Burden Of Life - In Cycles

Review

BURDEN OF LIFE veröffentlichen mit „In Cycles“ ihr drittes Full-Length-Album und bieten darauf eine sehr variantenreiche Spielweise des Melodic Death Metal, angereichert mit progressiven Elementen. Das Ganze erinnert mitunter an EPICUREAN, falls die noch irgendjemand kennt. Die Regensburger jedenfalls haben sich alle Mühe gemacht, ihr Album so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten – was gelegentlich ein paar Probleme mit sich bringt.

Das fängt mit dem Opener „Amour Fou“ an, der den Hörer schon mal auf die falsche Fährte lockt. Der Song erinnert anfangs etwas an den OPETH-Song „Coil“, seinerzeit der Opener von „Watershed“. Keine schlechte Sache eigentlich, aber leider klingen BURDEN OF LIFE doch ziemlich cheesy. Der weibliche Gesang trägt zur Kitschigkeit des Titels bei, was schade ist, denn mit dem Titeltrack sowie dem anschließenden „Devil In The Detox“ folgen die beiden Oberkracher von „In Cycles“: Flotter, quirliger und hymnischer Melodeath im Sinne früherer IN FLAMES oder CHILDREN OF BODOM, dass es eine wahre Freude ist. Da fühlt man sich rasch wieder in die 90er zurückversetzt, so geil sind die Titel.

Das schräge „Kafkaesque“ lässt noch mal richtig aufhorchen. Einige der übrigen Songs sind jedoch recht durchschnittliches Melodeath-Material, nicht das schlechteste zwar, aber auch nicht das bemerkenswerteste. Beim Pop-Söngelchen „Lantern Slides“ erreicht „In Cycles“ seinen Tiefpunkt: BURDEN OF LIFE driften in furchtbar kitschige Gefilde ab, gerade dann, wenn sich romantische Synthie-Streicher unter den Song legen, während eine akustische Gitarre dazu die passende Untermalung bietet und den Song einfach unerträglich macht.

Deutlich besser ist der abschließende Longtrack „At The Heart Of Infinity“. Ein richtig fetter Track, der ordentlich was kann und mit geilen Wendungen und abgedrehten Soli und Melodien überzeugt, die an 6:33 gemahnen. Aber wenn dann wieder der generische, weibliche Gesang aus dem Opener einsetzt, driftet der Song in unerträgliche Cheesiness ab und es dauert etwas, bis BURDEN OF LIFE sich wieder fangen und der Song dann auch seinen Höhepunkt erreicht und „in Cycles“ mächtig ausklingen lässt.

BURDEN OF LIFE sind so nah dran, ihr Magnum Opus zu veröffentlichen. „In Cycles“ enthält mit „Devil In The Detox“ einen der besten Melodeath-Songs, die ich in den letzten Jahren gehört habe. Diese Genialität hätten die Regensburger auf all ihre Songs übertragen sollen. Aber auch wenn die Kurve definitiv nach oben zeigt, so haben BURDEN OF LIFE noch nicht alle Aspekte ihres Sounds perfektioniert. Aber sie sind so verdammt nah dran…

22.04.2016

Sitzt, passt, wackelt, hat Luft.

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