Arallu - Satanic War In Jerusalem

Review

Metal-Bands aus Jerusalem sind ja generell nicht gerade ein häufiges Phänomen. Wenn es sich dann aber auch noch um eine Black-Metal-Combo wie ARALLU handelt, dann darf zurecht gestaunt werden. Das nunmehr dritte Album der Schwarzmaler kommt dann zudem mit dem reißerisch-plakativen Titel „Satanic War in Jerusalem“ daher. Nicht gerade selbstverständlich, dass Menschen, für die Terror und Krieg (laut eigenen Aussagen) alltäglich sind, sich so unbefangen solcher Thematiken bedienen. Wie aus dem Infoflyer der Band hervorgeht, haben ARALLU im Bezug auf die Situation in ihrem Land und den Stellenwert einer israelischen Black-Metal-Band ohnehin eine etwas eigene Philosophie entwickelt. So werfen sie den nordischen BM-Bands vor, sie hätten keine Ahnung, wovon sie singen, wenn es in deren Texten um Krieg und Tod geht. Satan, so wird hier weiterhin gemutmaßt, sei immerhin eine „Erfindung“ der Wüste, und nicht des frostigen Winterwaldes. Black-Metaller sind schon manchmal ein seltsames Völkchen, obwohl ein Quäntchen Wahrheit in diesen Worten liegen mag… Aber nun zum wesentlichen, der Musik nämlich. In dieser Hinsicht erinnern mich ARALLU an eine langsamere und qualitativ weniger ansprechende Version von ABSU. Diesen Vergleich sollte man aber nicht überbewerten, denn ganz so abgefahren und exotisch klingen die Jerusalemer Jungs dann doch nicht. Das ganze mutet auch, wie zu erwarten war, nicht nach typischem norwegischen Black-Metal an, sondern kommt stellenweise eher rau und thrashig daher, Bands wie DESASTER, BEWITCHED und NOCTURNAL BRREED haben ja vorgemacht, wie das geht. Das ist zwar eigentlich ganz nach meinem Geschmack, kann mich aber im Fall von ARALLU nicht so wirklich überzeugen. Die Songs empfinde ich dann doch gelegentlich als etwas platt und uninspiriert. Meiner Ansicht nach fehlt ARALLU der letzte Schliff und die Portion Biss, die eben dringend nötig ist, um sich an der Front durchzusetzen. Da kann auch ein sauber inszeniertes SLAYER-Cover nicht viel reißen. Unterm Strich bleibt aber ein angenehm rohes und ungeschliffenes Stück Black-Thrash-Metal, das man zwar aufgrund seines Exotenbonus noch lange nicht uneingeschränkt empfehlen muss, schlecht ist die Arbeit von ARALLU aber beileibe nicht!

22.11.2002

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