A Saving Whisper - Neverlandscapes

Review

„Endzeit Screamo in einer progressiven Posthardcore-Landschaft“, so in etwa betiteln sich Hannes, Michael, Markus, Pacal und José von A SAVING WHISPER aktuell. Ein Hauch Drama ist darin zu spüren, in Hauch Depression, ein Hauch Untergangsstimmung. Wer sich Stempel gibt, muss sie in meinen Augen auch präsentieren und transportieren können. Und wenn man sich „Neverlandscapes“, das Debütalbum der Nürnberger, ansieht, ist das rein optisch schon mal gelungen.

Das Digipack in den Händen, befindet man sich in einem düsteren Raum und starrt aus geöffnetem Fenster auf eine verschneite Gebirgslandschaft. Etwas angegraut, etwas dunkler gehalten. Grafisch gut umgesetzt. Einmal in den Händen gehalten, fragt man sich dann schon, wo will dieses Album mit mir hin ? Alben, die mit einem sprechen, finde ich gut. Neugier ist geweckt. Pluspunkt fürs Design.

„Neverlandscapes“ ist ein düsteres Konzeptalbum…

Nach bereits zwei erfolgreich platzierten EPs und diversen Shows wollten sich die aus Nürnberg stammenden Musikanten mal ein wenig Zeit nehmen, um mit eben diesem Debütalbum eine Art Konzeptwerk an den Start zu bringen. Aus „ein wenig mehr Zeit nehmen“ wurden letztendlich fünf Jahre. Da stellt sich natürlich im sehr aufgeregten Maße die Frage, ob sich diese ganzen Jahre Songwriting und Composing gelohnt haben.

Das erste Reinhören ist, zugegeben, etwas holprig. Man findet nicht sofort einen Zugang oder Bezug. Während „Waves“ noch etwas leichtfüßiger daherkommt, baut sich von Song zu Song eine immer düstere Stimmung auf. Durchgängig stimmlich sehr anklagend, fast sogar schon jammernd und verzweifelt. Bevor es zu sehr in den Emocore-Bereich abdriftet und anfängt anstrengend zu werden, wird das Ganze von der zweiten Stimme etwas aufgefangen („Neverlandscapes“ und „Empirolysis“). Gut gelöst, vor allem, wenn die Gitarren dagegensteuern und die Grundstimmung wieder etwas angehoben wird. Erst nach mehrmaligen Hören erkennt und begreift man, dieses Album als eine Art Storyboard zu verstehen, das sich von Kapitel zu Kapitel mit ihren postapokalyptischen, manchmal sehr midlife-crisis-artigen Texten aufbaut, um dann final zu eskalieren. Teilweise wirkt das ganze sehr roh, als kämen die Shouts direkt aus dem Kellergewölbe.

…dem es noch an Wiedererkennungswert fehlt

Sicherlich gewollt. Wirkt aber irgendwie befremdlich und dient eher dem gewollt kreativen Aspekt als dem Zuhörer. Texte oder Refrains, die im Ohr bleiben, findet man hier leider nicht. „Pit-fähige Abrisskompositionen“ auch nicht. Ohne Frage ist „Neverlandscapes“ technisch gut umgesetzt, aber mir fehlt dann doch eher der ein oder andere Song, an den ich mich erinnern will. So plätschert das Ganze dann doch eher dramatisch, emotional vor sich hin.

Die Grundbezeichnung „Endzeit-Screamo in einer progressiven Posthardcore-Landschaft“ geht aber unterm Strich auf. Hörbares Album. Anders. Als Konzeptalbum mit eigener Story gelungen. Wer sich die Zeit nimmt, das Erstlingswerk zu verstehen, wird mit „Neverlandscapes“ definitiv seinen Spaß damit haben.

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19.10.2016

It`s all about the he said, she said bullshit.

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