Aenigmatum - Deconsecrate

Review

Soundcheck August 2021# 6

Weil sich ein erheblicher Teil der gegenwärtigen Tech-Death-Szene immer häufiger in Richtung Djent, Deathcore oder narzisstischem Youtube-Gefiedel anbiedert, sind Bands wie AENIGMATUM ein erfrischender Ohrensegen. Die Band aus dem musikalisch reichhaltigen Portland (Oregon) zeigt keine Spur von Trends, weiß sich aber auch vom reinen Kopieren der großen Vorbilder aus den frühen Neunzigern abzugrenzen. Völlig zwischen den Zeiten und Stühlen stehend und mit einem beherzten “Fuck off!” in Richtung aller Schubladen ballern sich die vier durch acht massive und gleichzeitig filigrane Tracks und hinterlassen schmerzende Nacken und offene Münder.

AENIGMATUM: Heute noch Geheimtipp, morgen schon …?

Wie gut Geballer und Finesse, atemberaubende Raserei und mörderischer Groove miteinander einher gehen, zeigt zum Beispiel der vierte Song “Fracturing Proclivity”. Die sechs Minuten Spielzeit vergehen mit konstanter Spannung wie im Flug, hinter jeder Ecke lauert ein spannender Break, eine unerwartete Variation, ein Dynamikwechsel. Trotzdem passiert nie zu viel, alles ist zielführend. AENIGMATUM wissen, dass ein Technical-Death-Metal-Song mit dem ein oder anderen eingängigen Part keine Schande ist.

Darüber hinaus beherrschen sie das Spiel mit Dynamik, weshalb “Deconsecrate” eine sehr befriedigende Hörerfahrung ist. Langeweile kann kaum aufkommen. Zudem ist die Farbpalette von AENIGMATUM reichhaltig. Jazz, Black Metal und NILE verschmelzen in “Larker, Sanguine Phantom”, “Disenthralled” glänzt mit starken Melodien und “Floods Within A Splintered Cortex” erkundet Ambient. Passt überraschenderweise alles zusammen und wird auf dem erhabenen Rausschmeißer “Animus Reflection” zu einem sensationellen Ende gebracht.

Top notch musicianship!

Apropos sensationell: Klar, es gehört sich für Bands des Genres so, aber wir sollten hier noch mal darüber sprechen, wie großartig das Quartett an seinen Instrumenten zu werke ist. Die Gitarristen halten sich mit nervigen Gniedeleien angenehm zurück und konzentrieren sich auf präzise Riffs und interessante Texturen. Dafür nimmt Bassist Brian Rush eine herausragende Stellung im Sound von AENIGMATUM ein, die an Szene-Ikonen wie Tony Choy, Sean Malone oder Steve DiGiorgio erinnern. Ebenfalls bemerkenswert ist das Drumming von Pierce Williams; wobei es nicht verwunderlich ist, dass er inzwischen zur Stammbesetzung von SKELETAL REMAINS gehört.

“Deconsecrate” ist rundherum empfehlenswert

So entpuppt sich das zweite AENIGMATUM-Album “Deconsecrate” als definitives Highlight in seinem Bereich. Anders gesagt: Wer in der jüngeren Vergangenheit bereits die Alben von STARGAZER, VOIDCEREMONY oder CRYPTIC SHIFT feierte oder vor dreißig Jahren schon PESTILENCE, ATHEIST und Co. abgöttisch liebte, kann “Deconsecrate” blind kaufen.

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06.08.2021

Redakteur | Koordination Themenplanung & Interviews

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1 Kommentar zu Aenigmatum - Deconsecrate

  1. Vlad_the_Impala sagt:

    Gefällt mir richtig gut.
    Wirkt alles ziemlich durchdacht, ohne zu verkopft zu klingen.
    Locker 9/10 für mich..

    9/10