, man gab uns keine Zeit, die Sachen auszusitzen. Wir machten die Aufnahmen und fertig. Als wir anschließend das Werk hörten, konnten wir nur „Wow!“ sagen. Es ist unglaublich, ein wirklich großartiges Album. Hast du die Scheibe bereits gehört?

Ja, schon den ganzen Morgen und dann auf der Fahrt hierher auch die ganze Zeit.

Es ist fantastisch, es ist SLAYER! Das Album hat einfach alles. Viele neue Elemente…

Es gibt allerdings Momente, wie z.B. bei „Beauty Through Order“, die mich an ältere Nummern von SLAYER erinnern. In diesem Fall kommt einem an manchen Stellen „Angel Of Death“ in den Sinn.

Wirklich? Hm, das liegt wahrscheinlich am Sound, den wir recht klassisch gehalten haben.

Das spielt natürlich eine Rolle. Die Elemente hören sich auch nicht gleich an, kommen einem aber bekannt vor.

Unser Produzent Greg Fidelman (u.a. für SLIPKNOT und METALLICA tätig gewesen) hat uns immer wieder in den Arsch getreten und war dabei begeistert von dem neuen Material. Wenn Jeff (Hanneman, Gitarre) z.B. ein Riff gespielt hat, konnte er sich manchmal kaum auf dem Stuhl halten und sprang und herum und meinte: „Das ist es!“. Er hat uns sehr motiviert.

Der Enthusiasmus ist mir auch aufgefallen. Manche Fans sagen ja, dass ihr mit den letzten drei Alben irgendwie eure Power und Aggressivität verloren hättet. Nun, all diese Kritiker dürften verstummen, wenn sie „World Painted Blood“ hören. Besonders dann, wenn du deine typischen Schreie loslässt. Es ist einfach wieder SLAYER.

Auf jeden Fall! Wir hatten auf Platte ja immer diesen Live-Sound. Und Greg hat noch mehr aus uns herausgekitzelt. Er wusste genau, wie die Stücke klingen sollten bzw. wie er sie hören wollte. Bei dem Mix des Albums kannst du alles hören. Jede Kleinigkeit, jedes einzelne Instrument. Schon als wir die ersten Rough-Mixe hörten, war uns klar, dass das Album fantastisch sein würde. Du hörst das Album und hast diesen klaren Sound, jede Winzigkeit ist differenziert und zu hören. Das hat uns sehr gefallen… und es ist SLAYER!

Was ist denn die Geschichte hinter „World Painted Blood“? Es gibt da ein paar Songs, die vom ersten Moment an fesseln und sich zudem sehr interessant anhören, wie z.B. „Americon“, „Human Strain“ oder „Not Of This God“.

Nun, „World Painted Blood“ war der erste Song zum Album, den Jeff fertig hatte und den wir zusammen geprobt haben. Es ist für uns der aktuelle Stand der Welt, und es geht um die Welt als solche. Musikalisch ist es ein eher groovender Track, Jeff hatte mit dem Stück viel vor. Bei den Aufnahmen kamen ihm noch mehr Ideen hinzu, die er umsetzen wollte. Wir wollten z.B. am Anfang der Nummer einen gesprochen Part haben, so was wie rückwärts gesprochen oder so. Jedenfalls hört man zur Einleitung der Nummer diesen Text in einer anderen Sprache. Ich hab jetzt nicht mehr den genauen Wortlaut bei mir, aber wir hatten einen Text, den wir von einem Bekannten in eine andere Sprache übersetzen und ihn dann sprechen ließen. Ich denke, das Resultat ist wirklich cool. Viele werden denken, dass die Passage rückwärts gesprochen wurde, dem ist allerdings nicht so. Die Person hat ganz normal gesprochen, aber zugegeben, es ist keine sehr gängige Sprache. Wir denken auch, dass die Leute nicht herausfinden werden, um welche Sprache es sich handelt.

Nun, wir werden sehen. Vielleicht hört man das Album ja auch in dem entsprechenden Land…

Nein, ich denke nicht. Es gibt nicht sehr viele Menschen, die das verstehen werden.

