Bad Temper Joe - The Maddest Of Them All

Review

“Sometimes A Sinner“,“Man For The Road“ und nun “The Maddest Of Them All“ – BAD TEMPER JOE hat sich selbst schon so manches plakative Alias verpasst. Doch wohl keines trifft so sehr auf den Ostwestfalen zu, wie der Titel seiner neuen Platte. Die ist nämlich nicht einfach nur ein weiteres Album, sondern direkt eine Doppel-CD mit Spielfilmlänge. Klingt nach Größenwahnsinn? Ist es auch. Doch das muss ja nicht schlecht sein.

BAD TEMPER JOE will hoch hinaus

Bis zu seinem vierten Studioalbum “Solitary Mind“ aus dem Jahr 2017 war BAD TEMPER JOE vornehmlich allein unterwegs. Bis auf eine Mundharmonika hier und da begleitete er seine rauchige Stimme stets selbst, nur mit seiner Lapsteel- oder Akustikgitarre. Auf “And His Band“ holte er wenige Monate später die elektrische Gitarre raus und hatte eine Begleitband dabei. Auf “The Maddest Of Them All“ führt er diese beiden Richtungen in einem Werk zusammen.

Die als “Act I“ betitelte erste CD enthält teils bluesige, teils folkige Singer/Songwriter-Stücke. Im beschwingten Opener “Hell’s Gonna Fly“ unterstützen ein Banjo sowie Gastsänger David Lübke BAD TEMPER JOE, wodurch der Song sehr an ursprünglichen Country erinnert. “Supper In Mexico“ wiederum führt den jungen Musiker zurück zu den Wurzeln der Blues-Musik. Die Abwechslung des “Act I“ ist beeindruckend angesichts der spärlichen Instrumentierung, auf die BAD TEMPER JOE hier zurückgreift.

“The Maddest Of Them All“ beeindruckt durch Abwechslung

Trotz aller Querverweise auf seine musikalischen Wurzeln, ist BAD TEMPER JOE aber alles andere als ein gestriger Retro-Künstler. In “Talkin‘ 21st Century Schizoid Blues“ besingt er beispielsweise die Sucht nach Handy- und Social-Media-Konsum. Statt den moralischen Zeigefinder zu erheben, bringt er das Thema lieber mit lakonischem Humor auf den Punkt.

Wer nach elf akustischen, oft melancholischen Nummern ein wenig mehr Power braucht, der kann einfach den folgenden “Act II“ einlegen. Bereits das eröffnende „Everything’s Gonna Be Fine“ zeichnet sich durch einen sehr tanzbaren Groove aus, sodass man kaum noch still sitzen kann.

Absolute Stilsicherheit

Ein weiteres Highlight ist die treibende Singleauskopplung “Mind Over Matter“, die nicht ebenso nur bewegungsfördernd wirkt, sondern auch mit einer verdammt griffigen Hookline aufwartet. In der Mitte garniert BAD TEMPER JOE das Stück mit einem äußerst gefühlvollen Gitarrensolo. Seine Band unterstützt ihn in allen Lebenslagen mit songdienlichem Spiel. Das unentwegte Touren hat die Musiker zu einer Einheit zusammengeschweißt, die sich blind versteht.

Nach dem Genuss dieses Doppelalbums möchte man am liebsten ebenso zu seinen Wurzeln zurückkehren und ein entspanntes Leben abseits unserer allzu stressigen Gesellschaft starten. Oder um es mit den Worten von BAD TEMPER JOE selbst zu sagen: “I need a smoke, burgers and beer“ – und “The Maddest of Them All“.

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18.02.2019

"Irgendeiner wartet immer."

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