Impericon Never Say Die! Tour 2012
Essigfabrik Köln

Konzertbericht

Billing: At The Skylines, Bless The Fall, Obey The Brave, Stick To Your Guns, The Browning und We Came As Romans
Konzert vom 01.01.1970 | Essigfabrik, Köln

Impericon Never Say Die! Tour 2012

 

Ach, wie schön! Es ist Samstag, der 20. Oktober, und wir freuen uns auf das diesjährige Spektakel der NSD-Tour, dieses, wie auch schon letztes Mal, wieder in der Essigfabrik, nachdem die Turbinenhalle 2010 aufgrund ihrer Größe ein wenig an Atmosphäre einbüßen musste. Macht aber nichts, schließlich ist es mittlerweile 2012, und bereits im Vorhinein herrscht ohnehin nicht die ganz große Vorfreude, denn das Line-Up fällt leider nicht so gut wie zum Beispiel vor einem Jahr aus, als SUICIDE SILENCE mit an Bord waren – auch ein Dickschiff wie PARKWAY DRIVE ist nicht am Start. Sei es drum: Ich bin zu diesem Zeitpunkt sehr gespannt, was die einzelnen Bands der heutigen Show zu bieten haben, während ich mich fernab jeglicher Zivilisation und der Konzerthalle von meinem Parkplatz aus auf den Weg mache, auf dem mir viele bunte und auch viele hässliche Shirts mit Monstern und Anmachsprüchen, sowie zahlreiche Tank Tops und kurze Hosen mit fetter Aufschrift ins Auge springen.

Tradition ist es für mich, stets die erste Band zu verpassen, da ich mich zwar pünktlich anstelle, aber den Saal erst betreten kann, als AT DAWN WE RAGE schon fertig sind. Witzigerweise treffe ich an diesem Abend keinen einzigen Mensch, der die Jungs gesehen haben will. Dahingehend ist die Organisation schon arg seltsam, denn immerhin habe ich mich wie immer eine Viertelstunde vor Einlassbeginn der Schlange angenommen.

Als ich es dann endlich schaffe, spielen gerade THE BROWNING einen Breakdown mit Techno, und als ich kurz vor Ende ihres Auftritts ein bisschen frische Luft schnappen will, tun sie das auch. Eine verrückte Truppe, die es in einer halben Stunde Spielzeit zu zwei bis drei richtigen Riffs gebracht hat, aber immerhin einen Sänger hat, der mal mit AS BLOOD RUNS BLACK getourt hat. Das Publikum feiert’s jedenfalls ab, und ich muss eingestehen, dass es live schon Spaß macht.

Als nächstes kommen AT THE SKYLINES auf die Bühne. Die Band spielt ein relativ unspektakuläres Set, das leider hier und da auch unter dem mal wieder mäßigen Sound leidet. Deren Frontmann erweist sich jedoch als äußerst fähiger Sänger, der kein Backtracking braucht, um gut zu klingen. Schon bald ist Schluss, und ich wechsle auf die andere Seite, um zu schauen, ob dort ein wenig mehr Definition im Klang zu finden ist.

OBEY THE BRAVE hingegen machen ordentlich Stimmung, und als Shouter Alex Erian, bekannt aus DESPISED ICON, „this shit’s about to get real“ brüllt, rastet die Menge nicht zu knapp aus. Überhaupt scheint es so, als seien viele ihretwegen hier, wenn man nach den ganzen Oberkörper-Fanartikeln geht. Nichtsdestotrotz: Die Backings taugen nichts, und das schmälert für mich so ein wenig die Leistung der Gruppe. Zu diesem Zeitpunkt aber definitiv das Highlight des Abends.

Die Band, auf die ich mich persönlich am meisten freue, folgt jetzt. FOR THE FALLEN DREAMS habe ich mittlerweile bestimmt schon zehn Mal live gesehen, und das aus gutem Grund. Auf ein Quartett geschrumpft, machen die Jungs dennoch Dampf, und Sänger Dylan ist in außerordentlich guter Verfassung. Es werden von allen Alben Songs präsentiert, und so sind auch die ewigen Nörgler („Go back to your ‚Changes‘-Sound“) zufrieden.

STICK TO YOUR GUNS ist dann die erste Band, die das Publikum so richtig mitreißen kann. Crowdsurfing, Stagediving – alles ist vertreten. Sänger Jesse versteht es, zu interagieren und gibt nebenbei auch noch die ein oder andere Lebensweisheit mit auf den Weg. So stelle ich mir ein Live-Konzert vor, denn die Zuschauer in den ersten Reihen singen jede Zeile mit und genießen den Auftritt sichtlich.

Mit BLESS THE FALL hingegen können deutlich weniger etwas anfangen, obwohl deren Bassist wirklich gute Shouts beisteuert. Der arg emo-getränkte Gesang und der immer noch schwache Sound bringen den Jungs allerdings wohl keine neuen Fans ein. Es wirkt, es seien BLESS THE FALL ein bisschen fehl am Platz. Es bietet sich ein ähnliches Dilemma wie bei AT THE SKYLINES: zuviel Gesang, das gefällt den Leuten hier nicht.

WE CAME AS ROMANS schaffen es dennoch, die Leute neu zu animieren, und auch die härtesten Kappenträger (und selbst ein Jeans-Jacken-Lederhosen-Kerl neben mir) wippen fröhlich mit und können zumindest im Chorus aus voller Brust mitgrölen. Die Songs sind allseits bekannt, und so endet der Abend auch ohne Mega-Headliner mit positivem Gefühl. WE CAME AS ROMANS jedenfalls haben es sich verdient, dort oben als letzter zu stehen. Vor zwei Jahren noch eröffnet, nun an vorderster Front.

Fazit: Never Say Die lohnt sich immer, und AT DAWN WE RAGE höre ich mir zu Hause an.

 

18.11.2012

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