Adorned Brood - Erdenkraft

Review

Mit ihrem genialen Vorgänger „Asgard“ haben sich die vier Mannen und die Dame von Adorned Brood zweifelsfrei etliche Fans, zu denen auch ich mich zählen darf, erspielt. Das aktuelle Output, schlicht „Erdenkraft“ betitelt, wird ihnen zwar sicherlich manch neuen Freund bescheren, der eine oder andere wird sich aber gewiss auch abwenden. Wer an „Asgard“ noch die zahlreichen Black Metal Elemente, wie das aggressive Gekreisch und die überwiegend schnelle Spielweise schätzte, wird nämlich womöglich etwas enttäuscht sein, denn um einiges sanfter und verspielter ist das derzeitige Material ausgefallen. Die Mittelalter-Elemente haben stark zugenommen, so stellt z.B. die Flöte diesmal ein tragendes Instrument inmitten der 10 Kompositionen dar. Aber auch gesanglich nimmt man der Härte etwas den Wind aus den Segeln. Vermehrt cleaner, männlicher Gesang findet seinen Weg in das Liedgut der 5 Gravenbroicher, glücklicherweise geht man das ganze aber genügend variabel an (erhaben in „Welcome Our Friends“, melancholisch in „Totenmarsch“ oder auch In Exremo like in „Der Fluch“) so dass es nie unpassend klingt und auch keine Langeweile aufkommen lässt. Am auffälligsten ist diesmal aber, dass Ingeborg Anna einen Grossteil der Vocals übernimmt, den Titelsong „Erdenkraft“ und das elektrogitarrenfreie Abschlussstück „Jenseits des Horizonts“ singt sie gar fast im Alleingang ein. Es ist aber keineswegs so, dass es „Erdenkraft“ in die Weiten der metalfreien Zone verschlagen hat, die häufigen Akustikparts und die von Ingeborgs sanftem Gesang dominierten Liedabschnitte befinden sich nämlich in einem ständigem Wechselspiel mit schweren Gitarrenriffs, treibenden Drums und, zu meiner Freude, Frosts aggressiven Keifgesang. Vor allem bei „Totenmarsch“, meinem absolutem Lieblingsstück, „Old Great Master“ und „Liar“ kommen diese Elemente zum tragen, so dass diese Stücke sich genauso gut hätten auf dem Vorgänger befinden können. Ohne Zweifel wird das eine oder andere Lästermaul Adorned Brood Verweichlichung oder Anbiederung an die Masse vorwerfen, meiner Meinung nach ist „Erdenkraft“ aber eine natürlich Weiterentwicklung des bandeigenen Stils. Ganz so gut wie Asgard finde ich es nicht, gelungen ist es dennoch allemal, weshalb ein Reinhören für Fans metallischer Musik mit sehr variablem Gesang und grossem Mittelaltereinfluss Pflicht ist!

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16.06.2002

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7 Kommentare zu Adorned Brood - Erdenkraft

  1. Anonymous sagt:

    Kann mich der Wertung des Reviews anschließen. Den Vorgänger "Asgard" fand ich aufgrund der etwas aggressiveren Ausrichtung auch besser. Das Lied "Der Fluch" wird übrigens von Eric Hecht von SUBWAY TO SALLY auf Deutsch dargebracht. Naja. Ein Schelm, wer Böses (sprich das Schielen auf neue Käuferschichten) dabei denkt. Insgesamt eine Scheibe, die hörbar ist, sich aber nicht unbedingt in Dauerrotation befinden muß.

    7/10
  2. Anonymous sagt:

    Wie auch "Asgard" ist dieses Album brilliant, wenn auch auf anderer musikalischer Ebene. Die Dominanz der Flöte Ingeborg Annas wurde noch ausgebaut, Frost singt freundlicherweise meistens klar und mit Anna im Duett, was ganz hervorragend rüber kommt. Eric Fishs Gastspiel hebt sich auf diesem Album nicht vom restlichen Material ab, ein Beweis der Qualität Adorned Broods. Wer den "Hiltia"- Zeiten nachtrauert, dem ist von diesem Album dringend abzuraten. Frost hat Singen gelernt, lustige Aussprachen wie "Axt und Schwärt spreschen das Rischtword" sind sauberer Intonierung gewichen und auch das Schlagzeug ist mittlerweile absolut präzise. Kaufen!!!

    9/10
  3. Samedi sagt:

    UNbeeinflusst von den vorherigen Cds(da ich sie nicht kenne) kann ich mit gutem Geiwssen behaupten hier eine klasse CD vor mir zu haben!

    10/10
  4. Thor sagt:

    geniale scheibe!!! wirklich genial!

    10/10
  5. Anonymous sagt:

    Eine wirklich geniale Scheibe bei der besonders ein \"Totenmarsch\" hervorsticht, jedoch auch Gekeife (Old great master) nicht fehlt! Übrigens sind es Grevenbroicher mit \"e\" mensch (als nahezu ortsansässiger darf man sowas sagen, oder? 🙂 )!!! obwohl das mit dem Grave… ja auch nett klingt… Als Ergänzung muss ich noch sagen, dass nicht nur Hecht, sondern auch Bodenski bei \"Der Fluch\" die Finger mit im Spiel hatten – und es ist bezeichnend das dieser Song noch zu den schlechteren des Albums gehört!!! Daumen hoch!!!

    8/10
  6. el_siggi sagt:

    rein von der musik her betrachtet bekommt die cd von mir ne 6.5. aber lasst sie mal zu morrowind oder baldurs gate 2 oder was auch immer laufen!!! mann, wie geil! 🙂 Adorned Brood sollten von jetzt an nur noch mucke für rpgs machen ;-))

    7/10
  7. basilisk sagt:

    Es ist eigentlich nicht meine Musik, aber wenn es ein gutes Pagan Metal Album gibt, dann ist es das hier. Die Musik ist herrlich pathetisch ohne kitschig zu klingen. Viel Folklore und dennoch ein Hauch von Black Metal. Große Melodien und ein perfekter Sound machen dieses Album zu einer kleinen Perle deutschen Metals.

    10/10