Ein Stamm aus Brasilien oder Inder? Irgendwelche Eskimos?

Nein, nein, niemand aus den Regionen. Jeff war jedenfalls total heiß auf diese Einleitung. Ich denke, er hat im Internet recherchiert und da bei Clips oder Musikstücken gesprochene Einleitungen gehört und ist dann scharf darauf geworden. Als wir im Studio waren, kam ein Mitarbeiter von Greg und hörte sich Jeffs Idee an und meinte, dass er genau die passende Person kenne. Er brachte uns dann mit einem Kumpel von ihm in Kontakt, der den Text schlussendlich übersetzte und sprach. Manchmal passieren eben diese kleinen Zufälle. Na ja, „World Painted Blood“ zeigt jedenfalls auf, wer wir Menschen sind, war wir tun, um zu überleben. Aber du hast eben ja auch von „Americon“ gesprochen. Hast du dir den Text auch gut angehört?

So gut es eben ging, ich habe nicht alles verstanden.

Dir gefällt dir Nummer also eher wegen der Musik?

Überwiegend. Fakt ist, dass der Text ziemlich kritisch mit einigen gutverdienenden Industrien umgeht.

Ja, du hast es verstanden. Der Song spiegelt SLAYER ziemlich gut wieder (lacht).

Wenn ich die CD habe, werde ich mir zuerst die Texte durchlesen.

Es ist ein ziemlich traditioneller SLAYER-Song, dabei aber auch ganz anders als die meisten Stücke von uns. Auf jeden Fall rockt das Teil wie die Hölle.

Das stimmt, die Nummer tritt Arsch!

Genau, es ist ein cooler Song.

Ihr schreibt ja immer noch nicht über Bienen und Blumen, sondern nehmt euch gerne gewalttätigen und kritischen Themen an.

Das ist richtig. Eine Zeile aus „Americon“ heißt „…it´s all about the motherfucking oil“. Wir alle bezahlen für diese beschissene Gier der großen Konzerne. Und der Preis dafür ist sehr hoch. Die ganze Welt scheint sich nur noch um das Öl zu drehen. Ich denke, wir haben unsere Wut darauf im Song gut rübergebracht.

Was ich mich immer frage ist, woher ihr nach all diesen Jahren noch die Inspirationen her nehmt. Ist nicht irgendwann mal jedes Thema durch?

Ganz einfach von alltäglichen Dingen. Mir ist dabei jedoch wichtig, den gleichen Song nicht noch einmal zu schreiben. Wenn ich einen Song schreibe, will ich, dass er sich von den bisherigen Stücken abgrenzt. Ich setze mich nicht hin und schreibe immer den gleichen Song… er hat immer einen anderen Titel (lacht)! Spaß beiseite, ich versuche beim Songwriting-Prozess immer meine Kreativität auszuleben. Das kann ich anhand von Themen aus dem Fernsehen, kleinen Artikeln aus der Zeitung usw. immer ganz gut rüberbringen. Natürlich schmückt man es noch ein wenig aus, um die Sache interessanter zu machen, indem ich Worte benutze, die sonst nicht so oft gebraucht werden. In einem SLAYER-Song wirst du z.B. nie das Wort „Love“ oder „Decorate“ lesen. Ich umschreibe das immer auf Umwegen so, dass es um Schluss richtig bösartig klingt.

Natürlich werden eure Fans neue Alben von euch immer mit euren Meilensteinen „Hell Awaits“, „Reign In Blood“ oder „South Of Heaven“ vergleichen. Gehen euch diese Vergleiche nicht mittlerweile auf den Senkel? Oder seid ihr stolz darauf, dass die Leute die Klassiker immer im Kopf haben?

