Stoned Jesus
auf der Sol Sonic Ride Tour

Konzertbericht

Billing: Belzebong, Somali Yacht Club, Stoned Jesus und The Devil And The Almighty Blues
Konzert vom 30.11.2019 | Jugendhaus Hallschlag, Stuttgart

Ein Festival mit vier Stoner-Rock-Bands. Was gibt es da besseres als frische, selbstgemachte Pizza? Die Jungs und Mädchen von „Lecko Mio Pizza“ haben mitgedacht, und so steht im Vorraum des Juha Hallschlag plötzlich ein kleiner Pizzaofen, vor den sich den ganzen Abend lange Schlangen bilden sollten. Selten hat man solche Entzückung auf Konzerten gesehen, dass endlich der Fressflash gestillt werden konnte. Den ganzen Abend laufen grinsende Konzertbesucher mit Resten von Tomatensoße im Gesicht durch die Location.

Sol Sonic Ride Tourplakat mit Stoned Jesus, the Devil And The Almighty Blues, Belzebong & Somali Yacht Club

Unter dem Banner „Sol Sonic Ride“ wollten diesen Herbst MY SLEEPING KARMA, STONED JESUS und SOMALI YACHT CLUB touren. Am Tourende in Stuttgart und Berlin sollten dann noch BELZEBONG zur Tour dazu stoßen. Aufgrund einer schweren Krankheit beim Schlagzeuger von MY SLEEPING KARMA sind diese kurzfristig durch die Norweger THE DEVIL AND THE ALMIGHTY BLUES ersetzt worden.

SOMALI YACHT CLUB

Den Auftakt geben SOMALI YACHT CLUB aus Lemberg in der Ukraine an der Grenze zu Polen. Das Trio ist die ruhigste Band des heutigen Tages und muss erstmal das Publikum warmspielen. Das gelingt mit dem Stoner Rock, der oftmals auch zu Post Rock übergeht, ganz gut. Die Bühne scheint noch etwas zu groß für die drei Jungs, aber für den Anfang des Abends liefern sie schon ganz gut ab.

BELZEBONG

Als nächstes entern BELZEBONG die Bühne, fummeln ein wenig an den Instrumenten rum und schauen, ob alles stimmt. Plötzlich verlässt einer der Gitarristen die Bühne, nur um kurz danach am Mischpult aufzutauchen und um dem Lichttechniker klarzumachen: „We need a lot of smoke the whole evening.“ Mit der Ansage kann es also los gehen, denn die Polen haben die Instrumente ganz runter gestimmt und holen die harten Riffs raus. Dazu wird ordentlich das Haar geschwungen, und die Polen haben das Publikum im Griff, die Fläche direkt vor der Bühne besteht nur noch aus wehenden Haaren und gereckten Fäusten. Selten hat eine rein instrumentale Band so fasziniert.

THE DEVIL AND THE ALMIGHTY BLUES

THE DEVIL AND THE ALMIGHTY BLUES sind dann der Exot an diesem Abend, denn wie schon Kollege Möller im Review zum Debüt „The Devil And The Almighty Blues“ schrieb, handelt es sich bei der Musik der Norweger um „Blues mit Stoner-Rock-Anleihen“. Und wie auf der Scheibe hat man live das Gefühl, einer Jam-Session beizuwohnen, die roh und ungeschliffen ist. Die fünf Bandmitglieder rotzen einen tanzbaren Song nach dem anderen ins Publikum, das aber verhaltener reagiert als bei den beiden letzten Auftritten der Norweger im Mai 2018 und im Mai 2019 in Stuttgart. Das waren aber auch mit dem Goldmark’s und dem Universum kleinere Clubs. Trotzdem, ein sehr feiner Auftritt, mit dem die Band hoffentlich noch ein paar Fans dazu gewinnen konnte.

STONED JESUS

STONED JESUS sind dann im positiven Sinn die Band, auf die sich alle einigen können. Tanzbare Riffs, nicht zu hart, aber auch nicht zu poppig. Das ukrainische Trio holt die letzten Schweißtropfen aus den Fans raus, und es wird fleißig das Tanzbein geschwungen. Im Saal selber sind viele Leute durchgeschwitzt, während im Foyeur in allen Ecken Leute sitzen und gemütlich Pizzareste von ihren Fingern lecken. Ein schöner Abend, gerne mehr davon.

14.01.2020

Schuld ist man immer nur selbst, alles andere ist Feigheit.

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