Vomitory
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Interview

VomitoryDa ich mich noch nicht allzu sehr mit eurer Karriere beschäftigt habe, wäre ich dankbar, wenn du kurz erzählen könntest, wie Vomitory entstanden sind und was seit der Gründung so passiert ist. Was war der Hauptgrund für euch, die Band ins Leben zu rufen ?

Vomitory wurden im Oktober 1989 von Urban Gustafsson und Ronnie Olson gegründet. Ich selbst bin einige Monate später dazugestossen. Der Hauptgrund, die Band zu gründen, war für uns, dass wir schnelle und brutale Musik machen wollten. Wir standen (und stehen immer noch) ziemlich auf Bands wie Sodom, Slayer, Venom, Celtic Frost, Sepultura und Napalm Death, die uns inspiriert haben, selbst eine Band zu gründen. Bevor wir dann unser erstes Album veröffentlicht haben, machten wir einige Demos, im Jahr 1993 kam eine 7″ mit dem Namen „Moribund“ dazu, und 1995 kamen wir dann an Fadeless Records, die Interesse an unserem 94er Demo zeigten („Through sepulchral shadows“). Wir haben zwei Alben über sie veröffentlicht, nämlich „Raped in their own blood“ 1996 und „Redemption“ im Jahr 1999. Ausserdem haben wir 1999 noch eine 10″ Picture Mini LP rausgebracht, um unser 10jähriges Bestehen zu feiern. Zwischen 1997 und 1999 haben wir einige kleine Tourneen in Europa hinter uns gebracht, und im April 2000 hatten wir dann die Möglichkeit, als Support für Cannibal Corpse aufzutreten. Die Tour schloss auch die No Mercy Festivals ein, auf denen wir mit Deicide, Cannibal Corpse, Vader, Immortal, Marduk, Dark Funeral und Hate Eternal spielen konnten. Letztes Jahr kamen wir in Kontakt mit MetalBlade Records, was dann auch zu einem Deal führte. Tja, und jetzt haben wir unser drittes Album „Revelation nausea“ released. Während den zehn Jahren, in denen Vomitory nun besteht, gab es auch eine Wechsel im Line Up, aber der Kern der Band ist immer noch derselbe – Urban, Ulf und ich. Vomitory 2000 bestehen demnach aus Erik Rundqvist (bass/vocs), Urban Gustafsson und Ulf Dalegren (git) und mir selbst, Tobias Gustafsson (drums).

Wenn du heute zurückblickst – was denkst du über eure vergangenen Releases, die Entwicklung der Band und vor allem über dein Leben ? Klar ist das schwer zu sagen, aber denkst du, dass Fehler gemacht wurden ?

Ich mag nach wie vor alle Veröffentlichungen und da ist nichts, was ich wirklich bereuen würde. Alles, was wir über die Jahre hinweg herausgebracht haben, repräsentiert einen bestimmten Abschnitt der Bandvergangenheit, und es ist amüsant, die Entwicklung der Band zu betrachten und zu sehen, wo wir heute stehen. Jetzt, einige Jahre nach der Veröffentlichung, wirst du immer ein paar Fehler oder ein paar Dinge entdecken, die du nicht magst, oder die du hättest anders machen können. Die Produktion ist ein gutes Beispiel dafür, aber so waren die Bedingungen und die Situation damals nunmal. Wenn ich mich jetzt an die frühen Jahre zurückerinnere, denke ich, dass wir soviel mehr hätten machen können, um uns selbst voran zu bringen, aber es lief für uns offensichtlich auch so ganz gut, auch wenn es ein paar Jährchen länger gedauert hat. (Anm.d.Red. Ich wünschte, andere Bands würden das auch so sehen und nicht mehr Energie in die Vermarktung investieren als in die Musik) Die Band besteht nun seit 11 Jahren und wir sind nun auch 11 Jahre älter; natürlich betrachten wir das Ganze jetzt aus einer gereifteren Position und sehen auch andere Möglichkeiten als damals. Unsere einzige Zielsetzung war, ein Album auf den Markt zu bringen – und dieses Ziel erreichten wir 1996. Wenn wir uns jetzt von Album zu Album neue Ziele stecken, dann sehen wir eine geringfügige Möglichkeit, davon leben zu können – wenn wir hart arbeiten und auch noch etwas Glück haben. Natürlich wissen wir aber auch, dass es richtig hart ist, und haben keine zu großen Erwartungen.

Ich bin sicher, dass ihr verständlicherweise ziemlich stolz auf euren neuesten Output seid – ich zumindest mag die CD wahnsinnig gerne. Wie waren denn die Reaktion von den Zines und Fans bisher so ?