So etwas kann man doch eigentlich nicht vergleichen! Wenn ich etwas vergleiche, dann ist es ein Album von einer Band im Gegensatz zu einem Album einer anderen. Das ist vergleichbar. Wir sind SLAYER, sollen die Leute doch vergleichen was sie wollen. Wir haben uns jedenfalls nicht hingesetzt und gesagt, dass wir unbedingt ein besseres Album als „Christ Illusion“ schreiben müssen. Wir hatten bei den Überlegungen zu dem Album drei Songs komponiert und mussten zu diesem Zeitpunkt Greg bereits buchen, um ihn nicht an andere Musiker zu verlieren. Wir fingen also im Februar an zu proben und gleichzeitig aufzunehmen. Jeff und Kerry (King, Gitarre) brachten weitere Songs mit, womit wir zu Beginn fünf Stücke hatten. Weitere sechs schrieben wir im Studio, um Greg beschäftigt zu halten. Und trotzdem klingen die Nummern alle super.

Auf jeden Fall, das Album hat mich weggeblasen. Nach so vielen guten Tatsachen kommen wir mal zu einem eher negativen Punkt. Man munkelt, dass SLAYER mit „World Painted Blood“ ihr letztes Kapitel geschrieben haben. Ist da irgendwas dran?

Das ist ein ganz, ganz blödes Gerücht.

Meiner Meinung nach wäre „World Painted Blood“ zwar ein hervorragendes Album zum Beenden einer erfolgreichen Karriere, gleichzeitig hoffe ich jedoch, dass SLAYER nie aufhören werden!

Wir werden nach der Veröffentlichung nächstes Jahr auf große Tour gehen und den Globus bestreiten. Mal sehen, was dann passiert…

Was beachtlich ist, ist die Tatsache, dass viele Bands heutzutage Probleme mit ihren Verkäufen haben, SLAYER aber anscheinend nicht so sehr. Ihr habt eine sehr treue und loyale Fanbasis.

Wir haben wirklich sehr loyale Fans. Wir verkaufen pro Album ungefähr 200.000 bis 300.000 Kopien, was heutzutage eine wirkliche Hausnummer ist. Wenn man das mit den sogenannten großen Acts wie BEYONCÈ usw. vergleicht, die Platinstatus erreichen, dann sieht man aber, dass die „nur“ 125.000 bis 150.000 Alben verkaufen. Die Plattenfirmen verlieren an denen richtig Kohle, weil die so hohe Erwartungen an die Künstler haben. Oftmals werden selbst die Shows von solchen Gruppen schlecht besucht, was die Sache noch verschlimmert. Wir sind in der glücklichen Lage, und dafür bin ich sehr, sehr dankbar, solch treue Fans zu haben. Das ist unglaublich. Unsere Fans kaufen unsere Alben und sie kaufen auch die Karten für unsere Shows. Es ist auch so, dass sich die Tickes schon vor der Veröffentlichung eines Albums super verkaufen. Sie bequatschen ihre Freunde, sich auch Tickets zu kaufen. Und sie kommen immer wieder und bringen immer ihre Freunde mit. Von vielen neuen Fans höre ich, dass sie erst durch ein Konzert von uns zu uns gefunden haben. Ihre Kumpels sagten ihnen, dass man SLAYER unbedingt live sehen muss, egal, wie man das Album auch findet. Selbst wenn man noch nichts von uns gehört hat. Auf Tour habe ich ein paar Fans getroffen, die uns vorher nur auf Platte kannten. Sie waren begeistert vom Konzert, von der Intensität der Performance. Ich bin ja kein großer Redner auf der Bühne, was daran liegt, dass ich die Musik lieber sprechen lasse. Ich bin kein Priester oder jemand, der die Cheerleader anfeuert. We are SLAYER. We are here to play! Wenn du uns nicht magst, dann zieh einfach den Stecker raus (lacht).

SLAYER sind natürlich gerade live eine Macht. Wenn ihr in der Rage eines Konzertes sagen würdet „Geht raus und zerstört die Stadt!“, dann würde die Menge es wohl tun.

Ja, ich denke, dass würden sie tun (lacht). Das ist wirklich gefährlich. Aber solange ich ihnen nicht sage, dass sie es machen sollen, hat niemand etwas zu befürchten. Es wird natürlich nie passieren aber ich fürchte, dass sie es tatsächlich machen würden (lacht).

