
Heaven Shall Burn
Heimat Over Europe 2026 Tour
Konzertbericht
Schon weit im Vorfeld ausverkauft, hatte man sich im Wiesbadener Schlachthof eigentlich schon auf Ellenbogengesellschaft eingestellt, doch dafür kommt man am gesamten Abend noch halbwegs gut von A nach B, was sich letztendlich auch hin und wieder als nötig herausstellt.
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Bei FROZEN SOUL aus Texas kann man sich jedenfalls noch relativ problemlos in die vordersten Reihen einschleichen und mit dem stumpfen Makaber-Death-Metal mitwippen. Das Schlagzeug von Drummer Matt Dennard hat einen Hall, als würde man tatsächlich in einer hohen Eishöhle und sich von einem Eisbären namens Chad Green zusammenbrüllen lassen. Dass die Truppe aus Fort Worth nicht ausreichend Alternativen auf der Bank hat, um hier eine Headlinerposition zu bekleiden – geschenkt.
Eisbär in der Höhle
Jedenfalls laufen die wuchtigen Riffs zwischen OBITUARY, BOLT THROWER und JUNGLE ROT hervorragend rein, hauen mit ihrer leichten Hardcore-Schlagseite nochmal extra intensiv in die Magengrube und räumen folglich ordentlich auf. Einzelne Songs sind nur schwer auseinanderzuhalten, abgesehen von den beiden frischen Stücken „No Place Of Warmth“ und „Invoke War“, bei denen man offenbar am Wiedererkennungswert gefeilt hat.
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Nicht ganz so leicht machen es sich da THE BLACK DAHLIA MURDER aus der ehemaligen Autostadt Detroit. Verwurzelt in modernem Melodic Death Metal, passiert hier gerade an den Gitarren zwischen Wes Hauch und Ryan Knight unwahrscheinlich viel, und das in einer Geschwindigkeit, der man als Zuhörer nicht immer folgen kann. Nach dem tragischen Tod von Bandkopf Trevor Strnad steht inzwischen Gitarrist Bryan Eschbach am Mikro, kann aber die wahnsinnige Bandbreite das früheren Sängers nicht ausfüllen.
Schmerzliche Vermissung
Die Stücke „What A Horrible Night To Have A Curse“ und „Everything Went Black“ vom Opus Magnum „Nocturnal“ stechen dennoch positiv heraus. Ansonsten rauscht das Quintett häufig vorbei wie ein D-Zug, ohne sich nachhaltig in den Gehörgängen festzusetzen. Kurzum: Das ist alles keine schlechte Sache, doch Strnad fehlt an allen Ecken und Enden. Leider wird er nicht wiederkommen.
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Sicherlich ist die Frage nicht unberechtigt, warum es unbedingt noch eine weitere Band unter der führenden Feder von Mikael Stanne geben muss, die, trotz etlicher alteingesessener IN FLAMES-Mitglieder, unheimlich nah an DARK TRANQUILLITY verortet ist. Doch inhaltlich machen die Göteborger weder auf Platte noch im Live-Kontext sonderlich viel verkehrt. Das liegt einerseits daran, dass hinter jedem Instrument ein alter Hase steht und auf der anderen Seite die Mannen um Stanne noch immer eine Spielfreude wie am ersten Tag mitbringen.
Routinierter Sonnenschein
So machen abwechslungsreiche Songs wie „Gateways“ oder „The Needless End“ einfach Spaß, auch wenn die Keyboard-Muster, in Kombination mit dem Riffing, immer wieder unverwechselbar an die Hauptband des Frontmannes erinnern. Den Rest tut die immerwährende gute Laune des Schweden, die auch am heutigen Abend nicht zu trüben ist. Das Publikum lässt sich jedenfalls richtig mitreißen und feiert den routiniertesten Auftritt des Abends merklich ab.
Galerie mit 32 Bildern: Heaven Shall Burn – Heimat Over Europe Tour 2026 in Stuttgart

Aufgrund der ausverkauften Location sucht man sich frühzeitig einen guten Platz nur wenige Meter vom Mischpult entfernt. Denkste. Als HEAVEN SHALL BURN mit „War Is The Father Of All“ beginnen, kommt an den Lauschern wenig Zielgerichtetes an. Der Gesamtsound ist dumpf und die Gitarren haben wenig Durchschlagskraft. Als sich das auch beim nachfolgenden „Voice Of The Voiceless“ – einem Garanten für überkochende Stimmung – nicht ändert, geht es zwangsläufig ein paar Ebenen nach hinten. HEAVEN SHALL BURN in gedämpfter Lautstärke sind eigentlich ein No Go, aber so kommen die Thüringer wenigstens richtig an. Alles andere wäre auch unheimlich schade, denn, trotzdem die laufende Tour unter dem Banner des aktuellen Albums „Heimat“ steht, hat die Band etliche Klassiker eingepackt, inklusive solcher, die nicht so oft über die Bühnen wabern („Armia“).
HSB trotzen der Umstände
Fronter Marcus Bischoff ist durchaus anzumerken, dass die Zeit nach seiner Infektion der Stimme keine Leichte war und er mit viel Elan zurück im alten Metier ist. Nach „Thoughts And Prayers“ soll dann angeblich schon Schluss sein, doch natürlich haben HEAVEN SHALL BURN noch drei weitere Kracher zum Abschluss parat. Auf den knüppelharten Opener von „Deaf To Our Prayers“ folgt „A Whisper From Above“ und schließlich zum krönenden Abschluss das „Valhalla“-Cover von BLIND GUARDIAN. Nachdem die letzten Gesänge von Hansi Kürsch aus den Boxen verklingen und sich das rhythmische Mitklatschen des Publikums in Applaus transformiert, bleibt, trotz kleiner technischer Missstände, ein gelungener Konzertabend.
Setlist:
01. War Is The Father Of All
02. Voice Of The Voiceless
03. My Revocation Of Compliance
04. Godiva
05. Counterweight
06. Armia
07. Confounder
08. Endzeit
09. Black Tears
10. Übermacht
11. The Martyr’s Blood
12. Thoughts And Prayers
13. The Weapon They Fear
14. A Whisper From Above
15. Valhalla
Text: Patrick Olbrich (Wiesbaden)
Fotos: Stephanie Lauber (Stuttgart)
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Patrick Olbrich



















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