Space Fest 4
Endlich auch in Münster

Konzertbericht

Billing: Space Chaser, Distillator, Endseeker und Dismalfucker
Konzert vom 18.10.2018 | Sputnik Café, Münster

Seit 2015 veranstalten SPACE CHASER Jahr für Jahr ihr „Space Fest“. Ursprünglich fand die Sause in Berlin statt. Als zweite Station wurde kurz darauf Hamburg etabliert. Die vierte Ausgabe hat Münster als dritten Standort. Genau der richtige Ort für euer aller Lieblingswebzine, endlich mal auf dem „Space Fest“ zu ermitteln. Tatort ist das gut gefüllte Sputnik Café.

Verdammt seien die Öffis

Aufgrund von Zugausfällen und Verspätungen seitens der Bahn, erlebt die Metal.de-Delegation nur noch die letzten drei Takte von DISMALFUCKER. Den zufriedenen Gesichtern der Besucher nach zu urteilen, war es aber wohl gut. Nach einer kurzen Umbaupause stehen ENDSEEKER auf der Bühne. Auch wenn das Heimspiel der Hamburger noch einen Tag auf sich warten lässt, gewinnt das Quintett die Fanschar schnell für sich. Ihr Old School Death Metal ist stark von der schwedischen Szene Anfang der 90er beeinflusst und absolut kompromisslos. Nach einer knappen halben Stunde ist der Spuk aber auch schon wieder vorbei.

Im Gedenken an DESTRUCTION

Anschließend stehen die Holländer DISTILLATOR bereit, um ihre Riffsalven ins Publikum zu feuern. Die Old-School-Thrasher haben im Mai ein „Split Album“ mit SPACE CHASER aufgenommen. Da ist eine gemeinsame Tour natürlich Ehrensache. Im Mittelpunkt der Bühne prangert ein extravaganter Mikrophonständer im spacigen Design. Das ist aber auch der einzige Schnick-Schnack den sich DISTILLATOR leisten.

Stattdessen konzentriert sich die Band auf ihren schnörkellosen Thrash Metal teutonischer Färbung. Gitarrist und Sänger Laurens klingt immer noch stark nach DESTRUCTIONs Schmier, während die Gitarrenriffs der SLAYER-Schmiede entsprungen sind. Das sorgt für ordentliche Moshpits und jede Menge Headbanging. Nur 45 Minutne dauert das Massaker an. Da hätte gerne noch mehr kommen dürfen.

Space Chaser + Münster = Thrash-Metal-Liebe

Für SPACE CHASER ist Münster so etwas wie eine zweite Heimat. Nicht nur ihr Label This Charming Man Records, sondern auch der Partnershop von Koloss Skateboards hat hier seine Zentrale. Dementsprechend ist es nicht die erste Show der Berliner Jungs in Deutschlands Fahrrad-Stadt. Somit verwundert es nicht, dass das Publikum verdammt hungrig ist und die Berliner von der ersten Sekunde an abfeiert.

Frontmann Siggi Rudzynski ist stimmlich wie immer über jeden Zweifel erhaben, während das Gitarrenduo Hochsattel/Schacht seine messerscharfen Riffs mit der üblichen Präzision rausfeuert. Matthias Scheuerer  fungiert am Schlagzeug als stets zuverlässiger Motor dieses Thrash-Schlachtschiffes und Bassist Sebastian Kerlikowski sorgt für ein sattes Soundfundament. Dass SPACE CHASER sich seit jeher den Arsch abtouren, macht sich in einer äußerst tighten Performance bemerkbar. Thrash Metal aus Deutschland geht 2018 wohl kaum besser. Bleibt nur zu hoffen, dass der nächste Langspieler nicht allzu lange auf sich warten lässt.

23.10.2018

"Irgendeiner wartet immer."

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