Bloody Brotherhood - Don’t Break the Circle

Review

Aus dem zu Spanien gehörigen Teil des Baskenlandes stammen die Jungs von BLOODY BROTHERHOOD, die richtig urigen Death Metal unter die geneigte Hörerschaft bringen. Im Jahr 2011 gegründet, veröffentlichten die iberischen Todesanbeter nach einem selbstbetitelten Demo und verschiedenen Compilation-Beiträgen 2015 ihren ersten Longplayer „Ritual Of Blood“. Eine EP und vier Jahre später sind sie mit „Don’t Break The Circle“ wieder am Start.

„Don’t Break The Circle“ verströmt den beißenden Leichengeruch des Old School Death Metal

BLOODY BROTHERHOOD sind im spanischen Underground offenbar wohlbekannt, hierzulande werden sie aber sicher nicht jedem ein Begriff sein. Wer die Band nicht kennt, dem sticht zuerst das handgemalte Cover mit seiner satanisch-okkulten Bildwelt ins Auge. Dass es also irgendwas Dunkles und Böses sein muss, steht schon mal fest. Das Intro mit zarten Akustikgitarrenklängen, die vom Pfeifen des Windes durchschnitten werden, untermalt von einem sinisteren Flüstern, bereitet die atmosphärische Grundlage. Schon bei den ersten verzerrten Klängen des Openers „Into The Darkness“ ist dann alles klar: Hier gibt es auf die Ohren, und zwar mit der richtig groben Old-School-Death-Keule. Wer die große Genre-Revolution sucht, der wird hier bitter enttäuscht. Die blutige Bruderschaft pflegt mit Inbrunst das Erbe der Klassiker. Wollte man die Einflüsse in Rezeptform darstellen, wäre das wohl ein Eintopf aus alten DEICIDE und OBITUARY, gewürzt mit einer Messerspitze UNLEASHED und garniert mit ENTOMBED-Abrieb.

Die Songs leben von vergleichsweise einfachen Strukturen und werden mehrheitlich von sehr dunklen Riffs (was die oberen drei Bünde doch so alles hergeben…) im Low- und Midtempo-Bereich getragen. Das wird in der Regel ordentlich umgesetzt, allenfalls stellenweise verliert man sich ein wenig in der Komposition. Hier und da wird auch mal ein Uptempo-Part eingestreut und Drummer Hammer kann durchaus auch ein Doppelpedal bedienen. Dennoch setzen die Iberer Blastbeats eher spärlich – man könnte auch sagen: mit Bedacht – ein und konzentrieren sich auf die traditionellen Mittel. Eher untypisch sind dabei die teilweise auf Überlänge gedehnten Songs, die eine respektable Gesamtspielzeit von über einer Stunde ergeben. Gerade die längeren Stücke sind manchmal aber etwas langatmig („Don’t Break The Circle“) und hätten sich problemlos kürzen lassen. So wäre der Gesamteindruck etwas mehr auf den Punkt gewesen, was aber Jammern auf hohem Niveau ist. Highlights sind u.a. „Death to False King“ oder das sehr simple aber wirkungsvolle „I‘m The Shadows“.

BLOODY BROTHERHOOD haben sich den traditionellen Tugenden des Genres verschrieben

Death-Metal-Fans mit Veteranenstatus wird „Don’t Break the Circle“ sicherlich ansprechen. Alles an dieser Platte verbreitet Verwesungsgestank – und zwar im besten Sinne. Das Album ist eine Hommage an die Ursprünge des Genres. Freilich setzen die Jungs das nicht ganz so virtuos um wie die großen Vorbilder. Kleinere kompositionelle und technische Unzulänglichkeiten verzeiht man ihnen aber gerne. Die bahnbrechend-innovative Genreentwicklung ist das Album beileibe nicht. Die muss es aber auch gar nicht sein. Gerade, dass die Basken ihr ganzes Werk so kompromisslos im Stile der alten Schule kleiden, macht es irgendwie charmant. Für alle, die auf richtig räudigen Death Metal der ersten Stunde stehen, ist diese Scheibe sicherlich den Groschen wert.

 

26.04.2019

NO FUN NO CORE NO MOSH NO TRENDS

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