Aenigmatum - Infinitude’s Passage

Review

Ohne Vorankündigung haben ÆNIGMATUM ihr Album „Infinitude’s Passage“ als ‚Surprise Drop‘ veröffentlicht. Fünf Jahre nach „Deconsecrate” meldet sich die Band damit zurück und bleibt ihrem anspruchsvollen, progressiven Death Metal treu. Das Album ist technisch erneut beeindruckend, allerdings macht es den Hörern nicht gerade leicht.

Zwischen Dissonanz und Atmosphäre

Schon „Pitiless Mechanism“ zeigt, wohin die Reise geht: verschachtelte Riffs, krumme Rhythmen und reichlich Dissonanz treffen auf wuchtiges Schlagzeug und extrem präsente Bassläufe. Gerade der Bass ist eine der großen Stärken des Albums. Die teilweise irrwitzigen Läufe sind wunderbar in den Sound eingebettet und trotzdem stets präsent – eine deutliche Erinnerung an DEATH oder SADUS zu deren Hochzeiten. Technisch ist das beeindruckend, manchmal allerdings auch ziemlich verkopft. Vor allem die Dissonanzen können auf Dauer anstrengend werden.

„Inseverable“ und das über achtminütige „Architect Of The Fated“ spielen die progressive Seite voll aus. Die Songs entwickeln sich ständig weiter und stecken voller kleiner Wendungen, verlangen dafür aber auch Aufmerksamkeit. Etwas zugänglicher zeigt sich „Nocturne Of Ageless Reverie“, bevor der Titeltrack verschiedene Facetten verbindet. Ein Saxophon sorgt hier für eine überraschende, fast jazzige Note und passt erstaunlich gut ins eigenwillige Klangbild.

Im Vergleich zu „Deconsecrate“ wirkt „Infinitude’s Passage“ weniger unmittelbar und noch stärker auf Komplexität und Atmosphäre ausgerichtet. ÆNIGMATUM haben hörbar viel zu erzählen und packen entsprechend einiges in ihre Songs. Nicht alles zündet sofort, manches wirkt etwas überladen – langweilig wird es dadurch aber kaum.

Nicht immer leicht verdaulich

Mit rund 42 Minuten bleibt das Album angenehm kompakt. Wer technischen und progressiven Death Metal mag und sich gerne in sperrigere Strukturen hineinhört, findet hier einiges zu entdecken. Technisch stark, eigenwillig und voller Ideen, aber stellenweise auch verkopft und anstrengend. Die herausragenden Bassläufe, das ausgefeilte Songwriting und die vielen Details machen „Infinitude’s Passage“ dennoch zu einem Album, in das sich das Hineinhören lohnt.

20.09.2026

- perfection is the end of everything -

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