tAKiDA
Von Zeit zu Zeit gerne auch cheesy

Interview

tAKiDA sind eine sehr erfolgreiche Band. Die Schweden konnten in ihrer bisherigen Karriere etliche Nummer-eins-Alben in ihrem Heimastland veröffentlichen. Ob dies mit dem neuen Album „Falling From Fame“ auch gelingt, steht aktuell noch in den Sternen. Wir haben uns mit Gitarrist Tomas Wallin zusammen gesetzt und über Erfolgsdruck, Corona und natürlich das neue Album unterhalten.

Hey Tomas, nett dich mal wieder zu treffen. Das letzte Mal war es zum Zeitpunkt des Releases von „Bury The Lies“ in Köln im legendären Underground (R.I.P.). Das ist nun schon ein Weile her. Erzähl mir doch einmal, was ihr so in der Zwischenzeit getrieben habt. Ein paar weitere Scheibchen sind eurem zweiten Album ja noch gefolgt.

Hi Colin. Ja, ist schon eine Weil her, dass wir uns getroffen haben. Naja, was haben wir so getrieben? Wir haben Musik aufgenommen, sind getourt. Dazu haben wir neues Material geschrieben und dann wieder alles von vorne (lacht). Wie das halt so ist. Hinzu kommt, dass wir alle Familien zuhause haben und damit, sowie der Band, voll ausgelastet sind. Immerhin konnten wir zwischendurch eine neue Platte schreiben und aufnehmen.

Wo wir direkt beim Thema wären. Glückwunsch zum neuen Album. Wie sind deine Gedanken zur neuen Platte?

Vielen Dank! Wir hatten eine richtig gute Zeit im Studio. Es kam uns sehr gelegen, dass es keine richtige Deadline für das Album und die Aufnahmen gab, also nahmen wir uns einfach die Zeit, die wir brauchten um das Album so fertig zu machen, wie es ist. Wir waren aber nicht durchgängig im Studio, sondern immer wieder einmal. Insgesamt von März 2020 bis März 2021.

Was sind denn deine Favoriten auf „Falling From Fame“? Ich persönlich finde „You Will Never Leave Us Behind“ herausragend ist, was ebenfalls für den Opener „Goodbye“ und „We Will Never Be There“ gilt.

Danke, Kumpel! Persönlich halte ich „Goobye“, „Feel You Falling Away“ und „In Spite Of Everything“ für sehr gelungene Stücke. Aber wie bei jedem Künstler ändert sich das bei mir täglich. Wenn du mich also morgen fragst, welches die besten Songs des Albums sind, dann wirst du vermutlich ganz andere hören, als ich hier gerade genannt habe (lacht). Das ändert sich echt täglich, sorry.

Ach, alles gut. Wie sind denn die Reaktionen in den Medien bislang?

Hmm. Um ehrlich zu sein, es gibt da noch nicht so viele. Die ersten beiden Singles haben aber schon ordentlich Airplay im Radio bekommen. Uns ist es auch viel wichtiger zu wissen was unsere Fans zu dem Album sagen, denn das bedeutet uns sehr viel.

Dann lass uns doch einmal tiefer in das neue Album eintauchen. Ich finde, dass eines eurer Trademarks eine melancholische Atmosphäre innerhalb der Songs ist, die aber niemals ins Depressive abdriftet. Macht ihr das bewusst oder geschieht es beim Songwriting zufällig?

Ja, das hast du gut erkannt. Wir haben schon immer eine gewisse Melancholie in den Songs gehabt. Das passiert aber keineswegs bewusst. Es ist einfach so, dass wir die Songs in der Art mögen. Es geschieht etwas Besonderes, wenn die Musik dich in irgendeiner Form berührt. Das gilt übrigens nicht nur für die Musik, sondern auch für die Texte. Robert (Sänger – cb) hat ein Talent Texte so zu schreiben, dass diese dann perfekt zur Musik passen, wenn du mich fragst. Ich selbst schreibe auch Texte in einer anderen Band (er meint BLOWBALL – cb) und bin persönlich ein besserer Texter, wenn ich ein wenig down oder aggressiv bin. Es ist eine Art dunkle Energie (lacht). Ein großes Genie sagte einmal :Glückliche Leute haben keine Geschichten!

