Vomitory
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Interview

Vor ein paar Wochen ist mir die neue Platte der vier Schweden von Vomitory mit Namen "Bloodrapture" ins Haus gesegelt. Ich glaube, man kann guten Gewissens behaupten, dass sie trotz des noch jungen Jahres schon jetzt einer der heißesten Anwärter auf die Death Metal-Platte des Jahres ist. Grund genug einmal bei Bandgründer und Gitarrist Urban Gustafsson nachzufragen, was es im Land der Elche und schönen, blonden Mädchen Neues gibt.

VomitoryErstmal herzlichen Glückwunsch zu Eurem neuen Death Metal-Knaller „Bloodrapture“. Wie zufrieden seid Ihr selbst mit dem Resultat?

Dankeschön! Wir sind sehr glücklich mit dem Ergebnis unserer Aufnahmen. Von vorne bis hinten hat alles wunderbar geklappt.

Die Reaktionen auf Euer letztes Album „Revelation Nausea“ waren schon sehr gut. Wie sieht es mit den Reaktionen zu „Bloodrapture“ aus?

Bis jetzt ausnahmslos gut, wobei ich sagen muss, dass ich noch gar nicht so viele Reaktionen gehört habe. Die einzigen Meinungen habe ich bisher aus Interviews bezogen. Von Fans habe ich noch nichts vernommen, aber ich hoffe, dass sie „Bloodrapture“ mögen werden.

Wo liegen Deiner Meinung nach die Unterschiede zwischen „Revelation Nausea“ und seinem Nachfolger? Ich persönlich finde, es groovt an manchen Stellen mehr als auf dem Vorgänger.

Ich finde, es klingt noch mehr nach Death Metal als unsere bisherigen Alben. Einerseits ist es, wie Du schon gesagt hast, ein wenig mehr groovy, in anderen Parts aber auch schneller als alles, was wir bisher gemacht haben.

Kommen wir mal auf die Texte zu sprechen. Ich habe Themen wie Kritik an der weltweiten Situation oder an religiösen Aspekten ausgemacht, die allesamt in einen sehr brutalen Mantel gepackt sind. Gibt es einen roten Faden, der sich durch das Album zieht?

Nein, ein Konzept gibt es nicht. Jeder Text steht für sich. Bei uns sind es ja Ulf, der andere Gitarrist, und unser Sänger Erik, die die Texte schreiben. Deren Lieblingsthemen sind nun mal Krieg, Gore und ähnliches. So kommen die brutalen Texte zustande.

Was wollt Ihr mit dem Titel „Bloodrapture“ ausdrücken?

Eigentlich nichts bestimmtes. „Bloodrapture“ steht für „Bloodrapture“. Da steht nichts dahinter. Ganz einfach.

Das Coverartwork ist diesmal nicht von Peter Wallgren angefertigt worden, der bisher an allen Artworks beteiligt war. Warum habt Ihr den Künstler gewechselt?

Wir wollten einfach mal was Neues ausprobieren. Hierbei muss ich mal bemerken, dass das Cover von „Bloodrapture“ das erste war, das unser neuer Mann Michael Finsberg jemals gemacht hat. Dafür ist es ihm verdammt gut gelungen.

Ja, das muss man zugeben. Es gibt aber auch einen Kritikpunkt an Eurem neuen Werk. Es ist mit knapp über einer halben Stunde Spielzeit sehr kurz ausgefallen. Warum habt Ihr nicht mehr Songs draufgepackt?

Hmm, die Kritik kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich finde, eine halbe Stunde Spielzeit ist für ein brutales Death Metal-Album perfekt, weil man einfach müde ist, wenn man sich diese Musik 30 Minuten lang bei voller Lautstärke um die Ohren geblasen hat.

Schon klar. Man muss aber auch immer das Preis-/Leistungsverhältnis im Auge behalten und CDs werden ja nicht gerade billiger.