Ihr habt ja bereits 1981 angefangen, zusammen mit den anderen großen Bands, METALLICA, ANTHRAX und MEGADETH.

Eigentlich…

Ja, ich weiß, sie kamen etwas später.

Hast du zufällig den Film „A Headbanger´s Journey“ gesehen?

Nein, bisher nicht.

Okay, in dem Film gibt es einen Teil der den Start der Bands beleuchtet, die diese Art von Metal vorangetrieben haben. Und da gibt es jemanden, der vorgibt, die Schlüsselfigur für all diese Bands gewesen zu sein, nämlich Dave Mustaine. Als ich das sah, rief ich sofort Kerry an und fragte, ob er den Film gesehen hat. Ich sagte ihm, dass Dave vorgibt, mit all dem angefangen zu haben und er sagte nur „What???“ (lacht). METALLICA, ANTHRAX und wir fingen ungefähr zur gleichen Zeit an, so um 1981. Wann ließen MEGADETH etwas von sich hören? 1985? Wir waren ja letztens auch wieder auf Tour mit Dave und Co. Wir spielten fünf Shows in Kanada. Mir wurde vorgeworfen, dass ich mal gesagt hätte, nie wieder zusammen mit MEGADETH zu spielen. Ja, das habe ich gesagt, aber so ist das Geschäft. Diese Bands zusammen sind sehr erfolgreich und die Kids wollen MEGADETH und SLAYER zusammen sehen. Das bedeutet aber nicht, dass ich Dave mögen muss. Ich muss mit ihm nicht herumhängen oder soziale Kontakte mit ihm pflegen.

Ich denke, dass Dave Mustaine mit niemanden herumhängen würde. Es kommt mir manchmal so vor, als ob er in seiner eigenen, kleinen Welt leben würde.

Ich habe mir seine Shows auf der Tour angesehen (schüttelt den Kopf)…er hat sich nicht verändert (lacht). Ich mag es eigentlich nicht, so was zu sagen, aber es war so was von langweilig. MEGADETH haben einige wirklich sehr gute Songs aber… das ist alles, was sie haben.

SLAYER hatten in ihrer Karriere viele Hochs, aber auch ein paar Tiefs. Was waren aus deiner Sicht die besten Momente?

Ganz klar: Der Tag, an dem ich meine Frau getroffen habe. Das war bei einer SLAYER-Show zur Zeit von „Divine Intervention“. Sie stand in der ersten Reihe vor der Absperrung und wurde von allen Seiten zusammengepresst.

Eine Frau in der ersten Reihe bei einem SLAYER-Konzert? Das ist hart!

Sie war allerdings auch die einzige Frau (lacht). Ich sagte der Security, dass man sie aus der Menge holen und sie hinter die Bühne lassen solle. Tja, und heute habe ich zwei wundervolle Kinder mit ihr und ein fucking great life! Und ich bin sehr dankbar dafür. 15 Jahre sind seitdem vergangen, wir sind immer noch verheiratet. Ich kann mich nicht beklagen.

Und der schlimmste Moment in Verbindung mit SLAYER?

Hm, schlimmster Moment. Ich weiß nicht, ob das wirklich ein so schlimmer Moment ist, aber als ich kurz vor einer Tour operiert werden musste, war das schon hart. Der Arzt meinte zu mir, dass ich mindestens acht Wochen bräuchte, um wieder auf den Damm zu kommen. Ich entgegnete, dass ich in vier Wochen auf Tour gehen würde. Er schaute mich nur an und sagte, dass er mir wirklich dringend acht Wochen empfehlen würde, um vollständig zu genesen. Ich kontaktierte unseren Manager und schilderte ihm den Sachverhalt. Er sah keine Möglichkeit die Tour zu verschieben, weshalb wir sie komplett absagen mussten. Das war schlimm für uns. Ich war total aufgeregt und hab mich gefreut, da die Tour an meinem Geburtstag starten sollte. Das hat mich damals ziemlich runtergezogen.

