Axel Rudi Pell - Ghost Town
Review
Alle zwei Jahre erscheint ein neues Album von AXEL RUDI PELL – und ebenso regelmäßig überlegt sich die schreibende Zunft, was sie darüber schreiben soll. Der Bochumer Gitarrist ist dafür bekannt, seine Alben nach einem ähnlichen Schema aufzubauen und große Überraschungen zu vermeiden. Dennoch gelingt es ihm, dass keines seiner Werke wirklich langweilig ist. Das mag an den großartigen Mitmusikern liegen, die er um sich geschart hat, aber natürlich auch an seinem eigenen Gitarrenspiel mit hohem Wiedererkennungswert. Mit „Ghost Town“ steht nun Album Nummer 23 in den Startlöchern.
AXEL RUDI PELL und die Geschichten aus der Geisterstadt
„Ghost Town“ beginnt typisch und zugleich frisch: Nach dem obligatorischen Intro startet der ebenso obligatorische Uptempo-Opener „Guillotine Walk“. Die Strophen kommen ohne Gitarren aus, während sich Pell im Refrain und im abschließenden Solo ordentlich austoben darf. Auf „Breaking Seals“ singt Powerhouse Johnny Gioeli mit Reibeisen-Legende Udo Dirkschneider ein Duett.
Anschließend folgen einige typische AXEL-RUDI-PELL-Songs nach dem Muster, das man von dem Gitarristen kennt und schätzt. Als nächstes lässt die Nummer „The Enemy Within“ aufhorchen, die erstaunlich düster ausfällt. Hier kann Gioeli besonders glänzen. Die obligatorische Ballade folgt mit „Towards The Shore“, und einen echten Longtrack gibt es dieses Mal nicht – am längsten läuft der Rausschmeißer „Higher Call“ mit zahmen sieben Minuten über die Ziellinie. Dafür überzeugt er mit Strophen, in denen Pell beim Riffing vom Schema F abweicht.
Dennoch bleibt von „Ghost Town“ weniger hängen als vom Vorgänger „Risen Symbol“, der mit „Ankhaia“ ein Stück im Portfolio hat, das noch immer im Kopf nachhallt. Ein solcher Song fehlt auf dieser Scheibe.
„Ghost Town“ hat die Halbwertszeit einer Livetour
Auch „Ghost Town“ ist nicht langweilig, denn die einzelnen musikalischen Elemente greifen zu gut ineinander und sorgen für eine knappe Stunde Pellschen Heavy Metal – allerdings nicht „at its best“. Die Singles werden auf der kommenden Tour sicher in der Setlist stehen. Ob sich darüber hinaus noch etwas aus der Masse an Songs und Alben im AXEL-RUDI-PELL-Kosmos behaupten kann, bleibt jedoch fraglich.
Axel Rudi Pell - Ghost Town
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Heavy Metal |
| Anzahl Songs | 11 |
| Spieldauer | 55:49 |
| Release | 20.03.2026 |
| Label | SPV / Steamhammer |
| Trackliste | 1. The Regicide (Intro) 2. Guillotine Walk 3. Breaking Seals (feat. Udo Dirkschneider) 4. Ghost Town 5. Holy Water 6. The Enemy Within 7. Hurricane 8. Sanity 9. Towards The Shore 10. Steps Of Stone 11. Higher Call |