Da hast Du auch wieder Recht, zumal bei uns in Schweden CDs noch teurer sind als bei Euch in Deutschland. Also, ich verspreche hiermit hoch und heilig, dass wir uns bessern werden. Die nächste Veröffentlichung wird länger sein.

Das ist doch mal ein Wort. ­čÖé Kommen wir mal zu Euren Liveaktivitäten. Was ist im Zuge der Promotion für „Bloodrapture“ geplant?

Ja, da ist einiges geplant. In drei Wochen startet eine Tour durch Europa mit Amon Amarth und Callenish Circle, mit der wir auch für ungefähr zehn Dates nach Deutschland kommen. Daneben werden wir auch noch auf Festivals wie z. B. dem Wacken Open Air zu sehen sein.

Was magst Du mehr? Die großen Festivals wie Wacken oder kleine Clubgigs?

Ich mag beides sehr gerne. Bei den großen Festivals triffst Du immer eine Menge Leute, andere Bands und man hat die Möglichkeit, viele neue Kontakte zu knüpfen. Was ich bei den kleinen Clubgigs mehr mag, ist die Atmosphäre. Sie ist aggressiver und intensiver als auf so großen Bühnen. Da kommt einfach mehr rüber.

In einem älteren Interview mit unserem Mag hat mein Kollege Euren Drummer gefragt, was er von der deutschen Metalszene im Vergleich zur schwedischen hält. Er meinte, in Deutschland gebe es zwar gute Fans, aber nur lausige Bands, wohingegen in Schweden dies genau andersherum sei. Wie siehst Du das?

Hey, das hat er gesagt? Klingt komisch! ­čÖé Natürlich habt Ihr in Deutschland gute Bands. Aber um ehrlich zu sein, mag ich die schwedische Szene auch mehr. Das leigt wahrscheinlich daran, dass sie für mich vertrauter ist und ich mehr Leute kenne. Wahrscheinlich würde ich die deutsche Szene mehr mögen, wenn ich sie besser kennen würde. Sie ist schließlich die größte in ganz Europa.

Da hast Du Recht. Was ist in Deinen Augen das wichtigste, extreme Metalalbum aller Zeiten?

Lass mich mal überlegen. Also, Slayers „Reign In Blood“ würde ich mal ganz hoch in dieser Liste ansiedeln, weil es damals einfach bahnbrechend war. Für mich persönlich würde ich noch Entombed nennen. Und natürlich noch „Harmony Corruption“ von Napalm Death. Das hat mich einfach ungehauen.

Interessante Wahl. Hätte ich so nicht erwartet. Was plant Ihr mit Vomitory für die Zukunft? Beschäftigt Ihr Euch gedanklich schon mit dem Nachfolger zu „Bloodrapture“?

Wir werden jetzt erstmal die oben angesprochene Tour über die Bühne bringen und dann ein paar Festivals hinterher schieben. Das sind eigentlich unsere größten Pläne im Moment. Für das nächste Album haben wir noch keine konkreten Vorstellungen. Aber wir müssen natürlich bald schon wieder anfangen, neues Material zu schreiben.

Gibt es noch etwas, was Du den deutschen Vomitory-Fans da draußen noch unbedingt mit auf den Weg geben möchtest?

Na klar! Ich hoffe, ich werde Euch alle bei der jetzt anstehenden Tour durch Deutschland, auf der wir Amon Amarth supporten, treffen. Und hört Euch natürlich die ganze Zeit unsere neue CD an!

Jap, das ist mit Sicherheit nicht falsch. Dann würde ich mal sagen, dass wir uns auch auf Tour sehen, denn dieses Hammerpackage werde auch ich mir nicht entgehen lassen. Danke für das Beantworten meiner Fragen und viel Glück und vor allem viel Spaß weiterhin mit Vomitory.

Cool! Danke für das Interview! Wir sehen uns!

Galerie mit 15 Bildern: Vomitory auf dem Summer Breeze Open Air 2017
04.04.2002

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