Sag mir doch einmal bitte, wie es sich anfühlt nach fünf aufeinanderfolgenden Alben, die allesamt die Pole Position in Schweden erreichten, nicht mehr auf Nummer eins zu landen. Ihr wart in der Vergangenheit diesbezüglich sehr verwöhnt.

Nun ja, was soll ich darauf antworten (lacht)? Es ist natürlich schön, Preise zu gewinnen, sich die Charts von oben anzuschauen und all das. Am Ende ist es aber nur das. Nett, aber nichts was uns wichtig ist oder wonach wir streben. Wir schreiben einfach die Musik, die in unseren Herzen wohnt. Ob die Menschen das jetzt mögen oder nicht, ist, wie bei allem anderen auch, eine individuelle Sache.

Welchen Einfluss hatte die Pandemie auf das Songwriting auf „Falling From Fame“, wenn überhaupt?

Nun, ich würde nicht sagen, dass die Pandemie irgendeinen Einfluss auf das neue Album oder die Art unseres Songwriting hatte. Abgesehen vielleicht davon, dass das Album in dieser sehr speziellen Zeit entstanden ist. Wir sind das Songwriting aber wie bei den anderen Alben auch angegangen. Der einzige Unterschied ist, dass wir, als es mit der Pandemie los ging, mitten in einem Tourzyklus waren.

Andere Frage, gleiches Thema. Wie sehr vermisst ihr das Touren?

Total, keine Frage. Besonders, da wir eine neue Scheibe in der Pipeline haben. Aber ja, wir vermissen das ausgiebige Touren sehr und ich persönlich (wie eigentlich jeder andere auch) vermisse es sehr zu Shows anderer Bands zu gehen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob wir irgendwann einmal wieder zu Shows gehen können, wie wir es früher gemacht haben. Ich würde mir aber sehr wünschen, dass dieser Covid-Scheiß bald verschwinden würde.

Habt ihr eigentlich auch Live-Shows gestreamt? Falls ja, wie war es ohne Publikum zu spielen?

Nö, haben wir nicht. Wir waren uns diesbezüglich auch einig, dass wir so etwas nicht tun wollen. Wir dachten eher, dass wir die Zeit nutzen sollten, um ein neues Album aufzunehmen. Wer hätte annehmen könne, dass der ganze Scheiß so lange andauert? Das ist so surreal.

Lass uns noch einmal auf eure Songs zu sprechen kommen. Ich bin der Meinung, dass einer der besten Refrains auf „Falling From Fame“ ist der von „You Will Never Leave Us Behind“. Schön catchy, aber nicht cheesy. Stellt es euch vor Probleme immer wieder auf der Rasierklinge zu balancieren um euch so tolle Melodien auszudenken?

Vielen Dank, Colin. Melodien sind ein sehr wichtiger Punkt für uns. Sowohl in der Musik, als auch in den Gesangsharmonien. Ich bin mir nicht sicher, ob es schwierig ist, aber wir müssen es fühlen, wenn du verstehst was ich meine. Wir mögen es aber auch cheesy von Zeit zu Zeit (lacht). Wir haben eigentlich immer das gemacht wonach uns war, und es hat uns dorthin gebracht, wo wir heute sind.

Eigentlich ein schönes Schlusswort, ich möchte allerdings noch die Frage nach Tourplänen stellen. Habt ihr da was in der Röhre?

Ja, in der Tat. Wir haben ein paar Gigs in Schweden und Norwegen gebucht. Außerdem sind wir im Februar in Deutschland auf Tour. Deshalb danke, dass du fragst. Wir mussten die Tour drei Mal verschieben, also werden wir nun loslegen. Hoffe ich zumindest (lacht).

Die berühmten letzten Worte gehören dir, Tomas.

Vielen lieben Dank! Seid verantwortungsvoll und lasst euch impfen. Trinkt nicht, wenn ihr fahren müsst und seid nett zu Tieren. Seid die, die ihr sein wollt, produziert keinen Müll und hört euch Takida an. Respektiert die Unterscheide zwischen Menschen, liebt eure Familien und scheißt auf Rassisten.

01.09.2021

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