Dieses Mal hat euer Album nicht Rick Rubin sondern Greg Fidelman produziert.

Das stimmt. Wobei man sagen muss, dass Rick Rubin immer involviert ist. Seit vielen Jahren ist er ein Teil von uns. Niemand sonst hat so viel Einfluss auf uns. Wenn wir im Studio sind, bekommt er immer vorab die Stücke auf CD zugeschickt und er gibt zum Schluss sein Okay. Er hat noch niemals gesagt, dass er keine Zeit für uns habe, was wir ihm hoch anrechnen.

Er ist mit SLAYER verheiratet, oder?

Ja, so ungefähr. Ich weiß zwar nicht, wie die anderen Jungs darüber denken, aber wir stehen tief in seiner Schuld. Rick Rubin bescherte uns einen Plattenvertrag über zehn Alben! Er nahm uns stets unter seine Fittiche und war immer für uns da, er meinte nie, dass wir uns eine neue Plattenfirma suchen sollten oder ähnliches. Er hält diese Band am Leben, zumindest finanziell betrachtet. Ich weiß nicht, wo wir heute ohne ihn stehen würden. Er ist ein großer Fan von uns, er kam bereits zu unseren ersten Shows in New York und bot uns an, mit ihm zu arbeiten. Es war einfach Schicksal. Das Glück leuchtete zu diesem Zeitpunkt auf uns hinab und bescherte uns Rick. Wir wurden von seiner Plattenfirma nie zu etwas gezwungen wie z.B. „…ihr müsst die und die Show spielen!“ oder „…ihr habt so zu klingen!“. Nein. Wir wurden gefragt, ob wir die Tour spielen möchten, ob uns der Sound des Albums zusagt usw. Und wir haben im Gegenzug nie nein gesagt oder herumgezickt. Wir haben lediglich überlegt, wie wir was am besten machen könnten. Im großen Unterschied zu anderen Bands, die fragen, wie viel Geld es ihnen bringt oder von vorneherein sagen, dass sie überhaupt keine Lust haben. Wir haben nicht mit verschränkten Armen rumgesessen und überlegt, was wir machen könnten. Wir haben es einfach gemacht. Brian Slagel (Chef von Metalblade Records) fragte Anfang der 80er, ob wir einen Song für seinen „Metal Massacre“-Sampler beisteuern möchten. Natürlich wollten wir und wir schrieben den härtesten Song dieser Platte. Als er die Nummer hörte, wollte er unbedingt ein Album mit uns aufnehmen. Und wir fragten nicht, wie viel es uns kosten oder bringen würde. Wir machten es einfach. Einige Zeit später konnten wir ihn sogar bezahlen (lacht).

Rick Rubin ist natürlich eine Person, die zweigleisig fährt. Er hat ja auch Musiker wie Justin Timberlake oder Johnny Cash produziert, ja sogar Shakira. Braucht er diese musikalische Abwechslung?

Hat er die produziert? Hm, da musst du schon ihn fragen. Er ist natürlich ein erfolgreicher Produzent der sich aussucht, mit wem er arbeiten möchte. Er ist auf Johnny Cash zugegangen und hat ihm gesagt, dass er mit ihm arbeiten möchte. Johnny Cash hatte eigentlich keine Lust mehr auf das Business, weil er schlechte Erfahrungen mit Leuten von Plattenfirmen gemacht hat. U.a. weil sie ihm zu viel reingeredet haben. Rick konnte ihn allerdings beruhigen und kam zu ihm nach Hause, setzte ihm ein Mikrofon und eine Gitarre vor und Johnny Cash sagte okay. Rick hat sogar mit Neil Diamond gearbeitet. Und man kann von Neil Diamond kein wirklich gutes Album erwarten, oder? Aber er ist Produzent und muss machen, was er machen muss. Er wächst über seinen Horizont (lacht).

Tom, vielen Dank für das Interview!

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12.10.2009

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