Adorned Brood - Hiltia + Wigand (Re-Release)

Review

Zum 15-jährigen Bandbestehen veröffentlichen Black Bards Entertainment ADORNED BROODs erste beiden Alben „Hiltia“ (von 1996) und „Wigand“ (1998) als Doppelpack neu. Diese sind in ihren ursprünglichen Auflagen längst vergriffen und haben sich zu gesuchten Sammlerstücken entwickelt.

Vom musikalischen Standpunkt her, können die beiden Werke (besonders „Hiltia“) etlichen heutigen Veröffentlichungen des Genres nicht mehr ganz das Wasser reichen. Auch die neueren Alben von ADORNED BROOD stufe ich qualitativ höher ein. Das Songwriting wurde inzwischen verfeinert und war damals noch nicht so ausgereift. Die Wechsel zwischen der Black-Metal-Power und den folkigen Abschnitten mit Flöten- und Akustikgitarrenspiel kommen teilweise uninspiriert. Es harmonisiert noch nicht so richtig. Auch gesanglich haben die Wechsel zwischen Growls, Gekeife und den noch selten eingesetzten Clean-Vocals manchmal eher einen Überraschungseffekt.
Instrumental liefern sowohl die metallische, wie auch die folkloristische Seite gute Arbeit ab, wobei mir besonders das schön herausgestellte Bassspiel gefällt. Auch die Flöte hat gelungene Auftritte und bringt interessante Melodien mit ein.

Man merkt schon von „Hiltia“ zu „Wigand“ eine Leistungssteigerung. Beim zweiten Album haben die Leutchen sich mehr ins Songwriting reingehängt. Die Dissonanzen zwischen den verschiedenen Phasen wurden weitestgehend behoben. Doch richtig deutlich wird der Unterschied zwischen den frühen Songs und neueren Stücken erst beim Bonus-Track „Sons Of The Damned“. Es handelt sich um eine frische Komposition, die als Appetizer auf das im November erscheinende neue Album „Noor“ dienen soll. Doch gerade dieses Stück zeigt ADORNED BREED in Bestform und präsentiert sich als zeitgemäßer Pagan Metal mit einer starken Harmonie zwischen der druckvollen und der traditionellen Seite.

Interessant ist eine Anschaffung besonders für die Leute, die ihre ADORNED BREED-Sammlung vervollständigen und in einem großen Internet-Auktionshaus keine Unsummen für die Original-Releases ausgeben möchten. Auch der Bonus-Track, drei Live-Videos und ein Video-Interview dieser Zusammenstellung, lassen die Herzen der Jäger und Sammler vielleicht höher schlagen.

29.10.2008

Der metal.de Serviervorschlag

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