Anthrax
40th Anniversary Celebration: A Global Streaming Event

Konzertbericht

Billing: Anthrax
Konzert vom 17.07.2021 | ,

In der Corona-Pandemie konnten so einige Feiern nicht begangen werden. Sie mussten verschoben oder ins Internet verlagert werden. Letzteren Weg gehen auch die Kult-Thrasher von ANTHRAX. Vor 40 Jahren hat sich das Quintett formiert, übrig von damals ist nur noch Scott Ian. Nichtsdestotrotz sind schon seit einigen Monaten Jubiläumsfeierlichkeiten in Gange: Es erschienen Videos, in denen entlang der Alben die Bandgeschichte aufgearbeitet wurde. Als Kernstück fungierten die 15-minütigen Geschichtsstunden, daneben gab es aber auch Schmankerl wie eine Keanu Reeves Beteiligung an ‚Safe Home‘. In der Nacht auf den 17. Juli fand dies seinen Höhepunkt in einem Streaming-Konzert.

Der erste Song war beispielhaft für den Abend. Das Cover von „Persistence Of Time“ wurde eingeblendet, die ersten Takte des Openers ‚Time‘ wurden angestimmt, ehe die Band eine 180-Grad-Wende vollzieht und zu ‚Fight ‚Em ‚Til You Can’t‘ umschwenkt. So ist dieser Auftritt gar nicht das erwartete Comeback aus der Coronapause, denn erst am Vortag spielten die New Yorker einen Auftritt auf dem Rock Fest in Cadott, Wisconsin. Desweiteren galt das Versprechen eines Sets mit „Raritäten aus der Diskografie.“ Stimmt Joey Belladonna zähneknirschend zu, auch Songs zu singen, die ursprünglich von Neil Turbin oder John Bush interpretiert wurden?

Ausnahme

Ja, denn ‚Metal Thrashing Mad‘ wird zum ersten Mal seit 2012 aus der Mottenkiste geholt. Das ist allerdings auch der einzige Song, der ohne Belladonna entstand. Sonst fällt die Setlist ziemlich konventionell aus. Bestehend aus den Klassikern, die vor allem von Liedern aus der zweiten Reihe der Klassikeralben ergänzt werden, wodurch lange Durststrecken in dieser Nacht enden: ‚Keep It In The Family‘ findet zum ersten Mal seit der Reunion seinen Weg auf die Bühne. Aber klar, konzentrieren wir uns lieber auf die Dinge, auf die man sich bei ANTHRAX verlassen kann.

Joey Belladonna brauchte zwar ein bisschen Anlauf, um sich einzugrooven, aber die Band erweist sich nicht zuletzt dank ihrer Routine als ziemlich tight.  Ihrem Spiel merkt man die mangelnde Praxis nicht an. Die Coronapandemie macht sich aber in den fehlenden Fans bemerkbar: Sie treiben die Band voran, so fehlt auch hier das Überbordende. So kann der Sänger auch gar nicht anders, als seine typischen Gesten an die Techniker zu richten.

Improvisationstalent

Aus dieser Schwäche dieser künstlichen Konzertsituation lässt sich auch ein Vorteil machen, der sich vor allem zwischen den Songs findet: Die Band macht keine Ansagen, sondern füllt die Zeit mit Geburtstagsgrüßen von Kollegen. So schwärmt Corey Taylor von der Energie bei Konzerten, Gene Simmons sagt, dass ANTHRAX eine Band ist, nach der man nicht spielen möchte und Keanu Reeves wird bei der Erwähnung des Einflusses auf viele Menschen kurz emotional.Die Kamera bedient sich vieler Nahaufnahmen, eine Totale gibt es nicht. Langsame Schnitte. Angesichts der karg eingerichteten Bühne wohl besser. Dann sieht man immerhin nicht Frank Bello und Jonathan Donais über ihre kleine Bühnenhälfte tigern. So fällt auch die hyperaktive Lightshow stärker ins Auge.

Altbekannt

Kurz vor Schluss gibt es doch noch eine Überraschung von einem alten Wegbegleiter: Chuck D kommt auf die Bühne für ‚Bring The Noise‘. So endet dann nach ansehnlichen zwei Stunden und zehn Minuten diese Jubiläumsfeier. ANTHRAX haben sich zwar nur selten aus ihrer Komfortzone herausgewagt, konnten jedoch nochmal unter Beweis stellen, warum sie seit 40 Jahren Fans rund um den Globus infizieren.

Setlist:
1. Fight Em Til You Can’t
2. Madhouse
3. Caught In A Mosh
4. Metal Thrashing Mad
5. Got The Time
6. I Am The Law
7. Keep It In The Family
8. Lone Justice
9. The Devil You Know
10. Be End, End All
11. Now It’s Dark
12. Antisocial
13. In The End
14. Medusa
15. Evil Twin
16. Indians
17. A Skeleton In The Closet
18. Aftershock
19. Blood Eagle Wings
20. Bring The Noise
21. A.I.R
22. Among The Living

17.07.2021

Redakteur mit Vorliebe für Hard Rock, Heavy Metal und Thrash Metal

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