Anvil Of Doom - Deathillusion

Review

Eigentlich sollte man CDs, deren beiliegendes Promoschreiben streckenweise vor Arroganz und Überheblichkeit weit über das gewöhnliche, selbstbewusste „Wir-sind-toll“-Gelaber hinausgehen, sofort zurückschicken. Dagegen spricht die Neugier, die aufkommt, wenn man Sätze liest wie „Wenn diese Band von einem Label wie Nuclear Blast gesignt werden würde, sprächen wir über die neuen Heroen des Melo-Death…“. Vielleicht hat man ja das nächste große Ding auf dem Schreibtisch. Aber meistens und auch hier: Pustekuchen. Anvil Of Doom können ihre großmäulige Vorankündigung nicht halten und bieten dem Hörer mit dem Titel das Intros, das da hieße „Chaos“, eine reichlich treffende Einleitung für die nun folgenden neun Songs. Auch wenn sie nicht komplett in selbigem versinken, so ist die größte Stärke auch zugleich die größte Schwäche ihres ersten Longplayers „Deathillusion“. Technik und Melodie sind die beiden konstitutiven Elemente, die ständig in einem Kampf gegen sich selbst verwickelt zu sein scheinen. Die Grundausrichtung orientiert sich an den üblichen Einflüssen wie Children Of Bodom, Death, Arch Enemy, Soilwork und den bis zum Gedärmerauskotzen als solche aufgeführten In Flames. Der Gothenburgfaktor, die Melodien, sind hier sehr geschickt verpackt und offenbaren sich erst nach einiger Zeit. Dagegen treten technische Feinheiten à la COB stark in den Vordergrund, was im Zusammenspiel sicherlich beeindruckend ist, durchaus interessante Passagen, Riffings und Strukturen entstehen und damit auch des Öfteren mal aufhorchen lässt. Dabei bleibt es aber auch, denn leider wird zuviel auf Technik gesetzt. Damit ist nicht halsbrecherischer Bombast im Progstil gemeint, sondern eher eine grundlegende Richtungslosigkeit. Man merkt regelrecht das Bemühen technisch so versiert wie möglich zu klingen, worunter vor allem das Songwriting leidet und etwas in Konfusion versinkt. Es fehlt die Direktheit, eine „Straighthead“-Einstellung, die das Endergebnis nicht so anstrengend sondern lockerer und zugänglicher machen würde. Mit solchem Material klingt der zweite Teil des obigen Zitats noch unglaublicher:“…aber stattdessen bevorzugen sie XXX-Klone wie XXX unter Vertrag zu nehmen, haha!!“. Und glaubt mir, die ausgeblendeten Bands sind alles andere als unbekannt.

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17.01.2005

Der metal.de Serviervorschlag

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