Danke. Ja, wir sind sehr zufrieden damit. Die Songs sind mitunter die besten, die wir jemals geschrieben haben, und die Produktion ist hervorragend. Bis jetzt waren die Reaktionen der Magazine und Radiosender absolut großartig ! Wir haben das Gefühl, dass dieses Album ziemlich wichtig für uns ist. Wir sind jetzt bei einem neuen und großen Label, wir haben unser Line Up wieder ein wenig verändert und hatten so gute Reviews zu „Redemption“, dass wir besorgt waren, diesmal ein noch bessers Album zu machen – und ich denke, wir haben es geschafft. Bis jetzt wissen wir noch nicht wirklich, was die Fans über die CD denken, da sie ja noch nicht so lange auf dem Markt ist, aber die Reaktionen, die wir bis jetzt erhalten haben, waren großartig… sie sind richtiggehend enthusiastisch.

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Was ist der Grundgedanke auf „Revelation Nausea“ ? Die Lyrics scheinen ziemlich geradeaus zu sein und sind nach dem üblichen Krieg und Mord Schema gehalten, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass da noch etwas dahintersteckt.

Die Texte sind nicht so wichtig für uns. Wir versuchen die Lyrics so gut zu schreiben wie wir können, aber ein gutes Arrangement bezüglich der Vocals ist viel wichtiger als der textliche Inhalt. Wir sehen den Gesang mehr wie ein weiteres Instrument, das die Brutalität in unseren Songs hervorheben soll, anstatt damit irgendeine Nachricht oder Meinung zu verkünden. Wenn ich mir extreme Musik anhöre, dann ist es die Musik selbst, die mir den Kick gibt – nicht der Inhalt der Songtexte. Damit spreche ich übrigens für die ganze Band. Da wir keine besondere Ansicht oder Meinung haben, die wir mit unseren Lyrics verbreiten wollen, schreiben wir über Dinge, die brutal sind und zu unserer Musik passen. Krieg, Tod und Zerstörung sind typische Themen unserer Texte.

Wer ist verantwortlich für das Cover Artwork ? Es unterscheidet sich irgendwie von den anderen CD Covers der Szene – nicht auf den ersten Blick, aber es ist definitiv kein Kitsch. Die Farbgebung und der Stil erinnern mich eher etwas an Moderne Kunst.

Ein guter Freund hat das Cover gestaltet. Sein Name ist Peter Wallgren; er hat bereits das Cover zu „Redemtpion“ gemalt und ist verantwortlich für das Vomitory Logo mit dem Schild. Eigentlich war er, was das Cover betrifft, an allen unseren Releases beteiligt, sogar bei den Demos. Er hat seinen eigenen Stil, den wir wirklich mögen, weshalb wir ihn und seine Arbeit unterstützen. Es war also ganz natürlich für uns, ihn zu fragen, ob er uns mit dem Artwork helfen will.

Habt ihr bereits Pläne bezüglich des nächsten Releases ? In welche Richtung wird es gehen ? Seid ihr zufrieden mit eurem momentanen Stil, oder werdet ihr euch „weiterentwickeln“ ?

Wir denken darüber nach, im November 2001 wieder ins Studio zu gehen, um unser viertes Album aufzunehmen, welches dann im Februar/März 2002 auf den Markt kommen soll. Aber bis jetzt sind das nur Überlegungen. Ich glaube, wir haben auf „Revelation Nausea“ unseren Stil gefunden. Wir sind am besten, wenn wir schnelle und brutale Musik machen – also gibt es keinen Grund, unseren Stil auf dem nächsten Album zu ändern. Natürlich versuchen wir uns von Album zu Album weiterzuentwickeln, aber wir werden unsere Richtung nie drastisch ändern. Solange wir Vomitory sind, werden wir immer brutalen old school Death Metal servieren.

Was denkst du über die deutsche Metal Szene ? Ist sie vergleichbar mit eurer ? Wie siehst du die ganze Subkultur überhaupt ?

Ich möchte mich mal so ausdrücken: Deutschland – tolles Publikum und lausige Bands, Schweden – tolle Bands und lausiges Publikum. Nimm das nicht zu ernst, aber generell denke ich, dass es wohl so ist. Klar ist die Subkultur wichtig für alle Bands; sie dient definitiv einem Zweck. Aber ich rechne mich heute nicht mehr so sehr dazu, wie ich es noch vor ein paar Jahren tat. Mein Interesse hat mit den Jahren ein wenig nachgelassen, da für eine ganze Weile kaum gute Bands zu finden waren. Ausserdem sind andere Dinge in meinem Leben wichtiger geworden. Ich muss meine Prioritäten dementsprechend verteilen.

Oha, dieser Meinung kann ich mich jetzt nicht anschließen. Ich denke, dass Deutschland durchaus gute bis sehr gute Bands vorzuweisen hat, aber das Publikum scheint mir nicht ganz dem zu entsprechen, was Vomitory so denkt.

Galerie mit 15 Bildern: Vomitory auf dem Summer Breeze Open Air 2017
30.03.2002

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